Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 131
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Rumpelbubové a velikonoční střílení

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reißt mich von meinem Nachinnenschauen in die Wirklichkeit zurück. Ich hatte gar nicht bemerkt, daß die Stimmen nach dem Gebet verstummt sind. In meinen Gedanken war ich auch wieder ein Bub gewesen.

Nach dem Kommando setzte sich der Zug, wie schon beschrieben, wieder in Bewegung. Man marschiert dreimal um die „Dreifaltigkeit". Es ist eine wahre Freude, das begeisternde Rumpeln, Ratschen und Hämmern anzuhören. Nach einigen Minuten ist der Zug um die Ecke des Ettner-Hauses in Richtung Leßnitzgasse verschwunden. Leiser werden die Rumpeln, Ratschen und Hämmer, auch die Stimmen der Buben, die zum Ave Maria mahnen. Die Guzerln-Fenster der Nachbarn schließen sich. Nun leuchten auch die ersten Sonnenstrahlen in die Gasse, die über dem Postmeisterhaus auf die vergoldete Taube fallen, die über der Dreifaltigkeitssäule schwebt und ihr Blitzen und Funkeln in den morgentlichen Tag hineinschickt. Auch ich mache mein Guzerl zu. Heute habe ich wirklich Ostern erlebt, so geht es mir an diesem Karfreitagmorgen durch den Sinn.

Nirgendwo in den vergangenen Jahren habe ich so schöne Ostern erleben dürfen, wie die in unserem Städtchen. In keinem anderen Ort wurde so gerumpelt, gehämmert und geratscht wie bei uns daheim. Die Stadt war in Rayone eingeteilt und wehe der Rumpelgruppe, die das nicht beachtet hat. Trotz des christlichen Brauches und dem Auferstehungswunder wurden dabei oft sehr hitzige Gefechte ausgetragen, wenn es den Marktenern oder Obergaßnern eingefallen war, in das Gebiet der Bräuhausgassener einzudringen. Aber auch umgekehrt wurde hart verteidigt. Besonders am Karsamstagmorgen war man aufmerksam und wachte darüber, daß ja kein Unbefugter das Terrain betrat. Vor der Auferstehung der Glocken, um 9 Uhr, durfte nicht mit dem Sammeln bei den Einwohnern begonnen werden. Woher diese Vereinbarung eigentlich stammte, weiß keiner. Wehe dem, der diesen Brauch durchbrechen wollte. Nun muß aber gesagt werden, daß sich die Einwohnerschaft sehr verständnisvoll zeigte und durch reichliche Gaben die Rumpelbuben entschädigte. Brüderlich wurde das Geld, die Eier und sonstige Gaben aufgeteilt. Man brauchte als Knirps — der ja nur eine Ratsche schwang — das Geld, um sich für die kommenden Ostern einen Rumpelkasten anschaffen zu können. Die schönsten und lautesten Rumpelkästen konnte Herr Pimpl am Zehntplatz herstellen. Ich weiß, daß in meiner Gruppe sehr viele aus seiner Werkstatt mitgeführt wurden. Freilich gab es auch Reparaturen an diesen Wunderwerken, die auch vom Rumpelgeld bestritten werden mußten. Unseren Eltern konnte man solche Belastungen nicht zumuten, die waren froh, das tägliche Brot für uns auf den Tisch zu haben. Es war aber der Stolz eines richtigen Rumpelbuben, auch einen richtigen Rumpelkasten zu haben. Dafür nahm er jedes Opfer auf sich. Auch galt es als eine schöne und gute Sache mit Gleichgesinnten in einer Gemeinschaft für die Allgemeinheit etwas zu tun. Das Ratschen, Klappern und Rumpeln erfreute alle.

In unserer Stadt gab es keine Bigotterie — wie man daheim sagte — aber an den hohen Feiertagen strömte alles in die Kirche und suchte den Herrgott. So erhielten sich auch viele alte Bräuche und diese wurden sehr gepflegt. Einer davon war das „Osterreiten" der Dorfjugend aus dem Kirchensprengel. Schmuck saßen sie alle am Ostersonntagmorgen auf ihren wunderschön hergeputzten Pferden, wenn sie in die Stadt geritten kamen. Wenn ich mich noch recht erinnere, waren es die Gfeller, die diesen Brauch sehr hoch hielten.

Ein besonderer Spaß war das „Osterschießen", vor allem mit Schlüsselbüchsen, einem eigentümlichen Schießwerkzeug. Eigentlich schoß man damit nicht, man erzeugte einen Knall. Es gehörte auch etwas Geschick dazu, richtig damit umzugehen. Man suchte sich einen Schlüssel mit einem hohlen Bart. Diese Schlüssel benutzte man damals

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