Schlaggenwälder Heimatbrief — srpen / září 2010
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Milí krajané!

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noch in offiziellen Archiven und im privaten Besitz befinden, die bisher absichtlich unter Verschluß gehalten wurden und auch weiterhin bewußt der Öffentlichkeit vorenthalten werden! Das ZDF hat inzwischen die Rechte an dem Film erworben, um ihn bei uns zeigen zu können. Man achte also auf einen Sendetermin!
Übrigens: Vondráček erregte Anfang der neunziger Jahre Aufsehen mit einem Fernsehfilm über den ehemaligen Sprecher der Sudetendeutschen, Franz Neubauer, der ehemals in der ČR ähnlich verrufen war wie in unseren Tagen Erika Steinbach in Polen. Nun wendet sich der rührige tschechische Regisseur bereits einem neuen Projekt zu. Diesmal geht es ihm um die Massengräber auf böhmischem Boden, in denen die Opfer des Nachkriegsterrors verscharrt wurden und die bis heute nicht erfaßt und untersucht worden sind.
Ein anderes Thema. Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer will, so hat er es auch beim Sudetendeutschen Tag in Augsburg angekündigt, im Herbst der ČR einen offiziellen Besuch abstatten, was seine Vorgänger ausgeschlossen hatten, solange die Benesch-Dekrete nicht aufgehoben sind. Repräsentanten der Sudetendeutschen (Landsmannschaft) sollen ihn begleiten. Seehofer ließ schon einmal vorab ziemlich deutlich verlauten, daß man sich nicht allzu große Hoffnungen auf den großen Durchbruch in den sudetendeutsch-tschechischen Beziehungen machen dürfe. Er dämpfte damit die hohen Erwartungen ihrer Exponenten Bernd Posselt und Franz Pany, die daraufhin ihre Vorstellungen vom bevorstehenden Besuch in Prag als ein „historisches Ereignis“ auf die bescheidenere Erklärung: „Dieser Besuch wird nicht die Welt verändern“ einschränkten. Dabei bedarf es gar keiner Veränderung der Welt. Es genügte schon, wenn sie endlich in Tschechien geschähe!
Horst Seehofer wird die Aufhebung der Benesch-Dekrete und des Straffreistellungsgesetzes (Amnestiegesetzes) wohl nicht erreichen. Wir dürfen jedoch davon ausgehen, daß er als erklärter, verläßlicher Partner und Anwalt der Heimatvertriebenen die auf den Sudetendeutschen Tagen immer wieder erhobenen Forderungen der neuen tschechischen Regierung vorträgt, damit aus seiner Reise an die Moldau mehr wird als nur eine höfliche, aber unverbindliche Teestunde auf dem Hradschin.
Man wird das Geschehen aufmerksam verfolgen.
Wenn dieser Heimatbrief zur Monatswende Juli-August bei Euch eintrifft, hat die Sommerzeit ihren Höhepunkt erreicht, die Tage werden merklich kürzer, und auch das laute Fußballspektakel in Südafrika gehört wieder der Vergangenheit an. In den heimischen Gefilden und auch daheim im Kaiserwald reifen die „Schwarzbeer, Schwamma u Graslitzbeer“. Heiße Tage (Hundstage) können noch, vor allem in ihrer zweiten Hälfte, heftige Gewitter bringen. Für Unbilden am Morgen jedoch kannten die Alten eine Regel: „A Wetta fröih u an tråtschats Wei(b kumma am Toogh nuch a påarmål vabei.“ Nix füa ungout!
Ich wünsche Euch, liebe Heimatfreunde in nah und fern, Gesundheit und eine gute Zeit. Mit einem herzlichen „SERVUS!“
Euer Landsmann Franz Pöttig
Anmerkung: Der Fernsehkanal 3SAT brachte am 16. Juni im Vorabendprogramm einen Kurzbericht über „Töten auf tschechisch“ ohne weitere Hinweise.

Z kalendáře

## Kalendarisches
Im August – Ernting:
10.8. Tag des hl. Laurentius, Spruch: „Laurenzi kommt in finst'rer Nacht ganz sicher mit Sternschnuppenpracht“ – im Volksglauben gerne „Laurentiustränen“ genannt. In den Nächten huschen Meteoritenschwärme über den Himmel. Wetterregel: Laurenzi schön – Herbst schön.
15.8. Festtag Mariä Himmelfahrt, Mutter Jesu von Nazareth, Fürbitterin der Glaubenden.
24.8. Tag des hl. Bartholomäus, Ende der hochsommerlichen „Hundstage“ (ihr Beginn am 22.7.). In dieser Zeit steht die Sonne im Zeichen des hellsten Fixsterns Sirius (Hundssterns) im Sternbild Großer Hund.
Im September – Scheiding:
8.9. Festtag Mariä Geburt. Volkes Stimme reimt: „... zöiha d'Schwålbm wieda furt.“
15.9. Tag der hl. Ludmilla († 921), Herzogin und Patronin von Böhmen.
21.9. Tag des hl. Matthäus, Apostel und Evangelist. Wetterregel: „Wöis da Matthäus treibt, es vöia Wochn bleibt.“
23.9. Herbstbeginn, Tag- und Nachtgleiche.
29.9. Tag des hl. Michael, Schutzheiliger der Kirche und der deutschsprachigen Völker. F.P.

Ve starém přátelství...

## In alter Freundschaft ...
Heimatfreunde, nach ihrer Vertreibung aus dem Egerland in alle Winde zerstreut, haben die Bindung an die alte Heimat und die Verbundenheit untereinander nie verloren. So trafen sie sich auch heuer wieder Ende April in Altdorf b. Nürnberg.

[obr] Schlaggenwalder Freunde beim jährlichen Treffen in Altdorf bei Nürnberg. Die Teilnehmer, jeweils v.l.: Maria Zeidler, Gudrun Hubl, Hilde Kadesch (Wirlitsch), Anneliese Kaiser (Eckl), Herbert Kaiser, Ernestine Hackenberg (Wawersich), Anton Schnappauf, Franz Pöttig; dahinter: Annemarie Pöttig, Charlotte Kastner-Berkel (Gareis), Irmtraud Gerstner, Helmut Hackenberg, Marianne Schnappauf (Bräutigam).
Foto: F.P.

61. Sudetoněmecký den

## 61. Sudetendeutscher Tag (ST)
Die jährliche, traditionsreiche Zusammenkunft der heimatvertriebenen Sudetendeutschen fand an Pfingsten 2010 wiederum in Augsburg statt. Das Treffen in der Schwabenmetropole, die auch Patenstadt von Neudek und Reichenberg ist, mit letzterer auch in Partnerschaft verbunden, stand diesmal unter dem Leitwort „Gemeinsame Geschichte – Gemeinsame Zukunft in Europa“.
Die Zahl der Teilnehmer – man sprach von etwa 10.000, die erwarteten 30.000 wurden sicherlich weit unterschritten –, die festlichen Veranstaltungen, Ansprachen, Vorträge, kulturellen Darbietungen, Fahnenabordnungen, Trachtengruppen, Informationsstände, Ausstellungen und das lebhafte Interesse an heimatlicher Literatur beim Helmut Preußler Verlag in Halle 5 und vieles mehr bewiesen an diesem Wochenende auch dieses Mal, daß unsere Volksgruppe zwar wieder etwas kleiner geworden, aber nicht unterzukriegen ist und lebt. Sie präsentierte sich mit ihrer Geschichte und Kultur auf dem Messegelände der alten Fuggerstadt eindrucksvoll aufs neue, und dies mehr als 60 Jahre nach der menschen- und völkerrechtswidrigen Vertreibung aus der angestammten Heimat, trotz Zerstreuung und gelungener Einbürgerung. Ein wahrhaft friedliches Bekenntnis zu Heimat und Recht! Über den ST, die Ansprachen des bayerischen Ministerpräsidenten und Schirmherrn unserer Volksgruppe, Dr. Horst Seehofer, des Sprechers der Volksgruppe Bernd Posselt, des

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