Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 85
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Dětské hry v ulicích starého Horního Slavkova

Heimatliche Kinderspiele im Freien

Von Rudi Marterer

Wenn die Frühlingszeit kam, wurde es in Schlaggenwald überall in den Gassen und auf den Plätzen lebendig. Buben und Mädchen begannen mit ihren Spielen im Freien. Ich will hier nicht auf die allgemein bekannten Kinderspiele eingehen, wie „Räuber und Gendarm", „Indianer und Mongol", „s'Brückl ist zerbrochen" usw., sondern nur jene Spiele in Erinnerung bringen, die für Schlaggenwald typisch waren.

In welchem Ort hätte man zum „Uaradeln" ein so ideales Kopfsteinpflaster gefunden, als in unserer alten Bergstadt. Beim Uaradeln handelte es sich um ein Spiel mit den bekannten kleinen Kugeln, das vorwiegend eine Domäne der Buben war. Jeder Mitspieler hatte eine größere Kugel (den sogenannten „Paß"), die von einem erhöhten Pflasterstein zum Abrollen gebracht wurde. Die Laufwege der Kugeln waren die schmalen Rinnen zwischen den Steinen auf etwas geneigtem Boden. Wenn eine rollende Kugel eine stehende Kugel traf, mußte als Pfand eine Kugel abgegeben werden. Wohl der schönste Platz zum Uaradeln war beim Rathaus vor der „Broutbänk". Dort in diesem sonnigen Winkel war es schon im März schön warm und — was die Hauptsache war — es gab dort ein ideales Pflaster zum Uaradeln.

Das Broutbänkplatzl war im Frühling der wichtigste Treffpunkt für die Schlaggenwalder Buben. Dort rollten die kleinen Kugeln, wobei mancher Junge an einem Nachmittag sein Säckchen voll Kugeln verspielte. „Den hobm ma ausgsackelt", sagten dann die Gewinner. Oft kam es dabei zu Raufereien. Dann ging oben beim Siart-Polizei das „Gutzerl" auf und der Herr oder die Frau Siart schimpften auf „döi Sauranzn" runter. O selige Kinderzeit, wie schön war es doch im Frühling „vua da Broutbänk".

Die Mädchen dagegen hatten den „Bunnabeitl" umhängen und standen um das „Tschegerlöchl" herum. Das „Tschegern" war ein Spiel mit Bohnen, die mit der Hand in eine kleine Vertiefung im Boden geschubst werden mußten. Die Buben tschegerten nicht, sondern sie „titschten" mit Kugeln. Schön waren auch die Fangspiele für Buben und Mädchen, wie „Nouchlaffalas", dann „Buatwechselas", das ein Fangspiel von einem Baum zum anderen war. Hinzu kam dann noch das Versteckspiel (Vasteckelas); dazu waren die vielen Gäßchen und Winkel in Schlaggenwald besonders gut geeignet.

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