Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 94
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Když jsem chodil do školy v Horním Slavkově

Als ich in Schlaggenwald zur Schule ging

Von Adam Kastl, Klösterle — Feldafing

Das ist freilich schon fast 70 Jahre her, als ich in Schlaggenwald die Schulbank drückte. Ich wurde zwar in Klösterle geboren, aber meine Eltern stammten von Schlaggenwald und blieben auch später, als sie in Klösterle ansässig wurden, mit der alten Bergstadt verbunden. Da es damals in Klösterle noch keine Bürgerschule gab, traten mein Onkel und meine Tante Haschke in Schlaggenwald an meinen Vater heran, mich doch in die Schlaggenwalder Bürgerschule zu schicken. Meine Eltern sagten zu und so kam ich 1894 nach Schlaggenwald.

Etwas bekannt war mir die alte Bergstadt schon, da wir uns immer, wenn mein Vater beim Infanterie-Regiment 73 seine Waffenübung als Korporal ableistete, in Schlaggenwald bei der Reif-Großmutter auf der Oberen Gasse (Haus Nr. 422) aufhielten. Der Hausname war „da Rathäuser", weil Großvater Reif, bevor er das Haus auf der Oberen Gasse kaufte, im Rathaus die Gastwirtschaft mit Fleischerei betrieb. Für uns Kinder war es immer ein Erlebnis, wenn die Großmutter während der Dämmerstunde allerhand Schlaggenwalder Geschichten erzählte, so vom Hadweibl und dem Krudumzemperer, vom Galgenberg, den Bergleuten und den Zwergen und anderes mehr. Wir saßen da und horchten, damit uns ja nichts entging.

So wußte ich also schon etwas über Schlaggenwald, als ich 1894 zu meiner Tante Haschke kam, der das Pflughaus unter dem Kaufladen Keylwert gehörte. Es war ein schmales, zweistöckiges Haus, dessen Haustor gewölbt war und eine steinere Einfassung mit Verzierungen aufwies. Hinten im gepflasterten Hof floß in einem Graben der Leßnitzbach vorbei, der seinen Lauf unter dem Kassecker-Gasthaus bis zur Johannesbrücke unterirdisch fortsetzte, wo sich sein Wasser in den Flutbach ergoß. Das Haus meiner Tante hatte zwei tiefe Keller mit einer Quelle. Die Stufen waren immer feucht und in dem zweiten Keller hockte eine Kröte, die mich jedesmal anglotzte, wenn ich meiner Tante Kartoffel oder sonst etwas aus dem Keller holen mußte. Ich war daher stets schneller oben als unten, denn in diesen beiden Kellern konnte man das Gruseln lernen.

Was nun meinen Schlaggenwalder Schulbesuch betrifft, so denke ich heute noch mit Dankbarkeit an die damaligen Lehrer zurück, die sich die Wissensvermittlung an die Schüler und die Erziehung derselben sehr angelegen sein ließen, wie der gute Direktor Kraus, dann der Fachlehrer Hahn (der später ebenfalls Direktor wurde) und alle die anderen Lehrkräfte. Die Schlaggenwalder Bürgerschule genoß auch weithin einen guten Ruf. Lehrer Hahn war im Unterrichten ein Genie.

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