Schlaggenwälder Heimatbrief — srpen / září 2013
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Početice (Poschitzau) – naše milá rodná vesnice

Lang, dann der Wirtssohn Josef Hubl, die Wirtsleute Hubl, „Tante" Peppi und Frau Dengler. Bezeichnend ist die bei uns übliche Bedachung mit Teerpappe und ihre Gliederung in Sparrenfelder. Im oberen Teil der Ortschaft gab es noch das Gasthaus Richard Schindler.
Die Angaben und Fotos stammen von Lmn. Anni Schams (Stark), München. Danke!

Srpen

## August
Nun blühen wieder felderweit die Sonnenblumen,
das Korn neigt erntereif auf dünnem Halm das Haupt,
ein herber Duft steigt aus den Ackerkrumen,
ein jäher Wind das Gras am Wegesrand verstaubt.

Die Lerche jubelnd in die Höhe schwingt,
ganz tief und dunkel wölbt sich dort das Himmelsblau,
auf dem nur ab und zu ein weißes Wölkchen schwimmt,
sein kleiner Schatten färbt die Blumen grau.

Und Vogelbeeren glühen wild,
entlang den schmalen Straßen als Fanal.
Am fernen Horizont schließt dunkler Wald das heit're Bild,
und lautlos schleicht sich schon die Dämmerung ins Tal.

Herta Huber, Egerländer Schriftstellerin

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Povídání o nářečí

## Mundartliche Plauderei
In unserer Mundart, die bekanntlich eine „Sprachinsel" im Egerländer Dialekt darstellt, sind Verbindungen von Selbstlauten (a, e, i, o, u) und Umlauten (ä, ö, ü) besonders bezeichnend.
Im einzelnen: å, äi, åu, öi, ou
Man lese und höre: Die Auguste wår schlecht afn Föißn. Frostbålln håut sa ghått. Wenn döi aah niat grod schöi san, sua kua ma sich deswegn niat glei ins Bett legn. Wöi sa amål kiezkrumm durch die Stådt gäiht, trifft sa doch die Alma. U döi fräigt glei: „Woos håustn, Auguste, daßd' sua schlecht laffst?" – U sua dazühlt hålt die Auguste aah glei, woos sa fa ran Wäihding håut. Owa da Alma wår dees aah nix Neis u sie håut ara za Åntwuat gebm: „Frostbålln? Dåu brauchst ma gåua nix sogn. Döi kenn i, döi toun wäih! U wöi döi wäih toun! Naa, wöi döi wäih toun, wöi wäih döi toun!"

Kleine Hilfe: Föiß = Füße, kiezkrumm = arg gebeugt, Wäihding = Schmerz (Wehdam).

Im Gedicht werden die Verbindungen „åu, ou" wieder deutlich:

Wenn aana an Hout håut
u dazou sei(n Bråut håut
u dåu gnough „Dråuht" håut,
der håuts gout.

Wer nuch frischn Mout håut,
ban Toogh sich recht otout
u die Nåcht schöi ausrouht,
dös tout gout.

Wer a aufplåtzta Nåuht håut
u mi(tn Wei(b sei(n Nåut håut
u deswegn a Wout håut,
dian tout gouta Råut nåut.

Kleine Hilfe: Hout = Hut, Bråut = Brot, Dråuht = hier: Geld, Mout = Mut, otout = abrackert, Nåuht = Naht, Nåut = Not, Wout = Wut, Råut = Rat.

Redaktionsschluß für die nächste Ausgabe ist der 30. August 2013. Wir bitten um Beachtung!

Nezákonnému vlastníkovi

## Dem unrechtmäßigen Besitzer
Du bist als Fremder in mein Haus gekommen,
als man uns alle aus der Heimat trieb.
Was niemals du erwarbst, hast du genommen,
und bist der Herr, dem alles nun verblieb.
Und während ich mich tief ins Elend hülle,
schwelgst du in eines fremden Reichtums Fülle.

Hat nicht aus seiner stillen Mauernische
des Heilands Bild dich strenge angeschaut?
Du fandest noch das Brot auf meinem Tische,
den Wein im Krug, im Keller Obst und Kraut.
Ach, während ich im kalten Herbststurm friere,
pflückst du die letzten Birnen vom Spaliere.

Und meine Äcker, die mir Frucht getragen,
du gabst sie preis der Distel und dem Dorn.
Droht nicht erschreckend an Gewittertagen
aus Blitz und Donner dir gerechter Zorn?
Denn während ich im fernen Lande darbe,
verfault, die ich gebunden noch, die Garbe.

Zur Kurzweil schien dir manches nicht zu schade,
und dennoch hing mein ganzes Herz daran.
Was hast du mit den Briefen in der Lade
und was mit meiner Eltern Bild getan?
Du hast mit Haß und wilder Gier gewütet,
wo Teures ich ein Leben lang behütet.

Bringst du's, bezecht von meinem Wein, zustande,
in meines Urahns Sterbebett zu ruh'n?
Empfindest du dein Leben nicht als Schande?
Fühlst du die Sünde nicht in deinem Tun?
Hast du noch nie bedacht, daß jäh im Schlafe
dich Gott ergreifen kann, daß er dich strafe?

Maria Hauska

Eine Vertriebene schrieb sich damals Kummer, Gram und ihren ohnmächtigen Zorn über das tschechische Verbrechen der Vertreibung aus der geliebten Heimat von der verwundeten Seele. Inzwischen lassen die eifrigen Bemühungen um „Versöhnung" den Bezug zum Unrecht und grausamen Geschehen jener Zeit vermissen. F. P.

Trochu něčeho pro pobavení

## A wing woos zan Schmunzln
Da Ernst is richtigh fråuch, daß a nåuchn Sterbm in Himml kumma is. Doch schu am zweitn Toogh taucht af amål da Teifl auf u fuchtlt mit da Peitsch. – Da Ernst is schockiat: „Woos w(üllstn du dåu, ich bin doch in Himml. Vaschwind!" – Da Teifl grinst hämisch: „Du bist nimma afm laufendn. Die Trennung is ogschåfft. Mia håbm öitza as 'integrierte Gesåmtjenseits'!"

Frau Meier (die Meiara) schimpft mit da Nåchbara: „Dei' Bou håut kaa Erziehung. Gestan håut a za mia wieda 'Ålta Ziegh' gsågt." – Döi is gånz vadåttat: „Dea Lausa, dea elendigha, dian wiari helfm! Wöi oft ho i schu za i(hn gsågt, ea soll die Leit niat nåuch i(rn Ausseah beurteiln!"

A Bsoffana turklt in die Tråmbåhn. A ålts Wei(b drinna regt si fürchterlich drüwa auf u schimpft wöi a Råuhaspåtz. Da Trunknbold is owa niat maalfal u gitt raus: „Hurch, du ålta Schreckschraubm, ich bin murgn wieda nüchtan, owa du moußt dei' låus Maal füa imma bhåltn!"

Da Frånz kinnt va da Arwat ham: „Himml, dees wår heint wieda a Toogh! Ich bin gånz kaputt. Ich glaub, ich gäih nuch a Stund zan Reitn, daß i mi a wing dafånga kua." – Drauf sei' Frau: „Dåu moußt di owa gånz schöi beaaln, as Pfaa håut schu drei Mål uagröift..."

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