## Aus dem Kalender
Im April – Ostermond:
1.4. (So) Palmsonntag, (scherzhafter Tag!)
2.4. (Mo) Beginn der Karwoche
5.4. (Do) Gründonnerstag
6.4. (Fr) Karfreitag (1. Vollmond im Frühling)
7.4. (Sa) Karsamstag
8.4. (So) Ostersonntag, Hochfest der Auferstehung Christi
9.4. (Mo) Ostermontag
15.4. (So) Weißer Sonntag
30.4. (Mo) Walpurgisnacht, Frei- und Losnacht
April windig und trocken, läßt alles Wachstum stocken.
Baust mich an im April, komm' ich, wann ich will;
baust mich an im Mai, so komme ich glei(ch.
Ist St. Georg (23.4.) mild und schön, wird man bald schlecht' Wetter seh'n.
Im Mai – Wonnemond.
1.5. (Di) Maifeiertag, Fest Patrona Bavariae
12.5. (Sa) Pankraz, 1. Eisheiliger
13.5. (So) Muttertag, Servaz, 2. Eisheiliger
14.5. (Mo) und
15.5. (Di): Bonifaz, 3. Eisheiliger, und Kalte Sophie
16.5. (Mi) St. Nepomukstag, Brückenheiliger
17.5. (Do) Feiertag Christi Himmelfahrt
(40 Tage nach Ostern)
27.5. (So) Pfingstsonntag (50 Tage nach Ostern),
Sudetendeutscher Tag in Nürnberg
28.5. (Mo) Pfingstmontag
Am Tag des hl. Florian (4.5.) es immer nochmals schneien kann.
Wenn's an Pankraz gefriert, wird im Garten viel ruiniert.
Die erste Liebe und der Mai gehen selten ohne Frost vorbei.
## Wöi håmma daham gsågt?
Für die meisten Bezeichnungen, Begriffe, Namen aus dem täglichen Leben, gibt es mundartliche Ausdrücke. So hatte bei uns eine(r z.B.
statt des/der — a/an
Antlitzes — Gsicht
Nackens — Gnack
Kehle — Gurgl
Mundes — Maal
Ohres, Ohren — Åuha, Åuhan
Tränen — Zaah
Fußes, Füße — Fouß, Föiß
Knies, Knie — Knöi
Beines, Beine — Baa, (Bana)
Bauches — Rånzn, Wåmpm
Rückens — Buckl
Zehe, Zehen — Zäiha, Zäihan
Haares, Haare — Håua
Nagels, Nägel — Nogl, Negl
statt eines/einer — a/an
Hammers — Håmma
Zange — Zånga
Bohrers — Buahra
Stechbeitels — Stemmeisn
Säge — Seegh
Hacke — Håck
Beils — Hackl
Schraubenziehers — Schraubmzöiha
Feile — Faal
Schere, kl. Sch. — Schar, Scharl
Nadel — No(dl
Kette — Kian
Seiles — Saal
Schnur — Spåghåt
Man — man
jagt nicht — gecht
schreit nicht — bäigt
sendet nicht — schickt
eilt nicht — tummelt sich
weint nicht — greint, höint
klebt nicht — picht
spricht nicht — redt
flüstert nicht — fischpat
klopft nicht — tampert
stiehlt nicht — graalt
Anstelle von — heißt es
stottern — droggn
nicken — gnappm
betrügen — bedaggln
verhauen — daggn
posaunen — trätern
schätzen, ehren — ästamian
kitzeln — griezln
reden, ausplaudern — låtschn
abkassieren — osaggln
gierig trinken — neikuttln
Ist jemand unpäßlich, ist eine „Krånkhat“ im Anzug, zumindest „a Strauchn“ (Schnupfen) oder „a Houstn“ (Husten). Der „Wäihding“ (Schmerz, Wehdam) bleibt nicht aus. Das „Reefma“ (Rheumatismus) ist gefürchtet, „Kuapwäih“, „Hålswäih“, „Zuahwäih“ (Kopf-, Hals-, Zahnschmerzen) nicht minder.
Bei schmerzhaftem Wasserlassen heißt die Diagnose „Wåssaschneidn“.
Damit ma niat nuch öimats ban Lesn marod wiad, häia ma öitza auf!
## A wing woos zan Schmunzln ...
Zwaa Nåchbarn treffm sich in Himml. Lenz: „Vawaa bistn du gsturbm?“ – Wenz: „Ich bin dafråuan. Und du?“ – Lenz: „Mich håut da Schlogh troffm.“ – Wenz: „Wöi dees?“ – Lenz: „Ma röift mi in da Arwat ua, daß mi mei Wei(b grod daham beträigt! Ich fåhr wöi da Teifl ham, triff mei Luise im Negligé, owa nöimats sunst. Wöitich wöi i wår, reiß ålla Schrånktürla af: nix! Schau untas Bett: nix! Hintan Vuahång, am Balkon draußn: wieda nix! Ich wia(d imma narrischa. Af amål wiad ma schlecht, fåll üm, aus wårs!“ – Wenz, entgeistat: „Ja, du ålta Dappl, häist hålt aah in da Tiefkühltruhe nåuchgschaut! Mia kanntn amend ålla zwaa heint nuch lebm!“
Zwaa Schwåmmagäi(ha, da Jåckl u da Seff, begegna im Wåld an Bärn. O du löiwa Schreck, låu nåuch! – Da Jåckl setzt si långsam nieda, tout dånn gschwind sein Rucksook runta u zöiht die schwaa(rn Schouch aus. Da Bär richt si auf u brummt. Da Seff håut Ångst: „Woos mechstn dåu? Dös Vöich is doch v(ül schnella wöi mia!“ – Da Jåckl: „Nu fralich. Owa öitza gäihts drim, daß ich schnella bin wöi du!“
Da Wenz schaut üwan Zau(n u sågt za sein Nåchban: „Sogh amål, håst du kaa Surgh, daß da die Vüagl an gånzen Souma rauspickn? Stöll hålt löiwa a Vuaglscheich auf!“ – Da Nåchba drauf: „Dös brauchts niat. Mei(n Wei(b is jå eh meistns im Gårtn!“
A Autofåhra is fuchtich weghan Boußgeld. Da Schandarm gitt nan die Quittung. „Woos soll i mit dian Wieseh?“, frägt da Fåhra zurnigh. Drauf da Polizist: „Gout aufhiabm! Wenn Sa zwölfa davua håbm, kröign Sa a Fåhrradl!“
Die klaana Anna sitzt mitn Eltern in da Summafrischn af da Terrassn. Dåu kinnt a Kåtz af sie zou, an Schwånz kirzagrood in d'Häich. Glei måhnt die Mama: „Anna, lång die Kåtz niat ua, döi kennt di niat.“ Dåu sågt dös Madl za da Kåtz: „Schöina Mieze, ich bin die Anna as Elbuagn!“
## Aus der Kinderzeit
Eine kleine Geschichte, als ich etwa vier Jahre alt war.
Wir hatten daheim in meinem geliebten Dorf Poschitzau – heute stehen dort nur noch wenige Häuser – eine nette ältere Nachbarin, Frau Müller. Sie war mir sehr zugetan, wir mochten uns. Von ihr bekam ich ab und zu etwas geschenkt: ein paar Blümchen, ein Schauferl zum Sandspielen oder zum Osterfest ein Ei. Wenn ich mich dafür artig bedankte, wie es mir beigebracht wurde, antwortete sie immer: „Is schu sua gout!“
Als meine Mama einmal mit mir eine andere Nachbarin besuchte, sie hieß Habermann, trug sich folgendes zu: In ihrer Küche hing an der Wand nahe dem Herd ein Stürzenhalter, eine Etagere, für die Topfdeckel, die in verschiedenen Größen übereinander eingeordnet waren. Dieses Gestell erregte meine Aufmerksamkeit, weil diese „Stürzn“ so schön blaugrün emailliert waren. Die Gastgeberin bemerkte dies und gab mir das kleinste Deckelchen zum Spielen. Als die beiden Frauen ihr Gespräch beendet hatten und Mama zum Aufbrechen mahnte, mußte ich mich wohl oder übel vom kleinen Stürzerl trennen. Frau Habermann sah mir an, daß mir dies nicht leicht fiel. Sie lächelte verständnisvoll und schenkte mir das einfache Spielzeug. Vermutlich war ich ganz überrascht und zunächst völlig sprachlos. Nun hätten doch das „Danke schön“ und ein kleiner Knicks von mir kommen sollen, wie man es schon den Kleinsten beibrachte! Da ich dies unterließ, kam von Mama gleich die bohrende Frage:
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