In memoriam Rudolf Lodgman von Auen
Kurz vor Vollendung seines 85. Lebensjahres ist der Altsprecher der Sudetendeutschen Landsmannschaft, Dr. Rudolf Lodgman von Auen, am 11. Dezember 1962 im Rotkreuzkrankenhaus in München an Altersschwäche verstorben. Mit ihm ist jener Politiker altösterreichischer Prägung und Vorkämpfer des Selbstbestimmungsrechtes dahingegangen, der dazu ausersehen war, die Sudetendeutschen nach der Vertreibung wieder als Volksgruppe zu sammeln und ihrem Dasein Richtung und Sinn zu geben. Er wird uns immer Vorbild bleiben. M.
WINTERLAND
Weißes Land,
eisgebannt,
liegst Du unter Träumen.
Silbern weich,
schattengleich,
schläfst Du mit den Deinen.
Sternkristall,
fern im All,
leuchtest du dort oben.
Über'm Wald,
goldenkalt,
in der Nacht verwoben.
Eisestau,
weiß und rauh,
hältst du uns umfangen.
Wiesengrün,
Sonnenglühn,
sind nur unser Verlangen.
Poet
věta pokračuje na dalším listu ⟶
⟵ věta pokračuje z předchozího listu
obr] Das obige Bild der ersten Klasse der Mädchen-Bürgerschule in Schlaggenwald zeigt von links nach rechts, hintere Reihe oben: Ertl Rosa, Starkbaum Martha (Schönfeld), Püchner Anna, Prößl Emma, Lochschmidt Erna (Leßnitz), Mildner Poldi, Rippl Anna (Gfell). Mitte: Mürling Anna (†), Floth Marie, Bächer Resi, Erler Ella, Veit Annl, Stark Fanny. Unten: Siart Hanni, Mosch Marie, Salomon Marie, Schröck Hilde, Schätzko Emilie. Lehrkräfte: links Fräulein Erna Müller, rechts Fräulein Hedwig Schindler.
Nun war es doch so, daß wir statt unserer verehrten Lehrerinnen männliche Lehrkräfte bekamen. Es waren dies u. a. Herr Direktor Prosch (damals noch Fachlehrer), Herr Fachlehrer Gerstner, Herr Hubana (aus Schönfeld) und nicht zu vergessen, Herr Direktor Fischer. Alle diese Herren sind schon verstorben. Sicher werden sich auch meine Mitschülerinnen und Mitschüler noch an die Unterrichtsstunden mit Letztgenanntem erinnern. Er machte immer seine „Unmerkungen". Er sprach ein Deutsch mit etwas nordböhmischem Akzent, stammte er doch meines Wissens aus Gablonz. Er hatte immer ein großes Notizbuch dabei und entwickelte ein eigenes Punktsystem. Wenn einmal ein Schüler nicht aufgepaßt oder sonst irgendwie im Unterricht auffiel, schwätzte usw., bekam er einen Punkt, eben eine „Unmerkung". Bewährte er sich in den nächsten Minuten durch Teilnahme am Unterricht, wurde dieser Punkt wieder gestrichen. So ging das den ganzen Unterricht durch. Wir wunderten uns manchmal, wie er sich in diesem Punktsystem selbst noch auskannte. Wenn wir gelegentlich in das besagte Notizbuch einen Blick tun konnten, etwa im Vorbeigehen, wimmelte es nur so von Punkten und Strichen.
Wir hatten damals auch einen ganz anderen Respekt vor unseren Lehrkräften als heute. Besonders vor unserem verehrten Herr Direktor Prosch hatten wir immer große Angst. Mit ihm war auch nicht zu spassen. Wenn wir z. B. zur Kirchweih abends nach acht Uhr noch einmal am Marktplatz waren und er wurde irgendwo gesichtet, flitzten wir ins Gendarmerie- oder Beckgassl und auf schnellstem Wege nach Hause.
Nach der fünften Volksschulklasse, also bei Eintritt in die Bürgerschule, kamen auch einige Schülerinnen aus den umliegenden Ortschaften zu uns. Wir tauschten dann in den Pausen immer unsere Frühstücksbrote aus. Denn wir waren froh, mal ein gutes Stück selbstgebackenes Bauernbrot mit dicker frischer Butter drauf zu essen, während die anderen wieder lieber unser helles Brot bevorzugten. Ich erinnere mich noch gut an unsere Schulentlassungsfeierstunde. Herr Fachlehrer Gerstner fragte uns alle bei Austeilung der Zeugnisse, was wir einmal werden möchten. Da antwortete eine Schülerin, die daheim einen großen Bauernhof hatten, sie bliebe daheim und helfe der Mutter in der Landwirtschaft. Da antwortete Herr Gerstner: „Das ist ein sicherer Tod". Die betreffende Mitschülerin verstand diesen Ausspruch falsch und begann zu weinen, weil sie wahrscheinlich ans Sterben dachte. —
Leider ist ein Teil meiner Schulkameraden schon tot, bzw. gefallen. Ich grüße alle meine Mitschülerinnen und -schüler auf diesem Wege recht herzlich!
Rozdělení textu na listy je odhad — text může o odstavec přetéct na sousední list. Původní znění vlevo je vždy přesné.
Klikni na větu a ukáže se, kde na skenu stojí. Zvýrazňují se celé řádky, ne přesná slova — místo je tedy přibližné.
