Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 110
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Dobrá pověst hornoslavkovské měšťanské školy – vzpomínky na Töppeles

Abschiedsrede nicht halten, er konnte einfach seine Tränen nicht zurückdrängen und es sprach dafür Direktor Reinitzer. Dieser korrekte und äußerst vornehme Gentlemen mit graumelierten Haaren (meiner Schätzung nach war er schon ein hoher Fünfziger), ein Offizier vom Scheitel bis zur Sohle, bat nach seiner Rede jene Schüler, die sich zum Studium melden wollten, in das Konferenzzimmer. Wir waren fünf, und zwar zwei für die Lehrerbildungsanstalt Eger, einer für die Handelsakademie Aussig, einer für die Musikschule Petschau, und ich für die Karlsbader Handelsschule. Wir sollten immer daran denken, daß ein starker Wille und ein gutfundiertes Wissen zu allen Zeiten für die Menschheit eine erstrebenswerte Macht bedeutet. Alle bisherigen Schlaggenwalder Bürgerschüler haben mit besten Erfolgen ihren Mann gestanden. Das Gleiche erwartet er auch von uns, die Erfolge bleiben dann nicht aus. Dieser Vortrag dürfte seine letzte Amtshandlung gewesen sein. Sechs Wochen später meldete er sich freiwillig an die Front und ist im Oktober 1914 als Hauptmann der Reserve in Serbien gefallen.

Meine Aufnahme bei der Städtischen Handelsschule in Karlsbad ging mit Hindernissen vor sich. Ich hatte mich einen Monat zu spät gemeldet. Statt Ende Juli fuhr ich mit meiner Mutter erst Ende August nach Karlsbad. In der Aufnahmekanzlei wurde mir gesagt, ich sei noch nicht 14 Jahre und soll noch die 4. Bürgerschulklasse in Karlsbad besuchen. Meine Vormerkung könnte erst für das Jahr 1915 erfolgen. Die Aufnahmefrist wäre schon seit drei Wochen abgelaufen. Beim Weggang kam uns zufällig ein vornehmer Herr entgegen, der mich mit den Worten ansprach: „Kleiner Mann, warum so traurig?" Meine Mutter klagte ihm mein Mißgeschick, darauf sah er sich mein Zeugnis an und ging mit mir nochmals zur Aufnahme. — „Das Reifezeugnis der Schlaggenwalder Bürgerschule genügt mir, eine Aufnahmeprüfung erübrigt sich, kommen Sie in der nächsten Woche zum Schulanfang wieder." — Es waren die Worte des Handelsschuldirektors Otto Laasch, bis 1913 Professor an der Aussiger Handelsakademie. Die Ausführungen des Bürgerschuldirektors Heinrich Reinitzer hatten sich bereits nach wenigen Wochen bestätigt.

Schon lange vor dem Ersten Weltkrieg gingen die Schüler aus weitentfernten Ortschaften, wie Funkenstein, Donawitz und Trossau, nach Schlaggenwald zur Bürgerschule. Aus dem Neudorfer Gedenkbuch (Herausgeber Oberlehrer Riedl) konnte ich entnehmen, daß Landsleute dieser Ortschaften kraft ihres Studiums hohe Positionen in Staat und Wirtschaft innehatten. Auch sie waren Besucher der Schlaggenwalder Bürgerschule. Die Neudorfer können auf ihren vorbildlichen Schulmann Emil Riedl mit Recht stolz sein, er hat sich mit der Schaffung dieses Gedenkbuches für die Nachkommen für ewige Zeit ein schönes Denkmal gesetzt.

Abschließend wäre für Töppeles noch zu erwähnen, daß in den Jahren 1915 bis 1924, also für volle zehn Jahre, ein Bildungsnotstand herrschte. Alles strömte in die Fabrik. Vierzehnjährige Jungen und Mädchen wurden als Hilfsarbeiter angeworben. Der Zusammenbruch der Firma Grosse & Co. im Jahre 1924 machte dieser Entwicklung gottseidank ein Ende. Man besann sich wieder auf erlernte Berufe und besuchte wieder die Bürgerschule. Durch die günstige Bahnverbindung kam jetzt mehr Karlsbad und Petschau zum Zuge.

Franz Schuster

Ein Bild mit den Lehrpersonen an beiden Schlaggenwalder Schulen um das Jahr 1910 wird im nächsten Heimatbrief veröffentlicht.

Der Herausgeber

Achtung! Die 111. Folge unseres HB erscheint anfangs Juni mit Hinweisen für den Sudetendeutschen Tag in München und näheren Angaben über das diesjährige Schlaggenwalder Treffen in Nürnberg.

Wer kann mir die Folge 55 unseres HB abgeben? Zusendung an den Herausgeber erbeten. Der Betrag dafür wird gutgeschrieben.

Aus Jugendtagen in Ziegelhütten. Der Schluß dieses Beitrages mit Bild kann infolge Platzmangel erst in der nächsten Folge (111. HB) veröffentlicht werden.

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