In Schlaggenwald vor 50 Jahren
Ein Lebensbild unserer Heimatstadt vom Jahre 1913. Nach Meldungen in der „Elbogener Zeitung", zusammengestellt von Ing. Ernst Horner.
1. Fortsetzung
In einer Voranzeige vom 20. Feber 1913 kündigt das hiesige Damenkaffeekränzchen einen Theaterabend an, der am 2. März 1913 im Hotel „Zum roten Ochsen" stattfindet und ein reichhaltiges Programm aufweist. Der Erlös fließt dem Deutschen Schulverein zu. — Am 14. Feber 1913 fand man im sogenannten Seifenteich die Leiche der Josefa Stöcker. Die genannte Stöcker war 60 Jahre alt und seit dem 16. Jänner abgängig. — In einer weiteren Voranzeige wird für Sonntag, 16. März 1913, nachmittags drei Uhr in der hiesigen Dekanalkirche ein Kirchenkonzert angekündigt, das vom Deutschen Männergesangverein, dem Damenchor und den Kirchenmusikern unter der Leitung des Herrn Chormeisters Friedrich Sturm veranstaltet wird. Zum Vortrag kommen Werke von Schubert, Mendelsohn-Bartholdy, Geyer, Krüttner u. a. Es wirken mit 45 Sänger, 35 Sängerinnen und 20 Musiker. Liedertexte sind an den Kirchentüren zu haben. Es werden auch Spenden entgegengenommen, die der Errichtung einer neuen Kirchenturmuhr dienen.
Am 16. März 1913 fand die Tagung des landwirtschaftlichen Bezirksverbandes Elbogen II zu Schlaggenwald statt. — Am 27. März 1913 verschied hier nach langem Leiden der Altbürgermeister Friedrich Schmied, Privatier, Ehrenhauptmann der Feuerwehr usw., im 76. Lebensjahr. Das Begräbnis fand am 29. März nachmittags vier Uhr statt. — Das heurige Schuljahr der gewerblichen Fortbildungsschule schloß am 15. April 1913 mit einer Ausstellung von Schülerarbeiten.
Mittwoch, den 16. April 1913, war eine seltene Himmelserscheinung zu sehen. Gegen halb zehn Uhr abends erstrahlte plötzlich der Himmel in ungewohnter Helligkeit. Man sah einen gewaltigen Meteor in ostwestlicher Richtung durch den Weltenraum sausen. Er verschwand plötzlich in der Richtung gegen den Krudum und man hörte dabei einen donnerartigen Knall, der noch von einem länger andauernden Geräusch begleitet war. Diese Erscheinung wurde von vielen beobachtet und insbesondere der Knall und das nachfolgende Geräusch lebhaft besprochen.
Im Mai 1913 meldet Josef Bauer, Schlaggenwald Nr. 205, sein Müllergewerbe, Johann Teska, Schlaggenwald Nr. 530, sein Seilergewerbe, Anna Hanika, Schlaggenwald Nr. 409, ihr Damenschneidergewerbe, und Richard Hoffmann, Schlaggenwald Nr. 36, sein Schneidergewerbe an.
(Fortsetzung folgt)
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