Schlaggenwälder Heimatbrief — červen / červenec 2013
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Milí krajané!

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verbannt werden. Was ist von einem Politiker zu halten, der zwar die Verfolgung und Leiden bei der „Ausbürgerung der Landsleute" bedauert, dann aber gleich jede Art von Wiedergutmachung strikt ablehnt. Sieht so echte Versöhnung aus?
Es war wohl im Zeichen der „political correctness" nicht opportun, anstelle von Händeschütteln und stehender Ovationen den Gast auf den Grundsatz im zwingenden Völkerrecht: „restitutio in integrum"(Wiedereinsetzung in den vorigen Stand) hinzuweisen. Ob unsere „Amtsträger" wissen, daß ein gutes Drittel des tschechischen Volksvermögens aus dem widerrechtlich konfiszierten Eigentum der Sudetendeutschen besteht, für das bisher kein Heller Entschädigung geleistet wurde, obwohl Tschechien zu den größten Nettoempfängern der EU zählt?

Ich wünsche Euch, meine lieben Landsleute in nah und fern, alles Gute, vor allem Gesundheit als wertvollstem Besitz. Genießt die schöne Sommerzeit und ihre heiteren Tage voller Sonnenschein!
Es grüßt Euch herzlich mit einem heimatlichen „Servus!"
Euer Landsmann Franz Pöttig

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Horní Slavkov (Schlaggenwald) – ze života starého horního města

## Schlaggenwald – Aus dem Leben der alten Bergstadt
1300 Erhebung zur Stadt.
1341 Luditzer Stadtrecht (Riesenburger).
1454 Junker von Plauen und Meißen erwerben Stadt und Gebiet.
1489 Heinrich III. von Plauen verleiht Egerer Stadtrecht.
1495 Die Pfluge von Rabenstein treten die Herrschaft an.
1500 Neuer Marktplatz, Baubeginn der Pflughäuser, Bürgerhäuser nach Nürnberger Art, der Wasserleitung von der Hubhöhe. Verlegung des Hochgerichts vom Galgenberg gegen Poschitzau.
1520 Bau der St.-Georgs-Kirche beendet. Förderung des Bergbaus.
1529 Baubeginn des Flößgrabens, der Teiche und des Ebmetgrabens.
1533 bis 1537 Hans Pflug oberster Kanzler im Königreich Böhmen.
1537 Erste deutsche Schule.
1539 Baubeginn des Kaspar Pflugen tiefen Erbstollens.
1547 Erhebung zur kaiserlich freien Bergstadt durch Ferdinand I.
1549 Sturz Kaspar Pflugs. Neues Wappen. Erwerb des Bergwerks.
1566 Stadt stellt 400 Bürger und 700 Bergleute zum Türkenkrieg.
1582 Erstes Auftreten der Pest, Errichtung eines Pestlazaretts.
1592 Ausbruch der Roten Ruhr.
1600 Errichtung der Pestsäule.
1619 Huldigung für Friedrich V. von der Pfalz als „Winterkönig".
1622 Wallenstein mustert 3.000 Mann.
1624 Beginn der Gegenreformation, Entlassung der evang. Lehrer.
1630 Abtretung der Schönfelder Pfarre, Bestätigung restlicher Privilegien durch Kaiser Ferdinand II.
1632 bis 1634 Verpflegung von 4.800 polnischen Reitern.
1641 Freibrief Ferdinands II. für die drei Bergstädte.
1666 Abbau von Silber im Seifen, Einsatz von Rutengängern.
1669 Große Zigeunerplage, ihre Vertreibung.
1688 Lieferung der ersten Feuerspritze. Bau der Josefikapelle.
1713 Großbrand in der Neustadt, 76 Häuser zerstört.
1742 Besetzung durch die Franzosen.
1750 wird die Stadt dem Elbogener Kreisamt unterstellt.
1751 letzte Hinrichtung am Hochgericht.
1761 stellen die Gewerken den Bergbau wegen Geldmangels ein.
1771 Übernahme des Bergbaus durch den Staat.
1772 Auflassung des Bergoberamtes, Einrichtung eines Bergamtes.
1792 Gründung der Porzellanfabrik durch Wenzel Haas, Bergmeister.
1812 Kaiser Franz I. besucht mit Tochter Stadt und Bergwerke.
1818 J. W. v. Goethe besucht Stadt und Zinnbergwerke auf der Hub.
1846 Bau der Reichsstraße von Elbogen nach Schönfeld.
1848 Einrichtung eines Postamtes.
1873 Gründung der Wassergenossenschaft, Erwerb des Flöß- und Ebmetgrabens samt Teichen. Eröffnung der Bürgerschule.
1901 Eröffnung der Eisenbahnstrecke Schönwehr-Elbogen.
1914 bis 1918 Erster Weltkrieg (204 Gefallene und Vermißte).
1915 Hochwasser in der Pinge (nach 1890 und 1905).
1917 und danach Nahrungsmangel, Unterernährung, Grippeepidemie.
1918 Zerfall der k. u. k. Monarchie. Gründung der ersten Tschechoslowakischen Republik (ČSR). Kein Selbstbestimmungsrecht für die Sudetendeutschen; sie erhalten tsch. Staatsbürgerschaft.
1919 am 4.März Protestkundgebungen, 54 Opfer durch tsch. Militär.
1930 und danach große Arbeitslosigkeit, Notstände, Unfrieden.
1934 aus „Sudd. Heimatfront" wird „Sudetendeutsche Partei"(SdP).
1935 Stimmenzuwachs der SdP bei Wahlen.
1938 im Sept. Verhängen des Standrechts, Verbot der SdP, Mobilmachung der Armee. Münchner Konferenz und Abkommen: Abtretung der deutschbesiedelten Randgebiete. Im Okt. Besetzung durch deutsche Truppen. Einwohner nun deutsche Staatsbürger (bis 1945). Im Nov. gewaltsames Vorgehen gegen jüdische Mitbürger.
1939 Bergwerk nimmt wieder Betrieb auf. Einsatz von Zwangsarbeitern. Sept. Beginn des Zweiten Weltkrieges. Einführung von Lebensmittelkarten und Bezugsscheinen, Dienstverpflichtung von Frauen, Einsatz von Schülern, Fremdarbeitern und Gefangenen.
1945 Unterbringen von Flüchtlingen aus den Ostgebieten.
Mai: Kapitulation des Deutschen Reiches. 7. Mai kampflose Besetzung durch amerikanische Truppen (bis Nov.). Errichtung der zweiten Tschechoslowakischen Republik (ČSR), Übergriffe durch tsch. Milizen mit Entrechtung, Enteignung, Inhaftierung, Folterungen der deutschen Bewohner.
1946 Vertreibung (Zwangsaussiedlung) in Sammeltransporten per Bahn in die amerikanische und sowjetische Besatzungszone mit bis zu 50 kg Gepäck pro Person.

(Aus „Abriß der Geschichte der alten, einst kaiserlich freien Bergstadt Schlaggenwald" von Rudolf Prosch, aus dem „Schlaggenwalder Heimatbuch")

Johann Hahn, „Rosegger Kaiserwaldu"

## Johann Hahn, der „Rosegger des Kaiserwaldes"
Vor 80 Jahren, am 11. Juli 1933, starb in Schlaggenwald Johann Hahn, den man wegen seiner Fabulierkunst den „Rosegger des Kaiserwaldes" nannte.
Am 24. Mai 1863 in Elbogen geboren, ging er hier zur Schule und widmete sich nach der Reifeprüfung dem Lehrerberufe. Nach Sprachstudien legte er auch noch die Fachlehrerprüfung für Französisch ab. Seine pädagogische Tätigkeit führte ihn in unsere Bergstadt, wo er im Jahre 1900 Bürgerschuldirektor wurde.
Sein erstes Buch hieß „Heimatklänge – Geschichten und Gestalten aus fränkischem Lande"; es erschien 1898 mit Unterstützung der Gesellschaft zur Förderung deutscher Wissenschaft, Kunst und Literatur in Böhmen. Einen ersten Preis der „Erzgebirgszeitung" erhielt er für seine Erzählung „Der Hexenbub". 1904 erschien das Schauspiel „Der Heideprinz". Auch seine Tätigkeit als Heimatforscher und Volkskundler trug reiche literarische Früchte. Vor allem ist hier sein „Sagenbuch der Heimat" mit Sagen aus Falkenau, Elbogen, Schlaggenwald und Umgebung zu nennen (1921). Für die „Erzgebirgszeitung" schrieb er auch „Sagen aus Schlaggenwald und Umgebung" (1897), ferner „Hans Heiling in Sage und Dichtung" (1900), „Schlaggenwald, eine Dialektinsel" (1899) und „Die letzte Hinrichtung in Schlaggenwald" (1896). In der Zeitschrift „Unser Egerland" erschienen „Nationalgarde-Lied, das vom Naturfreund und Nagelschmied Rehberger in Schlaggenwald verfaßt und bis in die jüngste Zeit daselbst gesungen wurde" (1906) und „Handwerker-Sprüche" (1906). Die „Mitteilungen des Vereins für Geschichte in Böhmen" druckten 1919 seinen Aufsatz „Die Bergstadt Schlaggenwald im deutschen Schrifttum".
Rudolf Marterer (1906-1971), von 1961 bis 1970 Herausgeber unseres Heimatbriefes, schrieb über Johann Hahn: „Wenn man sich in den Bergstädten und Dörfern des Kaiserwaldes so viele schöne Heimatsagen erzählen konnte, so war das ein Verdienst des verstorbenen Bürgerschuldirektors Johann Hahn in Schlaggenwald, der diese Sagen dichterisch gestaltete und in seinem ‚Sagenbuch der Heimat' der Bevölkerung nahebrachte."
Dieser Sagendichter und Heimatforscher des Kaiserwaldes ge-

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