Schlaggenwälder Heimatbrief — duben / květen 2013
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sei aber entsetzt über seinen derzeitigen Zustand, sowohl was die Landschaft betrifft als auch die Menschen, die jetzt dort leben. Nach seiner Überzeugung habe jede Landschaft eine Seele, die von den dort lebenden Menschen geprägt werde. Die Seele des Sudetenlandes sei mit den Menschen, die dieses Land besiedelt, kultiviert und belebt haben, verschwunden. Jetzt sei es leer, unbeseelt.
Der tschechische Gastredner erwähnte auch die Mahnung von Max Mannheimer, Träger des Karlspreises der Sudetendeutschen Landsmannschaft (SL), an die Jugend, die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen.
Eine Meinungsumfrage in der CR und Slowakei habe ergeben, daß mehr als die Hälfte der Bevölkerung ihr Land am liebsten verlassen würde, weil es nicht mehr schön sei, dort zu wohnen. – Nachrichten wie diese machen uns nachdenklich. Solche späten Einsichten, Bekenntnisse und Entwicklungen könnten uns, die wir vor mehr als 60 Jahren zu Unrecht aus eben dieser Heimat Sudetenland vertrieben wurden, doch eigentlich schadenfroh stimmen, aber Schadenfreude entspricht nicht unserer Art und ist zudem meist kein guter Ratgeber.
Als ehemalige deutsche Bürger Böhmens verfolgen wir die Ereignisse und Veränderungen dort mit gebotenem Interesse, halten uns jedoch wohlweislich zurück, diese zu überbewerten, anders als so manche unserer Vertreter, die, stets verständnisvoll und versöhnungsbereit, lieber den Wegen der „political correctness" folgen.

Nicht glauben, lieber rauben?
Der Diebstahl einer spätbarocken Engelsstatue – sie stammt vom deutschböhmischen Bildhauer Ignaz Platzer, dem Älteren, anno 1752 – aus einer katholischen Kirche der Diözese Pilsen im Jahre 1991 und die verhinderte Versteigerung der Plastik vor kurzem in Wien lenken den Blick auf die große Anzahl von Kirchendiebstählen in Tschechien. Es wird berichtet, daß neun von zehn Kirchen im Land von Dieben heimgesucht wurden und Experten die Zahl der entwendeten Kunstgegenstände auf mehr als 100.000 schätzen. Es gäbe zahllose Sakralbauten, in denen schon nichts mehr gestohlen werden könne, weil bereits alles Wertvolle geklaut wurde.
Der Beitritt der CR zur EU und der Wegfall der Grenzkontrollen begünstigen auch diese Kriminalität. Für die Sicherung gegen Einbrüche fehlen die nötigen Finanzmittel. F.P.

Krajina u Ohře

## Landschaft an der Eger
Durch ein rundes Wolkenfenster
scheint der Mond auf Wald und Flur.
Pappeln stehen wie Gespenster,
und die Birken flüstern nur.

In den zarten Laubgewinden
spielt des Mondes Silberpracht.
Schläfernd zieht der Duft der Linden
durch die holde Maiennacht.

Auf der Burg, der monderhellten,
schlummert Frau Vergangenheit.
Drunten mit den Egerwellen
rinnt die ruhelose Zeit.

Autor ungenannt

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Pohled na druhou stranu...

## Blick nach drüben ...
Wie Landsleute bereits in den Heimatbriefen Nr. 6/2008 und 6/2009 berichteten, erhebt sich seit einigen Jahren (2008) oben am Krudumberg (835 m) eine neue Aussichtswarte.

[obr] Der schlanke Funkturm (Fernmeldemast) aus Stahl ist 50 m, mit Spitze etwa 60 m hoch. Die 152 Stufen einer offenen Wendeltreppe führen hinauf zur Aussichtsplattform in 30 m Höhe. Soweit bekannt, ist diese zu bestimmten Anlässen und Zeiten für die Öffentlichkeit (gegen Gebühr) zugänglich, im Winter geschlossen. Nähere Auskünfte erteilt das Touristikbüro der Gemeinde Elbogen (Loket).

[obr] Die Hinweistafel an einer Felsgruppe zeigt den alten, uns vertrauten gemauerten Turm der früheren Dr.-Kempf-Warte und macht unter dem Titel „Ehemalige Kempf-Aussichtswarte am Krudumgipfel, 838 m" Angaben zu Lage und Landschaft, Bauweise und Geschichte des Turms erwähnt die Eghalanda Gmoi als Heimatverein und würdigt die Person von Dr. Andreas Kempf. Leider ist der Text nur in tschechischer Sprache gehalten. Beide Aufnahmen stellte uns Lm. Josef Stowasser zur Verfügung.

Anmerkung: Unser Heimatbuch widmet auf den Seiten 132/133 Krudum und Warte einen eigenen Beitrag.

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