⟵ věta pokračuje z předchozího listu
möchte: „Der Stier sei ledig!" Die Fenster und Tür des Stalles waren dann von außen mit weiblichen Ratgebern belagert, doch im Kampf mit der tobenden Bestie stand ich allein in der Arena.
Mein Beitrag wäre unvollständig, wenn ich nicht auch die zweibeinigen „Tierchen" des Nachbarn — die ebenfalls sehr boshaft sein konnten — einer Kritik unterziehen wollte. Es waren dies die fünf Töchter des Zenken, mit denen ich mitunter in ein neckisches Wortgeplänkel verwickelt war. Freie Burschenherrlichkeit — deren ich mich damals noch erfreute — konnten die Evastöchter nicht ertragen, so daß ich mich ihren Sticheleien oft handgreiflich erwehren mußte. Unter Kreischen und Quieksen räumten sie dann das Schlachtfeld, zeigten mir wenig später die blauen Fingerabdrücke in ihren Oberarmen und schimpften mich einen Grobschmied.
Aber auch sinnreiche Gedanken konnte man mit den Zenkentöchtern wälzen. Schlichtes frauliches Wesen und ein gesunder Menschenverstand waren die wertvollste Mitgift der Zenkenmädel. Arrogante Überheblichkeit, die manche Leute so unsympathisch erscheinen läßt, war beim Zenk nicht daheim. Wie ein Traum mutet es mich an, wenn ich an das gutnachbarliche Verhältnis und an die in Zenkens Stube so unterhaltsamen Stunden denke, die 1946 wie das Hornberger Schießen endeten.
Töppeleser Nachrichten – So war's bei uns im Dorf (Fortsetzung und Schluß)
Töppeleser Nachrichten
So war's bei uns im Dorf (Fortsetzung und Schluß)
Unmittelbar darauf Eröffnung eines dritten Kaufladens durch die Eheleute Heinrich und Fanni Müller, geb. Hink, aus Untertrossau. Heinrich Müller war Zimmermaler und seine Frau, die Nichte des reichen Donawitzer Kaufmannes Kern, zeigte sich als eine äußerst tüchtige Geschäftsfrau, die auf dem Gebiet Kundenwerbung führend war. Bei der Ladeneröffnung gab es für das ganze Dorf prima Maggi-Suppen in beliebiger Menge.
Im Jahre 1907 gab es in Heinrichs Veranda eine ganz große politische Gebietsversammlung anläßlich der Einführung des neuen freien Wahlrechts. Es sprachen Dominik Löw aus Karlsbad und Erdmann Spieß aus Döllnitz. Viele Menschen aus der Umgebung standen bis weit auf die Straße und die hohe Politik schlug mächtige Wellen. Solche Versammlungen wiederholten sich, aber nicht mehr mit diesen bekannten Politikern aus der ersten Garnitur. Für die Bauern war Wenzel Ritter (1850/1930) und für die Sozialdemokraten Anton Wettengel (1874/1962) Sprecher und Spitzenkandidat.
Besonders durch die Eisenbahn kamen sich die Menschen näher, die jährlichen Freikarten der Eisenbahner brachten sie nach der schönen blauen Donau, der Residenzstadt Wien. Auch die Sachsenfahrer waren politisch gut geschult, es kam Diskussion und Bewegung unter die Leute, die keiner mehr missen wollte. Die Menschen wurden aufgeschlossener und toleranter. Viele Bewohner der umliegenden Ortschaften mußten zur Bahn nach Töppeles. Selbst die Schlaggenwalder, die über Elbogen hinaus mit dem Zug fahren wollten, kamen alle nach Töppeles, da sich das Umsteigen in die Buschtiehrader nicht lohnte.
Am 4. Dezember 1908 große Jubiläumsfeier anläßlich der 60jährigen Regentschaft Kaiser Franz Joseph I. Das ganze Dorf war auf den Beinen, mit Lampions voran der Vorsteher mit Gemeinderat, die Lehrerschaft und der Bahnvorstand mit dem gesamten Bahnpersonal. Das „Gott erhalte" mit allen vier Strophen wurde von den Schulkindern der 2. Klasse und allen Erwachsenen feierlich mitgesungen. Die Dorfmusikanten spielten bis zum Morgengrauen mit der Blasmusikbesetzung ganz groß auf.
Es folgt die Eröffnung der vierten Gaststätte (Bahnhof-Restaurant, Haus Nr. 45) durch die Eheleute Josef Dietl (Haus Nr. 38) und Sophie, geb. Korb, mit vielen geladenen Gästen aus Karlsbad und Pirkenhammer.
Im Jahre 1909 Hochwasser. Bau der Stirner Tepl-Brücke wieder unter der Aufsicht des Maurermeisters Josef Neuerer (Haus Nr. 9). Auch die Eröffnung der
věta pokračuje na dalším listu ⟶
Rozdělení textu na listy je odhad — text může o odstavec přetéct na sousední list. Původní znění vlevo je vždy přesné.
Klikni na větu a ukáže se, kde na skenu stojí. Zvýrazňují se celé řádky, ne přesná slova — místo je tedy přibližné.
