Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 88
/ 32
česky německy obojí klasické zobrazení →
Sken listu 6
Domov s novou tváří – zamyšlení k 17. výročí vyhnání

⟵ věta pokračuje z předchozího listu

all ihren Stärken und Schwächen. Die Stadt zählt heute schon gegen 10 000 Einwohner. Ihr pompöses „Kulturhaus", in den fünfziger Jahren hauptsächlich von sudetendeutschen Retributionsgefangenen errichtet, stellt einen Demonstrativbau für den zur Zeit bevorzugten Stand der Uranarbeiter dar. In Neu-Schlaggenwald verhält es sich ähnlich. Es vergeht kein 1. Mai oder „Tag der Bergarbeiter", an dem nicht ein oder gar zwei Prager Minister in Schlackenwerth oder Schlaggenwald eine Rede halten. Nach dem überhitzten Uranab- und -raubbau denkt man nun an eine Industrialisierung dieser beiden Bergbaustädte, wobei dem Maschinenbau der Vorzug gegeben wird.

Seitdem das Erzgebirge und der Kaiserwald nicht mehr militärische Sperrgebiete sind, lebt auch der schon früher beliebte Wintersport in diesem von der Natur wie geschaffenen Wintersportparadies wieder auf. Auch das trägt bei, dem allgemeinen Verfall zu steuern und zwingt manches zu investieren. Daß man drüben mit Karlsbad Großes vor hat, zeigen verschiedene verwirklichte bzw. geplante Projekte. Im Gesetz über die tschechoslowakischen Bäder hat man dem Kurviertel von Karlsbad ein besonderes Statut als Kurstadt verliehen. Ein Eishockey-Stadion neben der Markthalle wurde schon vor Jahren errichtet. Für die neu zu errichtende Sprudelkolonade wurden gerade die Preise für die eingereichten Entwürfe verliehen. Hierher gehören auch die Filmfestspiele. Mehr und mehr zeigt es sich, daß sich die vertriebenen Karlsbader etwas entgehen ließen, nämlich es den Gablonzern gleichzutun und irgendwo, in Deutschland oder Österreich, etwas Neugablonz Gleichwertiges auf die Beine zu stellen. Die überall heute in der Bundesrepublik bekannten „Karlsbader Oblaten" oder die „Törtchen nach Karlsbader Art" sind ein recht magerer Ersatz für das ungeheure Renomee und die großartigen Leistungen von Karlsbad als Kurstadt. Das Versäumnis wird sich erst noch auswirken.

Wenn man sich auch drüben die größte Mühe gibt, unsere alte Heimat ihres deutschen Charakters zu entkleiden, so wird sie doch unser bleiben, so lange, wie es kürzlich MdB Jaksch ausdrückte, wir den geschichtlichen Willen haben, sie als unsere Heimat zu betrachten und bei der künftigen Verwirklichung des Selbstbestimmungsrechtes dorthin zurückzukehren.

Toni Herget

věta pokračuje na dalším listu ⟶

Proč?

Warum?
Ja, warum hast Du, lieber Landsmann und liebe Landsmännin, noch keinen Heimatbrief-Bezieher gewonnen?

list 6 z 32
Rozdělení textu na listy je odhad — text může o odstavec přetéct na sousední list. Původní znění vlevo je vždy přesné.
Klikni na větu a ukáže se, kde na skenu stojí. Zvýrazňují se celé řádky, ne přesná slova — místo je tedy přibližné.