Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 132 (květen 1973)
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Slovo redaktora před setkáním v Goldbachu a svatodušními slavnostmi

Für die Zuschriften, die alle ihre Zufriedenheit über die jetzige Aufmachung des HB ausdrücken, möchte ich mich bedanken. Besonders möchte ich einem Landsmann danken, der allerdings nicht genannt werden möchte, der mir die schönen Aufnahmen zur Veröffentlichung und so manchen schönen Beitrag überlassen hat. Auch das heutige Titelbild — der Marienaltar in der St. Georgs-Kirche sind von ihm — wird so vielen noch in Erinnerung sein. War er doch immer in der Maienzeit prächtig geschmückt und hatte alle Besucher der Maiandacht besonders erfreut. Außerdem ist es ein Kunstwerk. Aber der dort nun herrschende Zeitgeist dürfte dafür keine Beachtung mehr erübrigen und so wird auch der Altar bald nicht mehr vorzufinden sein.

Es ist erstaunlich, daß wir 27 Jahre nach der Vertreibung aus unserer Heimat diese fast in jeder Einzelheit noch in Erinnerung behalten haben. Immer noch werden liebe alte Fleckchen im Bild gezeigt oder lebendig beschrieben. Es ist bestimmt unangenehm für diejenigen, die der Meinung waren, mit der Austreibung des Stammvolkes aus diesem Land, sich ein Rumesblatt in der Geschichte geschaffen zu haben und sind böse auf uns, wenn wir noch immer an die begangenen Schandtaten und die Ungerechtigkeit erinnern. Auch unsere Treffen sind für viele Politiker in der Bundesrepublik unwillkommen, weil sie angeblich nicht in das Konzept der Friedensbemühungen passen. Nun wollen wir abwarten, wie die Frage des Münchner Abkommens von den beiden Staaten gelöst wird. Nachteile sollen für die Vertreibung der Menschen nicht entstehen. Statt einer Entschädigung im Geiste der Gerechtigkeit will man nur etwas für ungültig erklärt haben, das damals von vier großen Nationen, nach sorgfältigster Prüfung des Rechtes, erkannt worden war. Geschichtlich hat dieses Land immer den dort lebenden deutschen Menschen gehört. Solange sich die beiden Völker in nachbarlicher Verträglichkeit befruchteten, gab es für sie blühenden Wohlstand. Wie sieht es heute dort aus? Nun, viele Landsleute haben es erleben dürfen, die endlich, nach jahrelangem Zurückhalten als Spätaussiedler hierher kamen und andere, die die CSSR bereist haben.

Wie reich unser Städtchen einst gewesen ist, bezeugen die vielen kunstvoll in Stein gehauenen Statuen wie der hl. Nepomuk auf der Reinholdbrücke und am Malzmühldamm. Der hl. Florian, die Brunnenfiguren am Marktplatz, die Pestsäule u. v. a., die mir nicht im Gedächtnis sind. Auch die Lateinschule von Schlaggenwald war im damaligen deutschen Lande weithin bekannt, und mancher großer Prediger hat im Ort gewirkt.

Selbst Goethe hat bei seinen Aufenthalten in Karlsbad es nie versäumt unser Städtchen zu besuchen. Die am Rathaus angebrachte Gedenktafel erinnerte daran. Ihm hatte es das schwarze Gestein angetan, das man in unserer Gegend schürfte. In seiner Steinsammlung befindet sich so manches Stück aus Schlaggenwald. Wo gab es eine Stadt, die zwei Volks- und Bürgerschulen aufzuweisen hatte, eine für Mädchen und eine für die Knaben. Die damaligen Staatsformen dürften die Bildungsstätten nicht so gefördert haben, wie es heute bei uns geschieht. Aber unsere Pädagogen haben noch mit Idealen gelehrt, und mit Begeisterung gingen wir mit. Sie kannten jede Familie und die Buben oder Mädchen, die zu unterrichten waren. Über deutsches Wesen und die Volksstämme haben sie mehr gelehrt als anderen Ortes. Denn man konnte immer wieder feststellen, daß die Binnendeutschen von ihren Stammesbrüdern in der übrigen Welt nur sehr wenig wissen und gewußt haben. Nur im Lebensstandard war ein Unterschied, der war bei uns bescheidener, und damit war man auch zufrieden. Was die Kultur anbelangt, nun da machten wir unsere Erfahrung. Wir wurden in Gebiete geschleußt, die man leicht mit Gegenden in Sibirien vergleichen konnte. Die uns zugewiesenen Behausungen glichen eher mittelalterlichen Einrichtungen. Natürlich ist hier nur die Rede vom Lande. Die Städte waren ja damals meist zerstört. Trotzdem hätte vielmehr für die Entwicklung des Hinterlandes getan werden sollen.

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