Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 110
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Dobrá pověst hornoslavkovské měšťanské školy – vzpomínky na Töppeles

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spät.

Nun zum eigentlichen Kern meines heutigen Beitrages. Meine Ausführungen vom guten Ruf der Schlaggenwalder Knabenbürgerschule sind zeitgebunden (betrifft die Schuljahre 1911 bis 1914). Ein Schlaggenwalder wäre meines Erachtens eher autorisiert, darüber zu berichten. Zunächst die Lehrpersonen mit den Hauptfächern: Bürgerschuldirektor Heinrich Reinitzer (Geometrie). Als Klassenlehrer aller 3 Klassen hatte ich Fachlehrer Rudolf Prosch (Rechtschreiben, Geographie, Geschichte und Turnen). Er war ein vorbildlicher Erzieher, streng und sehr gerecht, für das Wohl und Gedeihen seiner Schüler hätte der eigene Vater nicht besser sorgen können; er holte aus jedem Schüler das Beste heraus. Fachlehrer Anton Schmidt, ein sehr freundlicher Schulmann, durchschaute jede Mogelei und ließ es bei der Ermahnung, Strafen verhängte er höchst selten. Seine Fächer waren Naturgeschichte und Naturlehre. Fachlehrer Franz Stöbrich (Rechnen und Zeichnen), als Pädagoge höchst umstritten, betrat nie die Klasse ohne spanisches Rohr von 40 Zentimeter Länge. Falsche Aufgaben oder unrichtige Resultate waren für Stöbrich noch kein Grund zum Schlagen. Dafür aber Gedankenlosigkeiten, Unaufmerksamkeiten und Ablenkungen durch Geschwätz mit dem Nachbarn während seines Vortrages; dann war es passiert. Dies spielte sich dann so ab: „Lieber Freund sowieso, was waren meine letzten Worte?" Konnte der Aufgerufene dies nicht sofort sagen, dann ging er wie gewohnt gleich aufs Podium zu, zeigte einen seiner drei Mittelfinger und schon knallte es. Dabei war Stöbrich stets sehr freundlich, mit schmerzverzerrtem Gesicht ging der Betroffene wieder in seine Bank zurück. Schlimm wurde die Sache nur dann, wenn es einer zweimal wagte, die Hand zurückzuziehen, so daß der Hieb ins Leere ging. Jetzt war es aber auch mit der „Freundlichkeit" vorbei, es folgte ein Rundlauf um drei Schulwände. Die Wut und Schläge mit dem spanischen Rohr auf den Rücken und folgenden Unterteil und das Flattern der bis auf die Schultern hängenden Haare, waren für uns Schüler ein höchst spaßiger Anblick. Anschließend fiel dann in der Regel der weitere Unterricht aus. Nachher setzte sich Fachlehrer Stöbrich blaß und erhitzt zum Podiumstisch, führte erregende Selbstgespräche, wie „Horde" und „Rasselbande", zerlegte seine Taschenuhr in Einzelteile und beendete vorzeitig die Unterrichtsstunde. Gerade das war von übermütigen Buben gezielt und gelenkt. Diese Gaudi wiederholte sich alle 14 Tage. Selbst den Klassenbesten (in allen drei Klassen war es Rudolf Herzog) hatte es erwischt, wenn er gedankenverloren zum Fenster hinausschaute. Rückblickend kann ich heute nur sagen, es war die beste Methode. Die Schüler waren gezwungen, konzentriert zuzuhören, und wir lernten alle gutes Rechnen. Sämtliche Eltern wußten von dieser Erziehungsart, Beschwerden blieben jedoch aus.

Fachlehrer Otto Teuschel (Rechnen und Zeichnen) kam erst im Jahre 1912 nach Schlaggenwald, ab 1914/15 übernahm er die Direktorenstelle des gefallenen Hauptmannes d. R. Heinrich Reinitzer. Lehrer Hans Neidhart (Gesang) und für die beiden Freigegenstände ab 3. Klasse wären für Gabelsberger Stenographie Fachlehrer Prosch und für Violinunterricht Hauptlehrer Friedrich Sturm zu nennen. Die Stunden für diese beiden Fächer waren jeweils Mittwoch und Samstag ab 11 bis 13 Uhr gegen Bezahlung von 10 Kreuzern. Die ersten zwei Jahre habe ich bei der Familie Roßmeissl (Bräuhausgasse) zu Mittag für 12 Kreuzer gut und reichlich gegessen, das letzte Schuljahr im Gasthaus Dietrich für 15 Kreuzer.

An einem Sonntagmorgen im Jahre 1912 war ich unfreiwilliger Zeuge einer hitzigen Aussprache der gesamten Schlaggenwalder Lehrerschaft und der Schulleiter aus den umliegenden Dörfern. Ich schaute mir als Tarnung die Auslage des Kaufladens Müller (scharfes Eck) an; in unmittelbarer Nähe standen etwa 20 Lehrer, darunter auch Enderle aus Poschitzau, Porsch aus Gfell und Zhorzel aus Töppeles. Fachlehrer Prosch von der Bürgerschule hatte die Gesprächsleitung, es gab einiges zu loben, aber auch viel zu rügen, und die Dorflehrer hielten mit entsprechenden Antworten nicht zurück. Von der abgesprochenen Vereinbarung habe ich neben den Soll- und Istzahlen noch viele andere interessante Dinge gehört.

Die Zeugnisverteilung und Verabschiedung Ende Juni 1914 ist und bleibt für alle ein unvergeßliches Erlebnis. Klassenlehrer Prosch konnte seine vorgesehene

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