Schlaggenwälder Heimatbrief — prosinec 2012 / leden 2013
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Milí krajané!

## Liebe Landsleute!
Unser Heimatbrief, der Elbogener, liegt vor mir. Es ist die letzte Folge dieses Jahres und sie erscheint im Herbst. Ich durfte wieder daran mitwirken, lese gerne darin, wie jedes Mal, von vorne bis hinten, vor allem, was andere Heimatfreunde Interessantes zu berichten wissen.
Oft handelt es sich um Treffen der Landsleute hüben wie drüben, um Berichte über die Vertreibung – ein Thema, das uns bis an das Ende unserer Tage beschäftigt, um Informationen zur Politik und anderes mehr.
Dieses Mal bleibe ich bei den Geburtstagslisten der ehemaligen Heimatgemeinden hängen – und werde nachdenklich. Umfassen die Namen nur die Bezieher des „Heimatboten" oder alle noch lebenden Landsleute? Wie weit sind diejenigen aus der sog. Erlebnisgeneration noch vertreten? Bedeutsame Fragen. Denn wir, die wir die alte Heimat und das schreckliche Geschehen der Vertreibung noch bewußt erlebt haben, sind inzwischen alt geworden. Die Zahl der über Achtzigjährigen erscheint über die Maßen groß. Es führt leider kein Weg an der Erkenntnis vorbei, daß sich die meisten von uns – ich mich auch – auf dem letzten Abschnitt ihres irdischen Daseins befinden. Mein inzwischen verstorbener Freund seit der Jugendzeit meinte vor einigen Jahren einmal treffend, daß wir gerade dabei wären, „in die Zielgerade" unseres Lebensweges auf Erden einzubiegen, wobei niemand wisse, wie lange sie sei.
Die Gesetze der Natur schaffen die Vorgaben, denen alle Lebewesen auf unserem Planeten unterworfen sind: Das Licht dieser Welt erblicken – Wachsen und Gedeihen – Reifen und Früchte tragen – Welken und Vergehen.
Bei der Arbeit am Heimatbrief kommt man nicht umhin, durch An- und Rückfragen bei Landsleuten Sachverhalte zu klären. Bei solchen Recherchen erkundigt man sich natürlich nach dem persönlichen Befinden.
Die Liste der Beschwerden ist lang: Krankheiten, Schwinden der körperlichen und geistigen Fähigkeiten (Gedächtnis!), Gebrechlichkeit, Schmerzen. Die Landsleute klagen über Einsamkeit, von Gott und der Welt verlassen zu sein, über den Verlust von Angehörigen, Verwandten und Freunden.
Die Resignation ist überall zu spüren. Nur selten kommt Freude auf, ist von Beglückendem, von vergangenen guten Tagen die Rede. Es fällt schwer, bei so viel Kummer immer selber die Fassung zu bewahren. Dann nehme ich mir am Telefon die Zeit zum Zuhören, versuche einfühlend tröstende Worte zu finden, den Verzagten Mut zuzusprechen und ein wenig Zuversicht zu vermitteln, wobei mir unsere heimatliche Mundart zustatten kommt. Das Aufmuntern indes gelingt nicht immer, und nicht selten wird dabei die eigene Hilflosigkeit spürbar.
In den letzten Jahren ist so manchem von uns schmerzlich bewußt geworden, daß sich weite Entfernungen nicht oder nicht mehr so leicht überbrücken lassen. Die wahre Ursache kennen wir: Die Vertreibung hat uns alle auf Dauer getrennt, wir wurden mit voller Absicht in alle Winde und Winkel verstreut. So sollten Zusammenrottungen von Heimatvertriebenen schon im Ansatz unterbunden werden! Mit dieser Maßnahme wurde die gefühlte Nähe der Gemeinschaft zerstört. Zunehmend hohes Alter, gepaart mit gesundheitlichen Problemen, schränken die Reisefähigkeit erheblich ein.
In mehr als 60 Jahren fand eine Vielzahl von Heimattreffen statt, die, zumindest in den ersten Jahrzehnten, stets gut besucht waren. Es galt, den Zusammenhalt zu pflegen, war doch der Glaube an eine Rückkehr in die verlassene Heimat weit verbreitet.
Inzwischen sind wir, die ehemals Vertriebenen, so gut wie überall integriert. Die alte Heimat, wie sie einmal war, lebt in uns Alten nur noch in der Erinnerung. Das Land der Ahnen hat sich sehr verändert, selten zu seinem Vorteil.
Nun erweisen sich weite Reisen zu den gewohnten Zusammenkünften als sehr mühevoll. Schier unerreichbar erscheint sogar der Besuch des Bürgerfestes in der Patenstadt im Juli 2013. Das bedauern wir alle sehr.
Vielleicht ist es noch einigen Landsleuten aus der näheren Umgebung möglich, diese Veranstaltung zu besuchen, und unser Fähnchen hochzuhalten.
Damit die persönlichen Verbindungen untereinander nicht (ganz) abreißen, sondern erhalten bleiben und gepflegt werden, greifen wir beherzt zum Fernsprecher, zum altbewährten Telefon. Denn mit den modernen Möglichkeiten der Kommunikation haben wohl die meisten unter uns so ihre Schwierigkeiten.
Auch der Heimatbrief wird, solange es ihn noch gibt, Bindeglied bleiben und Brücke zueinander sein. Bitte, haltet ihm die Treue!
Liebe Heimatfreunde! Der Heimatbrief, den ich betreuen und gestalten darf, wünscht allen Landsleuten in nah und fern, wohin auch immer er Nachrichten und Neuigkeiten bringt, eine gesegnete Adventszeit, manch stille Stunde mit heimatlichen Erinnerungen, ein besinnliches, friedliches Weihnachten sowie Gesundheit, Glück und Zufriedenheit im neuen Jahr.
Es grüßt Euch herzlich
Euer Landsmann Franz Pöttig

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Vánoce

## Weihnacht
Stille Zeit der weißen Flocken,
hohe Zeit der hellen Glocken,
Zeit der Kinderträume.
Heiße Sehnsucht in den Herzen,
Tränen schimmern in den Kerzen
stiller Tannenbäume.

Laßt uns an die Heimat denken
und ihr uns're Liebe schenken,
wie es immer war.
Laßt erklingen uns're Lieder,
dann bringt uns die Weihnacht wieder
Licht und Frieden dar.

Autor ungenannt

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