[obr] Die Schlaggenwalder Hauptstraße im Winter.
[obr] Die Leßnitzgasse im Winter (vmtl. 1946/47).
Die Häuserzeile (am linken Bildrand) blieb weitgehend erhalten. Jedoch mußte Lmn. Anna Žaludkova (Köhler) nach eigenem Bekunden ihr konfisziertes Anwesen Nr. 112 vom tschechischen Staat auf Heller und Pfennig zurückkaufen. (Jeder redlich Denkende wird sich darob voller Abscheu an den Kopf greifen und erneut erkennen, wie konsequent die Benesch-Unrechtsdekrete nachwirken!)
Die Häuserzeile rechts fiel zum großen Teil der Spitzhacke zum Opfer. Dort errichtete die örtliche Prominenz ihre neuen „Stadtvillen". Brauchbares Abbruchmaterial war ja genug vorhanden und günstig verfügbar. Diese Baumaßnahmen geschahen auf
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## Frühlingskunde
Hat des Winters rauhe Kälte
Busch und Baum mit Frost umhüllt,
kann die Meise wenig finden,
daß sie ihren Hunger stillt.
Jeder Mensch mit gutem Herzen
gern ihr etwas Futter streut,
hat am munt'ren Körnerpicken
dieses Vögleins seine Freud'.
Ist der Winter fortgezogen,
hingeschmolzen Eis und Schnee,
ruft die Meise hoch vom Baume
frisch und lustig: „Tsi-tsi-bee."
Was soll dieser Ruf bedeuten,
den man hört von weit und nah?
Es ist ihre Frühlingskunde:
„Tsi-tsi-bee – der Lenz ist da!"
Autor ungenannt
[obr] (bez popisku) (kresba tří sýkorek na větvičkách u básně „Frühlingskunde")
dem Boden der zu Unrecht enteigneten und brutal des Landes verwiesenen deutschen Grundbesitzer.
Es gilt noch immer das Wort von Abraham Lincoln (1809-1865), 16. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika: „Was nicht gerecht geregelt ist, ist nicht endgültig geregelt", oder anders: „Unrecht Gut gedeihet nicht!"
Lm. Herbert Jakob stellte uns beide Fotos zur Verfügung.
## Am Rande bemerkt ...
Der amtierende tschechische Ministerpräsident Petr Nečas sollte (und wollte) am 8. November des letzten Jahres vor dem Bayerischen Landtag im Maximilianeum zu München eine Rede zum Thema „Annäherung" halten. Die Ankündigung seines bevorstehenden Besuchs wurde gleich in Kreisen bayerischer Politiker lebhaft begrüßt und mit vorauseilendem Beifall bedacht, vor allem aus den Reihen der Opposition. Dabei ließ die Zustimmung jedweden historischen Bezug auf die sudetendeutschen, sozialdemokratischen Vertreter aus der Zeit des Volkstumskampfes in der Ersten Tschechischen Republik, Josef Seliger und Wenzel Jaksch, ebenso vermissen wie zum begangenen Unrecht an den Deutschen im Sudetenland nach dem Zweiten Weltkrieg und dessen Tilgung.
Medienberichten zufolge mußte wenig später der Termin für den Auftritt aus innenpolitischen Zwängen in der ČR auf Jänner oder Feber 2013 verschoben werden.
Nun gibt es noch immer Deutsche aus Böhmen, deren Vorfahren seit Jahrhunderten dort lebten, die ihre alte Heimat noch gut kannten. Sie sind Zeitzeugen für Entrechtung und Enteignung, die schon in jungen Jahren die Vertreibung aus der Väter Land hinnehmen mußten. Sie sehen dem Auftreten des tschechischen Gastes aus guten Gründen eher skeptisch und reserviert entgegen.
Es gibt sie noch, die Landsleute aus der Erlebnisgeneration, die im politischen Wandel der vergangenen Jahrzehnte, im Zeichen der „political correctness", was letztendlich Anbiederung und Kriechertum bedeutet, stirnrunzelnd als „Ewig-Gestrige" und übelwollend als „Hardliner" bezeichnet werden. Sie klagen das Recht auf Wiedergutmachung ein und stellen dem Gastredner aus Prag die „Gretchenfrage": „Wie halten Sie es mit der Vertreibung der alteingesessenen deutsch-böhmischen Bevölkerung in den Nachkriegsjahren 1945/46? Sind Sie, nach mehr als 65 Jahren nach dieser rechtswidrigen und unmenschlichen Ausweisung einer ganzen Volksgruppe aus ihrer angestammten Heimat, nach wie vor der Auffassung, daß diese brutale Maßnahme gerechtfertigt war?"
Wer von den aufrichtigen Vertretern unserer sudetendeutschen Interessen, ob „Rittersmann oder Knapp", hätte denn „den kühnen Mut", im „Zorn der freien Rede" solche Fragen an einen uneinsichtigen Nachfolger der unmenschlichen Vertreiber zu richten?
Das lautstarke Gezeter aus Medien und Politik, aus den Reihen der Anhänger und Verfechter der „political correctness" bliebe sicherlich nicht aus, wären doch ihrer Meinung nach „Kardinalfragen" wie diese der erwünschten Annäherung absolut nicht dienlich! Franz Pöttig
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## Die Verwechslung
Reifeprüfung in einer Egerländer Oberrealschule. Der Oberschulrat führt den Vorsitz. Eine etwas schüchterne junge Dame wird in Geographie geprüft. Auch der Oberschulrat stellt einige Fragen: „Nennen Sie mir Orte in Westböhmen!"
Eine leichte Frage. Die Kandidatin zählt auf: die Sprudelstadt Karlsbad, die Chemiestadt Falkenau, die Staufenstadt Eger, die Musikstadt Graslitz und den Kurort Franzensbad.
Doch der Oberschulrat ist noch nicht zufrieden. „Einen Ort haben Sie vergessen." Die Kandidatin denkt angestrengt nach – sie
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