Schlaggenwälder Heimatbrief — říjen / listopad 2013
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Milí krajané!

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ihren Beiträgen für allseits bekannte deutsche Ortsbezeichnungen bewußt bzw. wider besseren Wissens vornehmlich die tschechischen. Sie bewegen sich dabei auf der gleichen geistigen, „politisch-korrekten" Ebene wie jene, die beim Thema „Vertreibung" noch immer verharmlosend, aber schändlich falsch, von „Aussiedlung" sprechen.

So weit, so schlecht.

Eine andere, eher lokale, aber kaum bessere Notiz läßt uns aufmerken: Wie berichtet wird, ist die Erzeugung von Porzellan, ein wichtiges Produkt in unserer Gegend, in der Zech (ehemals Firma Haas & Czjzek) seit geraumer Zeit eingestellt. Nach einer Fusion mit anderen Werken in der Region Karlsbad unter tschechischer Regie soll im weiteren Verlauf ein russischer Investor die Produktion übernommen haben. Danach wurde der Betrieb eingestellt und die Belegschaft, vorwiegend weibliche Beschäftigte, entlassen. Man hat sich offensichtlich verspekuliert. Für die Betroffenen ist die Lage alles andere als rosig: Sie sind nämlich arbeitslos.

Flüchtig ist die Zeit. Schon geht es auf Ende August zu. Die „Hundstage" sind vorüber, die große Hitze des Hochsommers ist gewichen, ein Übergang bahnt sich an. Nach- oder Spätsommer sagen die einen, Altweibersommer, wenig galant, meinen die anderen. Wer gerne wandert, kann in den nächsten Wochen viel Freude erleben. Regnet es gelegentlich, freuen sich die Schwammerlsucher, wenn die gelben, braunen und roten Kappen der Pilze nur so aus dem Waldboden sprießen.

Die Tage beginnen merklich später. Die Luft kühlt sich nachts spürbar ab, und zaghaft noch zeigen sich morgens dünne Nebelstreifen über den Fluren. Feine, silbern glänzende Spinnfäden wehen im gleißenden Sonnenlicht. Das Laub vergilbt, und die Wälder beginnen sich bunt zu färben. „Es herbstelt", sagen die Leute; Indian summer – Indianersommer heißt es in Nordamerika. Scharenweise sammeln sich lärmend die Jungstare in den Kronen der Bäume, die Schwalben hocken auf den Leitungsdrähten wie gefiederte Punkte auf dem Notenblatt.

Später bläst der Westwind über die kahlen Stoppelfelder, und die Kinder, groß und klein, lassen ihre bunten Drachen steigen. Wir erinnern uns an die Mühen der Kartoffelernte und vergessen nicht das „Eadepplfeierl" von einst, wenn die qualmenden Schwaden über die Felder strichen und die fleißigen „Growa" einnebelnd zum Husten brachten. Wir denken an das Sammeln der reifen Vogelbeeren, Hagebutten und Schlehen.

Landsleute aus der alten Heimat! Möge uns der Monat Oktober, wie ersehnt, noch sonnenwarme „goldene" Tage bescheren! Und wem danach ist, der lasse sich nicht abhalten, am dritten Sonntag die „Låndkirwa", auch „Kaiserkirwa" oder „Eghalanda Kirwa" genannt, frohgemut zu feiern.

Ich wünsche Euch Wohlbefinden, den Kranken gute Besserung

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Podzimní den

## Herbsttag
Herr, es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg' deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren laß die Winde los.
Befiehl den letzten Früchten, voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.
Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

Rainer Maria Rilke (1875–1926),
österr. Dichter

und Genesung, uns allen angenehme, freundliche, auch besinnliche Tage und eine gesegnete Zeit.
Es grüßt Euch in alter Verbundenheit
Euer Landsmann Franz Pöttig

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Přípitek

## Trinkspruch
Schenk' Dir ein – ein Gläschen Wein,
lad' Dir dazu die Freunde ein,
und Du wirst nicht mehr einsam sein!
Ein Gläschen Wein zur rechten Stund'
erwärmt das Herz und hält gesund.
Man trinkt den Wein nicht gern allein,
er schmeckt viel besser stets zu zwei'n.

Z kalendáře

## Aus dem Kalender
Im Oktober – Gilbhardt:
3.10. (Do) Tag der deutschen Einheit (gesetzlicher Feiertag)
5.10. (Sa) Neumond
6.10. (So) Erntedankfest
19.10. (Sa) Vollmond
20.10. (So) Kirchweihsonntag, „Kaisakirwa"
27.10. (So) Ende der Sommerzeit
31.10. (Do) Reformationstag; Freinacht
Bringt der Oktober viel Regen, so ist's für die Felder ein Segen.
Oktoberhimmel voller Sterne hat warme Öfen gerne.
Sternzeichen: Waage (24.9.-23.10.)

Im November – Nebelung:
1.11. (Fr) Hochfest Allerheiligen
2.11. (Sa) Allerseelen
3.11. (So) Vollmond
11.11. (Mo) St. Martinstag
17.11. (So) Volkstrauertag
20.11. (Mi) Buß- und Bettag
24.11. (So) Totensonntag
30.11. (Sa) St. Andreastag; 29./30. Losnacht
Novemberschnee tut den Saaten nicht weh.
Ein früher Wintereinbruch war noch in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts nicht selten. So wußte der Volksmund zu reimen: „Ua Martini sågt da Schnäi: Dåu bin i." – Andere Erfahrungen sprechen aus „Hängt's Laub in den November rein, wird der Winter lange sein" und „Im November ist hinter jeder Staude ein anderes Wetter".
Am Andreasabend (mundartlich „Anaresnå(bmd"), einer Freinacht, wurde gerne allerlei Unfug getrieben; siehe dazu auch unser Heimatbuch S. 275.
Sternzeichen: Skorpion (24.10.-22.11.)

Setkání při městské slavnosti

## Treffen beim Bürgerfest
Am 6./7. Juli veranstaltete unsere Patenstadt wieder ihr Bürgerfest. Sie lud uns dazu ein. Die schwache Resonanz unter den Landsleuten auf die Hinweise im Heimatbrief ließ eine geringe Bereitschaft zur Teilnahme erkennen. Dahinter verbergen sich indes so manche Einschränkungen wie hohes Alter, Gebrechlichkeit, Krankheit, mangelnde Reisefähigkeit, weite Entfernungen u.a. mehr. Es sind die gleichen triftigen Gründe, die es vielen von uns verwehren, gute alte Bekannte und Nachbarn von daheim auf ihrem letzten Weg zu begleiten. Man darf die hohe Zahl von Heimatfreunden nicht übersehen, die uns schon für immer verlassen haben.

Aber da waren es wieder die Familien um Lm. Günter Fechter, Nachfahre aus dem Bauernhof von Liebreich Fechter, Gfell Nr. 2, die sich, wie vor zwei Jahren, auf den Weg machten, um beim Bürgerfest in Auerbach i.d. Opf. vielleicht – auch ohne Absprachen – alte Bekannte und Nachbarn von daheim zu treffen. Ob

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