Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 88
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Domov s novou tváří – zamyšlení k 17. výročí vyhnání

Heimat mit neuem Gesicht
Eine kleine Betrachtung zur 17. Wiederkehr der Vertreibung

Bei vielen von uns, die 1945/46 blutenden Herzens und voller Verzweiflung die Heimat verlassen mußten, hat sich ihr unverändertes Bild in die Erinnerung eingegraben. Nach 17 Jahren entspricht es aber bei weitem nicht mehr der Wirklichkeit. Zwar stehen noch dieselben Berge und die Wasser nehmen den gleichen Lauf, doch das einst von Menschenhand Geschaffene hat sein Gesicht gewandelt.

Nun hat gerade die Karlsbader Landschaft nicht jene Veränderung erfahren, wie sie andere Gebiete auf vielen Sektoren unterworfen waren, doch hat sich auch hier im Laufe einer halben Generation manches gewandelt. Gerade an den Randgebieten dieser Landschaft sind die Veränderungen am meisten festzustellen. Wo einst blühende Fluren und freundliche Dörfer dem Wanderer das Herz erfreuten, liegen heute Truppenübungsplätze (Duppau, Kaiserwald). Anderswo mußten wiederum ganze Orte dem Kohlen- und Erzbergbau weichen (Neusattl, Haberspirk). In weiteren Gegenden wiederum meinen die neuen Herren den entvölkerten Landstrich durch Anlagen von Teichen oder gar Talsperren für sich nutzbar machen zu können (Glassnitz bei Eger). Südlich von Karlsbad, wo die Verkehrslage nicht die günstigste ist, versteppt das Land. Woher die Kurstadt einst einen Großteil ihrer Qualitätskartoffeln bezog (Trossau, Leimgruben), verfallen die Häuser, aus Äckern wurden Weiden und man preist diesen Niedergang noch als Fortschritt an. Der Raubbau am Boden verminderte seinen Ertrag, die vorgeschriebenen Produktionsnormen konnten nie erreicht werden und die allerorts neu gegründeten Landwirtschaftlichen Produktions-Genossenschaften aller Grade (drüben JZD genannt) sind meist nur eine erzwungene Ersatzlösung, um das Land nicht noch mehr verwahrlosen zu lassen. Die JZD von Lichtenstadt und Donawitz sind dabei rühmenswerte Ausnahmen. Daß die Füchse zu einer Landplage wurden und Wildschweine (wo bisher keine lebten) in großen Herden auftreten, kennzeichnet vielleicht am besten den Wandel und Zustand unserer Heimat nach 1945.

Alle Anstrengungen der Tschechen, in großangelegten Besiedlungsaktionen das Land biologisch für sich zu gewinnen, zeigten nur halbe Erfolge. All die vielen, meist unfreiwilligen Neusiedlerwellen, die sich über das gesamte Sudetenland (heute nur noch Pohranicni uzemi = Grenzgebiet genannt) ergossen, sind meist gescheitert. In unserer engeren Heimat gelang nennenswerte Besiedlung nur dort, wo besonders günstige Bedingungen (z. B. ein Haus für Kc 5000, günstige Bahnverbindung usw.) oder besonders verlockende Versprechungen den Geköderten, meist Rentnern, gemacht wurden, wie es bei Töppeles und Engelhaus der Fall ist.

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