Schlaggenwälder Heimatbrief — prosinec 2013 / leden 2014
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21.12. (Sa) St. Thomastag (Winteranfang, Sonnenwende)
22.12. (So) 4. Advent
24.12. (Di) Heiliger Abend (mit reichem Brauchtum, z.B. mehrerlei Speisen, Christmette; Beginn der zwölf Rauhnächte/Unternächte
25.12. (Mi) Hochfest der Geburt Jesu, 1. Weihnachtsfeiertag
26.12. (Da) St. Stefanstag, 2. Weihnachtsfeiertag
31.12. (Di) St. Silvestertag (Ålta Haaligha Å(bmd)
Barbara im Schnee, Christkind im Klee. Wind und Nebel an Dezembertagen, schlechten Frühling und schlechtes Jahr ansagen.
Sternzeichen: Schütze (23.11. – 21.12.)

Im Jänner:
1.1. (Mi) Neujahrstag
5.1. (So) Letzte Rauhnacht (Wasserweihe, Segen für Salz, Kreide und Weihrauch)
6.1. (Mo) Hl. Drei Könige – Caspar, Melchior, Balthasar (C + M + B für „Christus Mansionem Benedicat", d.h. Christus segne dieses Haus").
Hochfest der Erscheinung des Herrn (Epiphanie)
Wenn an Antoni(17.1.) die Luft ist klar, gibt es gern ein trockenes Jahr. Ist bis Dreikönig kein Winter, kommt auch keiner mehr dahinter. Jännersonne hat weder Kraft noch Wonne. Je tiefer der Schnee, desto höher der Klee.
Sternzeichen: Steinbock (22.12. – 20.1.)

Woos unnara Åltn sua gsågt håbm:
Zwaa Såchn mou ma kinna: As Essn u as Vagessn.
Aa(n Bou höit die Ziegn gout, zwaa wenigha, drei gåua niat.
Goutighkeit is a Trumm va da Liedalichkeit.
V(ül Kinna van Himml, kröigt's Bråut kan Schimml.

Co říkávali naši staří

Woos unnara Åltn sua gsågt håbm:
Zwaa Såchn mou ma kinna: As Essn u as Vagessn.
Aa(n Bou höit die Ziegn gout, zwaa wenigha, drei gåua niat.
Goutighkeit is a Trumm va da Liedalichkeit.
V(ül Kinna van Himml, kröigt's Bråut kan Schimml.

Vzpomínka na vyhnané sudetské Němce

## Erinnerung an vertriebene Sudetendeutsche
Wenn wir uns im nordbayerischen Grenzland ein wenig umschauen, dann erkennen wir, daß es vom Egerland-Kulturhaus samt Brunnen der oberfränkischen Stadt Marktredwitz zum Bahnhof im oberpfälzischen Markt Wiesau nicht weit ist.

Aber, aber! Gibt es da etwa eine Gemeinsamkeit? – Natürlich, eine volkstumsmäßige sogar! Denn: Vor einem Jahr nämlich, am

[obr] Mahnmal zum Gedenken an die Vertreibung aus der Heimat im Sudetenland. Foto: Markt Wiesau

1. Dezember 2012, wurde am Bahnhofsvorplatz in Wiesau ein Gedenkstein für die heimatvertriebenen Sudetendeutschen enthüllt, ein neues Wahrzeichen für unser gemeinsames Schicksal! Wenn der Ortsname „Wiesau" genannt wird, werden Erinnerungen wach. Wie war das doch damals, im Jahre 1946, ein Jahr nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges?

Aus den sudetendeutschen Gebieten rollten ständig „Güterzüge" in Richtung Westen. Es waren Züge mit Menschen, mit Heimatlosen, auf ihrem Weg in die Fremde, in die Ungewißheit. Jeder von ihnen umfaßte 40 Waggons, Inhalt jeweils 30 Personen, vom Greis bis zum Säugling, mit bescheidenem Gepäck, also 1.200 des Landes Verwiesene.

Als Grenzübergänge dienten Asch-Selb, Furth im Wald und – für uns bedeutsam – Eger-Waldsassen. Viele von uns erreichten auf dieser damals noch betriebenen, eingleisigen Nebenbahn über Mitterteich ohne Halt den Bahnknotenpunkt Wiesau und betraten dort erstmals bayerischen Boden. In Wiesau befand sich (bis 1952) ein Grenzdurchgangslager mit 54 Holzbaracken. Zu seinen Aufgaben gehörte, die „Flüchtlinge" zu registrieren, zu verpflegen und zu betreuen und an die Lager der Aufnahmeländer in der US-Besatzungszone, nämlich Bayern, Hessen und Baden-Württemberg weiterzuleiten.

Dazu fallen mir Einzelheiten ein: Wir hatten uns schon unterwegs der verhaßten weißen Armbinden mit dem Buchstaben „N" (für Nemec = Deutscher) entledigt – Büsche und Bäume entlang der Bahnlinie hingen voll davon!

So ungewiß auch unsere Zukunft vor uns lag, alle „Mitreisenden" atmeten erleichtert auf. Wir dachten mit Wehmut an die verlassene Heimat, waren aber im Grunde froh, daß die tschechische Zwangsherrschaft ein Ende hatte.

Szenenwechsel. Bremsen quietschten, kreischten. Unser Zug mit seiner langen Wagenschlange hielt in einem Bahnhof mit vielen Gleisen. Wir lasen: „Wiesau". Was kam denn jetzt? Auf Geheiß verließen wir eingepferchten „Passagiere" die gedeckten Güterwagen, traten in einer Art Ladehof zum Waschen an, erduldeten das Einstäuben mit einem Mittel gegen Ungeziefer (DDT?) und erhielten Verpflegung (Brot und Hartwurst). Der Aufenthalt dauerte nicht lang. Dann nahm uns die Garnitur Viehwagen wieder auf, niemand blieb zurück. Noch ein schriller Pfiff der Lokomotive, dann ging es weiter in Richtung Regensburg, Ziel unbekannt.

Über die Geschichte und vom Schicksal von uns Sudetendeutschen berichten auch die über dem Sockel des Mahnmals an den vier Seiten angebrachten Tafeln.

Wortlaut der Tafel über dem Emblem (Wappen) vom Markt Wiesau (im Foto links):

„Der Bahnhof Wiesau war neben Furth i.W. und Hof/Moschendorf die erste Anlaufstelle von mehr als 700 Zügen der aus ihrer Heimat Vertriebenen. Sie bestanden aus jeweils 40 Viehwaggons mit je 1.200 bis 1.400 Menschen und ihrem Gepäck von ca. 30 bis 50 Kilogramm. Im nahegelegenen Barackenlager fanden sie eine provisorische Unterkunft in primitiven Massenquartieren.
So wurde Wiesau von 1946 bis zur Auflösung des Lagers im Jahre 1952 ein Durchgangsort für 857.000 Menschen, bevor man sie willkürlich an unterschiedliche Zielorte in Westdeutschland weitertransportierte. Dort wurden sie nicht immer mit offenen Armen empfangen und waren zu einem entbehrungsreichen Neuanfang in fremder Umgebung gezwungen."

Text der Tafel über dem Schaubild „Heimat der Sudetendeutschen" (rechts):

„Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden mehr als 3 Millionen Sudetendeutsche entrechtet, enteignet und aus ihrer Heimat in Böhmen, Mähren und Sudetenschlesien vertrieben. In vielen Orten kam es dabei zu unmenschlichen Massakern an der deutschen Zivilbevölkerung mit vielen Tausend Todesop-

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