S' Schwommasouch'n is(t) mei Freid
Voriges Jahr während der Pilzzeit rief mir eine Handelsfrau zu: „Kaufen's keine Schwammerln?" Ich aber ging ruhig weiter, da ich bis heute noch nie Schwämme gekauft habe, sondern sie immer selbst aus dem Wald holte. Als ich noch ein Schulbub war, schickte mich mein Vater bereits nach Pilzen. So wurde ich schon bald ein richtiger „Schwommasoucha" und lernte dabei den Wald gut kennen.
Meine Plätze in den heimatlichen Waldrevieren, wo ich die Schwämme gern suchte, sind mir heute noch in guter Erinnerung. So die Kiefernspitze mit kleiner und großer Rat, am Schippl, auf der Harfen, im Graim bis hinauf zum Krudum. Obwohl ich die meisten eßbaren Pilze kannte, suchte und nahm ich nur Steinpilze, Birkenpilze und Eierschwämme (Pfifferlinge). Gerne ging ich mit einem Schulkollegen, aber nie mit mehreren. Ein Taschenmesser zum Abschneiden der Pilze hatte ich schon als Schulbub stets bei mir.
Sehr gut kann ich mich noch daran erinnern, wie mir beim Pilzsuchen öfters die alte Frau Küttner begegnet ist. Sie kaufte mir immer schon im Wald meine Schwämme ab, damit sie daheim zeigen konnte, wieviel Pilze sie gefunden hatte. Ich fand nachher noch genug Schwämme, so daß ich neben dem Geld auch noch Pilze mit nach Hause brachte. Im allgemeinen gingen wir anderen Schwämmesuchern aus dem Weg. Nur wenn wir den alten Heinz Flickschneider (Bauchwäihschneider) trafen, blieben wir in seiner Nähe und ärgerten ihn so lange mit dem Spottnamen „mei Bauch", bis er aus dem Revier verschwand.
Das Schwämmesuchen war für mich und viele andere ein Sport oder — wie man heute sagt — ein Hobby. Ein Teil meiner Urlaubszeit blieb daher stets dem Schwämmesuchen vorbehalten, das zugleich eine Entspannung und Erholung in frischer Luft war. Auch hier in der neuen Heimat ist im Sommer das Schwämmesuchen mein Vergnügen. Alljährlich hole ich mir für den Winter meine Schwammerln aus dem Wald, sofern es welche gibt. „Denn schöi(n) ist's im Winter, san Schwammerln im Haus, da macht ma(n) a Supperl oder a Schwommasoß draus."
A. H.
SCHWÄMMEZEIT
Bald kommt nun wiederum die Zeit
Zum Schwämme suchen geh'n.
So schlendern hin durch Wald und Heid'
Ist angenehm und schön.
Den alten Spruch wohl jeder kennt:
Wer Schwämme hamstern will
Muß lügen, bis die Zunge brennt,
Dann findet er auch viel.
Ich hab' in meinem Leben nie
Auf diesen Spruch getippt.
Man findet reichlich Schwämme nur,
Wenn es sehr viele gibt.
Bei trocknem Wetter geht auch leer
Nachhaus der Lügenwicht.
Warm-Feuchtsein zaubert Schwämme her.
Das Lügen aber nicht.
Schloßbauer
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