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eigenes Geschäft hatte, brachte es nach der Vertreibung wiederum zu einem schönen Betrieb. Der jüngere Sohn Robert war Schneidermeister und die Tochter Maria, verehelichte Jehmlich, ist eine treue Gfeller Seele und heimatverbundene Landsmännin. Leider war es Wenzl Palm nicht vergönnt, die schönen Erfolge seiner Kinder zu erleben. Besonders an seinem Enkelsohn hätte der gute Mann große Freude.
(Fortsetzung folgt)
Töppeleser Nachrichten
Der gute Ruf der Schlaggenwalder Bürgerschule. Es ist ein Gebot der Dankbarkeit gegenüber unseren Erziehern, wenn über die Schulzeit in der alten Heimat einiges in Erinnerung gebracht wird. Wir hatten in Töppeles eine zweiklassige Volksschule mit dem Schulleiter Josef Zhorzel, der in der Regel die I. Klasse (1. bis 3. Schuljahr) unterrichtete und nach einer 45jährigen Töppeleser Tätigkeit im Jahre 1925 pensioniert wurde. Der jeweils zweite jüngere Lehrer — bei mir war es Lehrer Heinrich Holzinger — betreute vom 4. Schuljahr bis zur Schulentlassung die II. Klasse. Kaplan Karl Lang aus Schlaggenwald hielt jeden Montag und Donnerstag von 9 bis 10 Uhr in der II. Klasse Religionsunterricht. Beide Erzieher waren sehr streng und gerecht. Die jährlichen Versetzungen vollzogen sich genau so wie bei einer achtklassigen Volksschule, nur rückten die zur Versetzung Geeigneten um eine Bankreihe höher und wurden „Aufsteiger" genannt. Die mit schlechten Noten blieben in der gleichen Bank sitzen und wurden als „Sitzengebliebene" bezeichnet. Jede Schulklasse hatte zwei Bankreihen: links vom Podium aus gesehen, saßen die Mädchen und rechts die Knaben (jede Bank mit vier Sitzen).
Erst bei der Versetzung nach dem 5. Schuljahr (im Alter von 11 Jahren) wurde die Eignung zum Besuch der Schlaggenwalder Bürgerschule entschieden. Niemand meines Geburtsjahrganges 1900, es waren 8 Buben und 6 Mädchen, blieb sitzen. Im Einvernehmen mit der Schlaggenwalder Bürgerschuldirektion konnten 3 bis 5 Schüler gemeldet werden. Voraussetzung hiefür waren die beiden ersten Fächer, und zwar Betragen und Fleiß mit der Note 1. Also ein reines Ausleseverfahren, das leider viele Eltern, teils aus begreiflichen, oft aus egoistischen Gründen, nicht zu nützen verstanden. Im Jahre 1911 waren dies die Schüler Wenzel Simon, Willi Dutz und der Schreiber dieser Zeilen, ferner Amalie Lugert und Auguste Heinrich. Nun hören wir uns die Gründe der Ablehnung an: Ziegeleiarbeiter Andreas Simon: „Für Wenzel kann ich keine feste Winterkleidung und kein gutes Schuhwerk kaufen, dazu fehlt es an Geld." — Landwirt Wilhelm Dutz: „Mein Willi wird als Kuhhirt und Helfer in der Landwirtschaft dringend gebraucht." — Gasthofbesitzer Josef Heinrich und Mühlenbesitzer Heinrich Lugert gaben die Antwort: „Für Mädchen lohnt sich die Bürgerschule nicht, dazu sind die Strapazen zu groß, wenn es Buben wären, dann ja."
In eigener Sache wäre zu sagen, daß ich vom 8. bis 11. Lebensjahr zeitig in der Früh und am späten Nachmittag jeden Tag zusammengekettet sechs Kühe hüten mußte. Dies war für mich eine schreckliche Qual und der Ärger mit den Biestern auf der belebten Kaiserstraße ist mir heute noch in unangenehmer Erinnerung. Alle Kühe hatten einen Namen, wie Nannl, Kathl, Rosl usw. Beim Lernen von Gedichten klotzten sie mich an, von Fressen keine Spur, ich mußte singen, ob ich wollte oder nicht. Kam ich mit schmalen Kuhbäuchen heim, gab es Verdruß mit den Eltern. Alle meine Altersgenossen hatten es wesentlich leichter, sie trieben das Vieh zum nahen Weideplatz, legten sich nieder und wachten zum Eintreiben ausgeruht wieder auf. Meine Eltern wollten mich nur dann vom Hüten befreien, wenn sich Oberlehrer Zhorzel mit meiner Eignung zur Bürgerschule persönlich meldet. Und der Schulleiter kam, dafür heute noch nachträglich meinen innigsten Dank. Kein Schüler im Alter von elf Jahren war damals von der Wichtigkeit der Bürgerschule zu überzeugen; erst bei Antritt der Lehre erkannte man die Vorteile, da war es aber schon zu
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