Von Künstlern und Jugendlichen aus Gfell
3 Richter Bitter 433
Hausmittel für die Familie
Robert Richter Hof / Saale
Neue Rübezahl-Geschichten
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Von Künstlern und Jugendlichen aus Gfell
Von Heinrich Hess, Gfell / Diendorf
In meinem heutigen Beitrag will ich den Lesern unseres Heimatbriefes eine Gfeller Familie vorstellen, die der Tonkunst fröhnt und deren Können weit über den Rahmen der üblichen Durchschnittsleistung hinausgeht. Die musischen Talente waren am Lande sehr dünn gesät. Um so erfreulicher ist es für uns Gfeller, daß auch auf diesem Sektor ein Ausgleich erzielt wurde. Soweit ich erfahren konnte, kamen die Bittner Buben mit ihren Instrumenten bis nach St. Gilgen und Salzburg, wo sie für ihr Spiel mit wahren Ovationen bedacht wurden, und dies in einem Land der Operetten, dessen Bürgern schon ein objektives Urteil über Musik zugetraut werden darf.
Kein Wunder also, wenn Freund Oskar vom musikalischen Können seiner drei Söhne mit berechtigtem Vaterstolz spricht, der jedoch weitab von jeder Protzerei liegt. Ich selbst war skeptisch, als ich zum ersten Mal davon erfuhr. Denn seit die Saxophon-Mißgeburt in der Tonkunst mitspielt, finde ich in der Musik so manches Suppenhaar und in der „modernen Musik" ganze Zöpfe davon. Anläßlich eines Besuches bei Freund Oskar wurde ich jedoch eines besseren belehrt. Ich erwartete nämlich eine mittelmäßige Hausmusik mit neumodischem Akzent. Als die Bittner Buben zu ihren Instrumenten griffen, lehnte ich mich in den Sessel und harrte der Dinge, die da kommen sollten. Was kam, waren zu meiner freudigen Überraschung heimatliche Weisen aus längst vergangener Zeit, ein richtiger Ohrenschmaus. Was ich hörte, war ein richtiges Schrammelkonzert, das jede Profis in den Schatten stellte. Sogar die Hausmutter Klara — von ihrem Anhang liebevoll mit „Dickerchen" angesprochen — scheint von der Tonkunst angesteckt zu sein, da sie mit großer Bravour den Taktstock führt.
Die Schöberls sind vom Großvater her mit Musik erblich belastet und in meinen heimatlichen Visionen spielt oft Freund Oskars musikalischer Werdegang eine Rolle. Allerdings steckte sein Talent damals noch in den Kinderschuhen. Wir standen zu jener Zeit im Pubertätsalter und hatten den Kopf voll Illusionen; waren heute in diese, morgen in jene verliebt, und wußten mit dieser Liebe nichts anzufangen. Es war schon von jeher ein revolutionäres Pflaster, auf dem die Jugend im Entwicklungsalter wandelte. Wir tranken Bier statt Limonade, rauchten Zora und schabten den Flaum vom Kinn, doch kein Mensch nahm uns für erwachsen. Am allerwenigsten die Mädel unseres Alters. Auch sie hatten ihre Sorgen mit den Rundungen der Weiblichkeit, deren Proportionen sie durch Behandlung mit Salben und Mixturen zu fördern suchten. Man höre und staune: das beste Mittelchen für diese Zwecke soll der Hühnermist sein! Die Gfeller „Moidla" haben es
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