Schlaggenwälder Heimatbrief — červen / červenec 2014
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Mír na zemi?

An seiner Schwelle verkündete der Kaiser das Manifest „An meine Völker". Ein Auszug:
„Es war Mein sehnlichster Wunsch, die Jahre, die Mir durch Gottes Gnade noch beschieden sind, Werken des Friedens zu weihen und Meine Völker vor den schweren Opfern und Lasten des Krieges zu bewahren. Im Rate der Vorsehung war es anders beschlossen .... In dieser ernsten Stunde bin Ich Mir der ganzen Tragweite Meines Entschlusses und Meiner Verantwortung vor dem Allmächtigen voll bewußt. Ich habe alles geprüft und erwogen. Mit ruhigem Gewissen betrete Ich den Weg, den die Pflicht Mir weist ....
Und Ich vertraue auf den Allmächtigen, daß er Meinen Waffen den Sieg verleihen werde."
Kaiser Franz Joseph I., in sich gekehrt, verharrt im Gebet:

„Vater im Himmel, Lenker der Sonnen,
Zeuge für mich, der in Demut Dir naht!
Ich nicht habe den Kampf begonnen!
Ich nicht streute die blutige Saat!
Doch von Feinden und Neidern umgeben,
rief ich mein Volk zu eiserner Wehr,
laß Deinen Geist uns're Waffen umschweben,
uns sei der Sieg und Dir sei die Ehr'!
Laß mich die frohe Stunde erleben,
die heut' mein Geist ach nur zögernd begreift,
da goldene Ähren, funkelnde Reben
wieder im Lichte des Friedens gereift.
Da keine Mutter trostlos mehr weinet,
Wahrheit und Recht nicht länger verkannt,
Liebe die Völker der Erde vereinet.
Vater im Himmel, beschütze mein Land!"

Der greise Monarch erlebte das Ende des großen Völkerringens und die Auflösung der Habsburger Monarchie nicht mehr; er starb, 86jährig, am 21.11.1916 in Schönbrunn bei Wien.
Nur 25 Jahre nach Beginn des Ersten Weltkrieges, also vor 75 Jahren, begann am 1. September 1939 der Zweite Weltkrieg, den wir Sudetendeutschen als „neue Reichsbürger" nicht verschuldet haben, nach seinem Ende wir jedoch entrechtet, unterdrückt, enteignet und von der heimatlichen Scholle vertrieben wurden.
Franz Pöttig

„Unglücklich das Land, das Helden nötig hat."
Bertolt Brecht (1898-1956),
deutscher Schriftsteller, Dichter und Regisseur

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„Zvláštní nabídka"

## „Sonderangebot"
Ein kleines Dorf steht zum Verkauf an!
Name der Liegenschaft: Wittine (tsch. Vitín), Kreis Aussig a.d. Elbe (tsch. Ustí nad Labem),
Größe des Areals: VB (verhandelbar),
Preis: 14.600 Euro, als Pauschale,
Immobilienverwertung (Verkäufer/Besitzer): Tschechischer Staat (CR),
Eigentümer: Sudetendeutsche Obstbauern, 1945/46 gemäß B-Dekrete entrechtet, enteignet, zwangsverpflichtet, vertrieben.
Lage: Böhmisches Mittelgebirge, aussichtsreich und idyllisch auf einer Anhöhe über der Elbe gelegen, Naturschutzgebiet,
Zustand der Gebäude und Stallungen: ruinös,
Letzter Bewohner: Kneipenwirt (bis 1965).

Anmerkungen:
Mehr als ein Drittel des tschechischen Volksvermögens besteht aus widerrechtlich beschlagnahmtem sudetendeutschen Eigentum.
Die „Geschäftsidee" seines Verkaufs eröffnet ungeahnte Möglichkeiten! Wer erwartet, daß Verkaufserlöse für die Entschädigung der früheren deutschen Eigentümer gedacht sind, befindet sich auf dem Holzweg.
Die „Wertegemeinschaft der EU" zuckt bisher ob der neuen Praktika nicht einmal mit den Schultern. Sie greift ihrem Mitglied Tschechien wie jedes Jahr seit der Osterweiterung 2004 lieber mit Milliarden-Beträgen an „Strukturhilfen" unter die Arme.
Wer macht den Anfang, wagt den Einstieg und zeigt Interesse für das verlockende Schnäppchen? Die Nachfahren der Wittiner und ihre Kinder etwa? Oder gibt der ebenso kaltschnäuzige wie dreiste Umgang des tschechischen Staates mit der Nachkriegsvergangenheit noch Anlaß zu Bedenken? F. P.
(Aus Nachrichten Radio Prag,
aus Sudetenpost Nr. 2 u. 3/2014)

Životní moudrost

## Lebensweisheit
Wenn dir ins Aug' die Träne bricht,
so ringe, bis die Sterne scheinen;
dann heb' dein Aug' zum Sternenlicht,
das trocknet alles Weinen.
Des Tages Glück, des Tages Harm,
des Lebens ungewisse Ferne –
wie wird dies alles klein und arm,
hält man's ins Licht der Sterne.

Pohled přes plot

## Blick über den Zaun
Als Ergebnis der Wahlen zum Deutschen Bundestag im September 2013 kam nach zähen Verhandlungen überraschend eine Große Koalition (GroKo) aus den Parteien CDU/CSU und SPD zustande, die danach die Regierungsgeschäfte übernahm. Auch in Tschechien geschahen noch Zeichen und Wunder:
Das Land bekam nach Wochen quälenden Wartens eine neue Mitte-Links-Regierung aus Sozialdemokraten (ČSSD), der Protestbewegung ANO des Milliardärs Andrej Babiš und den Christdemokraten (KDU-ČSL), die aus freien Wahlen hervorging. Neuer Premierminister wurde der Sozialdemokrat Bohuslav Sobotka.
Man erinnere sich der Vorgeschichte: Zum Jahresbeginn 2013 reiste der damalige Premier Petr Nečas von der Moldau an die Isar, hielt am 21. Feber in München eine in Vertriebenenkreisen vielbejubelte Rede (siehe EHB 3/2013), mußte bald darauf wegen verschiedener Verfehlungen die Segel streichen und wurde in Prag abserviert. Es folgte als Interimslösung die dem Staatspräsidenten Miloš Zeman willfährige „Expertenregierung" von MinPr Jiři Rusnok. In seiner Amtszeit geschah eine offensichtliche, pikante Kungelei: Die Ehefrau des vorherigen StaatsPr Vaclav Klaus, Livie Klausová, die Zeman im Wahlkampf unterstützte, wurde mit dem Botschafterposten in der Slowakei „belohnt". Filzokratie? Warum sollte es bei den Tschechen anders sein? Der römisch-lateinische Satz „Eine Hand wäscht die andere" (Manus manum lavat) hat ewig Gültigkeit!
Sobotka traf im März bei seinem Antrittsbesuch in Berlin mit Kanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Joachim Gauck zu Gesprächen zusammen. Die Sudetendeutsche Frage war bei diesem Besuch kein Thema.
Der empfindliche Gast durfte doch keinesfalls vergrämt werden!
F. P.

Ještě jednou: „Ztráta domova"

## Noch einmal: „Verlust der Heimat"
„Immer wieder muß man hören oder lesen vom Verlust der Heimat, der uns betroffen habe. Das erinnert mich an so manchen meiner geistigen Ziehväter, wie zum Beispiel an unseren Egerländer Heimatdichter Otto Zerlik, der sich jedes Mal darüber

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