Schlaggenwälder Heimatbrief — únor / březen 2012
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Toulka historií

Zwei Jahre später, am 6.8.1806, also vor gut 200 Jahren, legte Franz II. die Römische Kaiserkrone nieder und erklärte das Römische Reich für erloschen, um es dem Korsen nicht in die Hände fallen zu lassen.

Tausend Jahre Geschichte, die mit der Krönung Karls des Großen (747-814) aus dem fränkischen Hause der Karolinger in Rom zum Kaiser im Jahre 800 begannen, gingen nun zu Ende. (Das abendländische Kaisertum wurde 962 von Otto dem Großen erneuert.) Der vom Papst gesalbte und gekrönte Kaiser galt als der Schirmherr der Christenheit und der römischen Kirche. Seit Friedrich III. (1415-1493) trugen ab 1452 nur Habsburger die Römische Kaiserkrone, ausgenommen die Regierungszeit des Wittelsbachers Karl VII. Albrecht (1697-1745), Kurfürst von Bayern, Kaiser seit 1742.

Wir vergessen zu leicht, daß es bis 1806 nur einen Römischen Kaiser gab und erst 1871, nach dem deutsch-französischen Krieg, einen Deutschen Kaiser, nämlich Wilhelm I. von Preußen (1797-1888) aus dem Hause Hohenzollern. Aber das zweite „Kaiserreich“ unter Reichskanzler Otto von Bismarck war kein supranationales Reich mehr, sondern ein vergrößertes Preußen.

Aufstieg, Existenz und Untergang des „Dritten Reiches“ (1933-1945) unter Adolf Hitler (1889-1945) haben wir selbst erlebt.

Die Erinnerung an das Heilige Römische Reich (Sacrum Imperium Romanum) blieb im habsburgischen Österreich bis zum Ende des Ersten Weltkrieges 1918 wach. Kaiser Franz Joseph I. (1830-1916) war gestorben, sein Neffe Karl I. (1887-1922) sein Nachfolger. Vor allem blieben die übernationale Sichtweise, die universale Kaiseridee, der Doppeladler als Wappen des Reiches, ebenso die Farben Schwarz und Gelb, unter denen Nationen, Königreiche, Völker und Fürstentümer zu einer Einheit in einem in Jahrhunderten bewährten Staatsgebilde zusammengefaßt waren.

Nur wenige große (Staats)Männer erkannten die Bedeutung des stabilisierenden Habsburger Reiches für Europa. Einer von ihnen war Papst Pius IX. (1792-1878), der Verständnis für die Handlungsweise Kaiser Franz II. zu zeigen begann. Sogar ein Politiker wie der britische Staatsmann Winston Churchill (1874-1965), der dem Drängen des tschechischen Exilpolitikers Eduard Benesch (1884-1948) auf „Umsiedlung“ der Sudetendeutschen im Jahre 1943 nachgab, stellte in seinen Erinnerungen über den Zweiten Weltkrieg fest: „Die große Tragödie des Ersten Weltkrieges war das vollständige Ende des österreichisch-ungarischen Reiches ... Jahrhunderte hatte dieser letzte lebende Überrest des Heiligen Römischen Reiches einer großen Zahl von Völkern, zum Vorteil von Handel und Sicherheit, ein gemeinsames Leben ermöglicht ... Es gibt keine einzige Völker(herr)schaft oder Provinz des Habsburgerreiches, der das Erlangen der Unabhängigkeit nicht die Qualen gebracht hätte, wie sie von den alten Dichtern und Theologen für die Verdammten der Hölle vorgesehen sind.“

Mit dem Ende des Ersten Weltkrieges und den von Rachsucht geprägten „Friedens“-Verträgen von Versailles (1919 mit Deutschland), Saint-Germain-en-Laye (1919 mit Österreich) und Trianon (1920 mit Ungarn) war ein zweiter Weltkrieg vorprogrammiert. Für Hitler waren sie „Schandverträge“. (Sie verrieten wenig politische Klugheit und Weitsicht.)

Die Deutschen in Böhmen, Mähren und Sudetenschlesien waren bis 1918 österreichische Staatbürger; sie wurden gegen ihren Willen in einen neugegründeten tschechoslowakischen Nationalstaat gepreßt, in dem sie nicht vertreten, sondern verhaßt waren und den sie nicht wollten. So nahm die Geschichte in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts einen verhängnisvollen Verlauf. F.P.
(Aus SdZ/Vb Nr. 32 v. 11.8.06 – Verfasser: Rudolf Grulich)

Domov trvá!

## Heimat hat Bestand!

Cestopisné zprávy

## Reiseberichte
Ein Landsmann schreibt: ... Die Fahrt im Mai 2011 hatte nicht Schlaggenwald zum Schwerpunkt, sondern Elbogen (Burg), Schönfeld (Bergbaumuseum) und die Glatzen, wobei wir auch durch die untergegangene Bergstadt Lauterbach gekommen sind. In Schlaggenwald haben wir lediglich zu Mittag gegessen und zwar in einem wirklich empfehlenswerten Speiselokal, das – ebenso wie das Heimatmuseum – nahe den Pflughäusern untergebracht ist.

Die Anreise erfolgte von Elbogen „über die Zech“, die Abreise nach Schönfeld „über die Hou“ (Huberhöhe), wobei wir noch einen kurzen Abstecher in das „moderne“ Schlaggenwald (= Horní Slavkov) unternahmen.

Vor einigen Tagen, im Oktober 2011, waren meine Frau und ich zusammen mit Freunden nochmals „im Böhmischen“ und haben uns – neben dem Kloster Tepl, Schönfeld, Petschau, Gängerhof und Schönthal – Schlaggenwald, die Heimatstadt meines Vaters, näher angesehen. Das besondere Interesse galt auch der Erforschung unserer Familiengeschichte, über die ich in den Heimat- und Kirchenbüchern der genannten Orte einige Angaben finden konnte.

Ein Augenmerk richtete sich auch auf die Friedhöfe, was den allgemeinen Zustand und vor allem die noch vorhandenen Zeugnisse über die frühere deutsche Einwohnerschaft betrifft. Im Mittelpunkt stand natürlich der Friedhof von Schlaggenwald, in dem ich Gräber meiner Vorfahren (und auch andere Grabdenkmale) ausfindig machen konnte und im Foto festhielt. Mir fiel auf, daß der alte Friedhof völlig naturbelassen geblieben ist und sich seit meinen Besuchen in den letzten zehn Jahren um den Bereich des Gotteshauses nicht grundlegend verändert hat. Die Dekanalkirche zum hl. Georg selbst ist im Innern weiterhin nicht zugänglich, geschweige denn für ihre Zweckbestimmung nutzbar. Einer Tafel, die an einem holzvernagelten Kirchenfenster an der den Gräberreihen zugewandten Seite angebracht ist, ist zu entnehmen, daß die Bedachung und damit die statische Sicherung des Gebäudes abgeschlossen ist und die weitere Sanierung der St.-Georgs-Kirche unter der Aufsicht des tschechischen Staates steht, wobei deren Fortgang nur noch von der Bewilligung von EU-Geldern abhängt. Der Kirchturm wurde wohl bereits wieder soweit instandgesetzt, daß er von der Statik her gefahrlos zu besteigen ist, wie auf einer Tafel am Aufgang ersichtlich ist, die auf die Gebühren für den Zutritt hinweist.

Auf unserer Fahrt konnten wir auch feststellen, daß die Tschechische Republik einige Anstrengungen unternimmt, um die vom Verfall bedrohten Kirchen und Klöster zu retten. Dabei werden wohl mehr Mittel aus dem EU-Kulturfonds eingesetzt als Gelder aus dem Vermögen des Vatikans. Die von uns besichtigten sakralen Bauten wiesen zum Zeichen ihrer Sanierung und Erhaltung fast durchwegs eine blaue Plakette mit dem goldenen Sternenkranz der EU auf; Hinweise auf Tätigkeiten des Vatikans fehlten jedoch.

(Schilderung von Lm. Gerhard Gröschl, Sohn von August Gröschl, München, vom 12.10.11)

Existuje jen jeden domov?

## Gibt es nur eine Heimat?
Über das Thema „Heimat“ ist schon viel gesprochen und geschrieben worden. Dreh- und Angelpunkte sind in unseren Tagen Begriffe wie „Migrant“ bzw. „Migration“ oder gar das schier unsägliche Wort „Migrationshintergrund“. Weil er oft falsch ausgelegt und mißverstanden wird, sollte man sich mit dem Begriff „Heimat“ auseinandersetzen. Wenn z.B. Menschen aus anderen Ländern in die Bundesrepublik kommen, liest man häufig von der „neuen“ Heimat, die dieser Personenkreis hier angeblich finden soll oder gefunden hat. Aber Heimat ist nicht etwas, das man beliebig austauschen kann: Ich breche heute meine Zelte ab, gehe woanders hin und befinde mich schon in der neuen Heimat.

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