Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 84
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Sál U Červeného vola

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mußte.

Schlaggenwald hielt sich streng an alte Überlieferung und begann seine Ballsaison und das Karnevaltreiben erst ab 2. Feber (Lichtmeß). Den Reigen eröffnete der Musikerball, ihm folgte gewöhnlich der Ball des Jugendbundes, und den Abschluß bildete der beliebte Turnerball. In einem Jahr erlebte ich auch einen Ball der Beamtenschaft der Porzellanfabrik, bei dem der Saal besonders festlich geschmückt war. An einem „tollen Donnerstag" in den zwanziger Jahren fand auch im großen Saal ein gut besuchter Maskenrummel mit Tanz statt. Die Musikkapelle wurde damals von Herrn Alois Kern flott dirigiert.

Wenn ich an die Tanzunterhaltungen im Ochsensaal denke, dann fallen mir immer wieder die Zuschauer auf der Galerie ein, von denen manche oft unentwegt bis zum Morgengrauen und letzten Bogenstrich aushielten. Wenn auch nach dem ersten Weltkrieg die modernen Tänze bereits Eingang fanden, hielt man daneben — besonders auf Bällen — an Walzer, Rheinländer, Polonaise und Quadrille fest. Bei letzterer waren die Herren Völkl Hermann und Kastl Rudolf gute Ansager. Die gehobene Stimmung im Saal erlitt nur in der Mitternachtspause eine Einbuße, da ein Großteil der Gäste in dieser Zeit andere Lokale oder das Heim aufsuchte. Es dauerte dann meist eine ganze Weile, bis nachher wieder Leben in die Bude kam.

Da der Turnverein, wie schon erwähnt, später den Ochsensaal für seine Übungsstunden benutzte, wobei wir im Winter manchmal froren, trat er auch mit Bühnenschauturnen an die Öffentlichkeit. Dazu kamen dann noch Schüleraufführungen, die großes Interesse fanden. Alles in allem: Der Ochsensaal hat in den Jahren seines Bestehens viel vergnügte Menschen gesehen und beherbergt. Und heute? Wie es jetzt darin aussieht und ob er noch ähnlichen Zwecken dient, weiß ich nicht.

Horní slavkovský cín v Amberku (Horní Falc)

Schlaggenwalder Zinn in Amberg (Oberpfalz)

Von Franz Heidler — 2. Teil und Schluß

Bis 1549 wurden jährlich etwa 400 Zentner Schlaggenwalder Zinn, das meiste durch Hans Ölpogner, bezogen. König Ferdinand ordnete in diesem Jahr an, daß nunmehr alles Zinn an die königliche Kammer zu liefern ist, eine beachtenswerte merkantilistische Maßnahme. Die Oberpfälzer Regierung in Amberg mußte nun an die königlich-böhmische Kammer das Ansuchen richten, jährlich 400 bis 450 Zentner Schlaggenwalder Zinn den Amberger Zinnpfannen zu liefern.

Abgesehen von den Jahren der Truppendurchzüge durch die Oberpfalz nach Böhmen, die namentlich nach der Schlacht auf dem weißen Berg bei Prag zu großen Heimsuchungen wurden, erzielte die Amberger Zinnblechhandelsgesellschaft, die von 1534—1631 bestand, reiche Gewinne. Es war schon eine richtige Aktiengesellschaft; jeder Teil-

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