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hörte noch zu jener Lehrergeneration, für die es selbstverständlich war, im Dienste der Heimat deren geistige Schätze auszugraben und für die Nachwelt zu erhalten. Johann Hahn war in seiner literarischen Tätigkeit und in seiner Arbeit für das Museum in Schlaggenwald dafür ein vorbildliches Beispiel.
## Aus dem Kalender
Im Juni – Brachet:
8. (Sa) Neumond
14. (Fr) Schafskälte, einige Tage um die Monatsmitte
21. (Fr) Sommeranfang, Sonnenwende, längster Tag des Jahres
23. (So) Vollmond
24. (Mo) St. Johannitag (Freinacht, Losnacht; Sonnwend-, Johannisfeuer)
27. (Do) Siebenschläfertag (Die Sieben Hl. Hirten in Ephesus), Volksmund: „Heute Regen, sieben Wochen Regen."
29. (Sa) St. Peter und Paul (Gewittertag!)
St. Veit (15.) ändert die Zeit, alles geht auf die andere Seit' (2. Halbjahr) – Hl. Veit, treib' die Gewitter weit! – Ist's von St. Peter und Paul (29.) bis St. Laurenzi (10.8.) heiß, bleibt der Winter lange weiß. – Menschensinn und Juniwind ändern sich sehr oft geschwind.
Im Juli – Heuet:
8. (Mo) Neumond
10. (Mi) Sieben-Brüder-Tag (Die sieben Söhne der Märtyrerin Felizitas)
22. (Mo) Vollmond. St. Magdalenentag, Beginn der hochsommerlich-heißen „Hundstage", die bis zum St. Bartholomäustag (24.8.) dauern.
24. (Mi) Christophorus, Patron der Autofahrer
26. (Fr) St. Annatag (Annafest)
Wie es die sieben Brüder treiben, so soll es vier Wochen bleiben. – Die erste Birn' bringt Margaret (20.), drauf überall die Ernt' angeht. – Jakobi (25.) trocken, Winter hart. – Ist St. Anna erst vorbei, kommt der Morgen kühl herbei.
*
Lebensweisheit
Und wenn wir zurückschau'n auf unser Leben,
auf viele Jahre, die Gott uns gegeben,
dann können wir im Buch der Erinnerung lesen:
Es ist doch alles recht schön gewesen.
## Im Juli
Der Himmel ist hoch
und von einem harten
stählernen Blau ...
Nun hilft nur noch Warten –
Selbst der Tau
barmherziger Nächte
vergeht schnell.
Wenn die Sonne im Mittag steht,
gnadenlos hell,
und die Hitze über den Feldern flirrt,
breitet sich weithin das Schweigen.
Still wird,
was die Erfüllung sucht.
Und während die Halme sich neigen,
strömt alle Kraft in die Frucht.
Rolf Nitsch (1920-1984), Egerländer Schriftsteller
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## Das Volkstum lebte auch in der Fremde weiter ...
[obr] Schlaggenwalderinnen in ihrer Egerländer Tracht (13 Damen).
Nach unseren Zusammenkünften im Jahre 1950 am 4. Juni in Buchloe und am 17./18. Juni in Roßhaupten im Allgäu fand im Jahr darauf, am 4./5. August 1951, in Goldbach bei Aschaffenburg wieder ein Heimattreffen statt. Unter den zahlreichen Besuchern waren auch Mitglieder der heimatlichen Gmoi, der „Eghalanda Gmoi z' Schlaggenwald" in ihrer traditionellen, schmucken Tracht in dem schönen Städtchen am Main. Eine Damenrunde freute sich über das Wiedersehen und stellte sich frohgemut zum Bild.
Sitzend im Vordergrund v.l.: Anna Völkl, Gattin von Rudolf Völkl, Buchhändler am Marktplatz, Anna Dietrich, Wirtin vom Gasthof „Zum, Egerländer", Marie Kühnhackl, Geschäftsinhaberin am Füßlplatz, Frau daneben unbekannt; stehend: Person unbekannt, Berta Jakob (verh. Gareis), zwei unbekannt, Marie Ruppert (Tochter vom Drechsler), unbekannt, Johanna Gaßner („Turmhanni", sie wohnte in der Turmstube der St.-Georgs-Kirche), 3. v. rechts, Marie Schröck (Sackgasse), Frau am rechten Rand leider nicht mehr bekannt.
Die mit „unbekannt" bezeichneten Frauen waren natürlich daheim gut bekannt! Die Erinnerungen verblassen – leider Gottes! Beide Gmoi-Bilder stellte Lm. Herbert Jakob, Groß-Umstadt, zur Verfügung.
## Zu seinem 70. Todestag
Josef Hofmann, Egerländer Mundartdichter und Heimatforscher, geboren am 19.3.1858 in Karlsbad, gestorben am 21.6.1943 daselbst.
Da Epplstrudl
Wöi a Böiwl wår, ho i an åltn Vetta ghått, an Junggsölln, der håut Wåstl ghaßn. U wenn a Feiatoogh wår, is a ba uns ållamål zan Essn bliebm.
Amål håmma nåuchn Fleischgricht nuch Epplstrudl ghatt, u der håut nan wirklich gschmeckt. – „Dian måch i ma aah amål, Pepp", håut a za mir gsågt, wöi a hamgånga is.
U richtigh! Wöi i bål drauf za ih/n hi(nkumma bin, håut a grad a Buttasemml, mit Sålz drauf, gessn, glei danåuch a hårts Ei, a påar Rosinan u Måndlkärn u zaletzt nuch an bråutn Eppl. Åch, a Tippl M(ilch håut a aah nuch trunkn. U mia håut a va ålln aah a wing gebm.
„Vawaa ißtn du ålls durcharanånna, Vetta Wåstl", ho i gfräigt.
„Jå waßt, löiwa Bau", håut a gmaant, „ich bin hålt a ålta Junggsöll u kua mitn Kochn niat recht ümgöih. 's dauat ålls za lång, äih woos firtigh is, u Holz u Kuhln braucht ma aah dabei. Deswegn iß i hålt dees Zeigh sua wöis is; in Mogn kinnt eh ålls zamm. D'Hauptsach is, daß ma a zfriedana Mensch is ... Waßt, woos ma öitza gessn håbm, mia zwaa mitanånna?
An Epplstrudl!"
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