Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 111
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Töppeleser zprávy — Veselý Schenkfritz

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für Speise und Trank zur Einkehr ins Dorfwirtshaus oder eines der beiden Gasthäuser „Üwarn Wassa" und Kleingeld für die Brückenmaut unauffällig in die Taschen gesteckt. Für die Jugend hatte Herr Schenk in seinen Außenrocktaschen mehrere Tafeln Schokolade zur Verteilung bereit. Mich hatte er besonders ins Herz geschlossen, denn schon bei der ersten täglichen Begegnung während meines Schulgangs nach Schlaggenwald beim „Kejfirl" bekam ich eine viertel bis halbe Tafel geschenkt. Er kam jeden Wochentag früh gegen 7 Uhr, noch vor Eintreffen des ersten Lastzuges, in Töppeles an und ging abends gegen 19 Uhr, nach dem letzten Lastzug, nach Schlaggenwald heim.

Warum er sich den Lindnerhof als Mittagstisch ausgesucht hat, lag nach seinen eigenen Worten daran, weil er als starker Esser nicht auffallen wollte. Sehr weit, wie etwa nach dem Ortsteil „Üwarn Wassa", konnte er sich nicht entfernen, weil darunter das Geschäft gelitten hätte. Am Lindnerhof (Besitzer Hermann Schuster, Haus Nr. 17), saßen täglich, außer Sonntag, 15 bis 20 Personen (in der Erntezeit noch mehr) beim Mittagstisch. Die Bäuerin freute sich über den gesunden, nachahmenswerten Appetit des lustigen Fritz. Damals war es noch Brauch und Sitte, daß vor dem Essen ein Vaterunser und dreimal der Engel des Herrn, sowie nach dem Essen ein Vaterunser für alle Verstorbenen gebetet wurde. Meine Eltern und die älteren Teilnehmer beteten andächtig, wir Buben und auch unser Freund und Gönner Fritz Schenk interessierten uns mehr für die vollen Töpfe.

Eines Tages im Jahre 1911 hat mein Vater, einer besonderen Andacht wegen, die Sitzordnung umgestellt und Herr Schenk kam in die untere Kinderreihe. Ein gegenseitiges Ansehen zwischen den Kindern und Herrn Schenk war jetzt nicht mehr möglich. Er stand zwischen mir und meinem um vier Jahre älteren Bruder Josef. Das hätte mein Vater nicht tun sollen, sonst hätte folgendes nicht passieren können:

Herr Schenk wedelte mit gefalteten Händen unter der Tischplatte mit einer Tafel Schokolade, schwupps war sie in meinen Händen, Josef war um eine zehntel Sekunde langsamer. Man hatte sich noch nicht gesetzt und schon meldete sich Herr Schenk mit den Worten: „Hermonn, be(t)n u stehl(e)n paoßt doch niat zomm, a Naochba(r hout ma mei Schokaladtaofl gschtuhln. Entweda wird da Täta a Großagrarier oda a Döib." Das war eine ganze schlimme Beleidigung für meinen Vater, der die Mittagstafel sofort aufhob. Vater hatte mit Schenk eine sehr scharfe Auseinandersetzung, ich lief in Mutters Schoß und heulte wie am Spieß. Meine Mutter nahm diesen Vorfall weniger tragisch und versuchte, mich mit Lachen und Kosen zu trösten. Mit einer halbstündigen Verspätung ging man wieder zu Tisch. Das

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