Schlaggenwälder Heimatbrief — červen / červenec 2010
/ 7
česky německy obojí klasické zobrazení →
Sken listu 5
Pohled na druhou stranu

## Blick nach drüben
An der Grenze erschossen. Knapp 300 Personen seien von 1948 bis 1989 an den Grenzen der kommunistischen Tschechoslowakei (CSSR) umgekommen, gab das Institut zum Studium totalitärer Regime bekannt. Die meisten seien Bürger der CSSR gewesen, die in den Westen hätten fliehen wollen. Aber auch „DDR“-Bewohner, Menschen aus Polen und Ungarn seien von den Grenztruppen bei ihrer Flucht getötet worden. Bei anderen Zwischenfällen an der abgeriegelten Grenze seien auch Österreicher und Westdeutsche ums Leben gekommen. Das Institut erstellte ein Verzeichnis der Opfer und veröffentlichte Berichte von Zeitzeugen. (Aus „Karlsbader Zeitung“, April 2010)

Neuer Trick. Eine Touristikfirma aus Holland unternahm eine Tagesbusreise aus dem Raum Lichtenfels nach Franzensbad und erhob den Fahrpreis erst in Tschechien. Dabei verlangte sie die Bezahlung mit der EC-Karte, Bargeld wurde nicht akzeptiert. Im Bus reichte man ein kleines „Terminal“ (Registriergerät) durch, mit dem die Reisenden ihre Einzahlung unter Angabe von Konto- und PIN-Nummer vornehmen konnten. Der Betrug kam erst ein paar Tage später zutage. Von fast allen Konten wurden anstelle von 49,– Euro Beträge bis zu 980,– Euro abgebucht.
Die Polizei warnt: Bei solchen Fahrten niemals mit der EC-Karte bezahlen. (Aus „Egerer Zeitung“, Jänner 2010)

Schleierfahndung. Während die Polizei der CR ihre Verkehrskontrollen im Binnenland durch Alkoholtests verschärft, hat Bayern die Schleierfahndung in den Grenzkreisen zur CR gegen tschechische Vorwürfe der Schikane verteidigt. Diese Maßnahme sei ein wichtiger Garant für höchstmögliche Sicherheit in Bayern und in einem vereinten Europa. Die gezielten Kontrollen auf den Überlandverbindungen richten sich vor allem gegen überregional agierende Banden und tragen zur Aufklärung von Straftaten in ganz Deutschland bei; sie seien keine Verletzung des „Schengener Abkommens“.

Rückblende. Ende März 2009 war, wie erinnerlich, die Mitte-Rechts-Regierung des damaligen tschechischen Ministerpräsidenten Mirek Topolanek (ODS-Partei) durch ein (inszeniertes) Mißtrauensvotum gestürzt worden.
Am 1. Juli 2009 endete die EU-Ratspräsidentschaft seines Nachfolgers Johann Fischer (Jan Fišer), vorherig Leiter des staatlichen Statistikamtes, der eine von den im Parlament vertretenen Parteien ausgehandelte Übergangsregierung ohne Parteizugehörigkeit gebildet hatte. Wenn es sich bei diesem „Interimsmodell“ nicht gerade um eine Marionettenregierung handelte, so konnte man ihr wohl kaum besondere Kompetenz zur Stabilisierung der politischen Lage in der CR einräumen. Diese „Experten-Regierung“ war bis zu den Neuwahlen im Mai 2010 im Amt.
Als Außenminister fungierte Jan Kohout. Dieser trat an die Stelle von Karel Schwarzenberg, ehemals Berater von Ex-Staatspräsident Vaclav Havel; er gründete inzwischen die neue rechtsliberale Partei TOP 09, der im Zuge der Neuwahlen reger Zulauf vorhergesagt wird.
Die Regierung unter Fischer war die zehnte seit der Trennung von der Slowakei am 1.1.1993. Die durchschnittliche Regierungszeit beträgt eindreiviertel Jahre; sie stellt der politischen Stabilität kein ruhmreiches Zeugnis aus. Zu den hauptsächlichen Ursachen für diese Häufigkeit zählen Parteienhader, Intrigen und knappe, stark wechselnde Mehrheitsverhältnisse in Parlament und Senat.

Pěkná historka

## A „Goutmanada“
Eine Anekdote aus dem Leben Josef Hofmanns
Hofmann war auf dem Heimweg von einer Alpenreise. In Marienbad verließ er den Zug, um das Tepler Land zu durchwandern. Mit offenem Kragen, hemdsärmelig, den schweren Rucksack mit dem Bergstock stützend, schritt er rüstig fürbaß. Die Sonne brannte vom Himmel, zudem schmerzten die Füße. Da lud der tiefe Schatten einer Linde zur Rast ein. Er zog die Schuhe aus und machte ein „Natzerl“.
Auf einem Feldweg näherte sich, die Sense geschultert, ein Bauer. Er blieb stehn, musterte unseren Wanderer, nahm die Pfeife aus dem Mund und fragte stirnrunzelnd: „Wåuhi(n?“ – Hofmann: „Nåuch Kårlsbod.“ – Bauer: „Dåu hå(bmS' owa nuch an weitn Wegh.“ Und mißtrauisch weiter: „Woos hå(bmS' denn dåu in Ihrn Rucksoock?“ – „Nu jå, woos ma hålt sua zan Wån(darn braucht: Schouch, Strümpf, Wesch u woos fürn Mogn.“ – Bauer, nachbohrend: „Håuts latt kaa(n Arwat? Woos sadS' an?“ – „Lehra“ – „Woos? A Lääahra? Dees glauwi Enk, daßS' sua v(ül Zeit valoudern kinnts. U in da School rouhts dånn van Falenzn aus. Hawe die Ehre!“ (Aus „Karlsbader Zeitung“, Folge 6/2005)
Anm.: Josef Hofmann, bedeutender Egerländer Heimatdichter und -forscher, Bewahrer des Egerländer Volksgutes, geboren 1858 in Karlsbad, gestorben 1943 daselbst.

Trochu pro pobavení ...

## A wing woos zan Schmunzln ...
Da Mani håut in d'Stråußnbåhn sein Hund mitgnumma. Da Schåffna valångt dafüa an volln Fåhrpreis. Da Mani: „Dånn derf da Dackl aah an eighana Sitzplåtz hobm!“ – Da Konduktör: „Natürlich! Owa seina Föiß derf a niat afm Sitz legn!“

In da School. As Frailein zan Hansi: „Wenn du dees Zeignis dein' Våta zeigst, dånn wiad s graue Håua kröign.“ Låcht da Hansi üwas gånza Gsicht: „Dåu wiad a si owa richtigh freia, waal a doch seit fünf Gåuhan a Glåtz håut.“

A gunga Lehra w(üll in Sozialkunde an Kinnan nua zeign, wöiv(ül Leit jedn Toogh sterbm: „Nåugh jedn Schnaufara, den i måch, stirbt a Mensch.“ A Stimm va da hintaran Reih: „Håbm Sa's schu amål mit „Odol“ prowiat?!

A Gåst kinnt vadröißlich ausn Lokal. Fräigt da Koch an Oba: „Woos håutn der grod ins Beschwerdebouch neigschriebm?“ – Oba: „Nix. Er håut sei(n Schnitzl neipåppt.“

„Wöi gäihts?“, fräigt a(n Maus die ånnara. „Åch, häia auf“, sågt sa. – „Seit i hintan Kü(hlschrånk leb, wiari mein Houstn üwahapt nimma låus!“

Mutta bringt die Zw(ülling ins Bett. Aana va dianan zwaa låcht u låcht u häiat gåua nimma auf zan Låchn. „Warum låchstn du sua deppat?“, fräigt nan die Mama vaärghat. Da Bou plåtzt raus: „Nu, waal du an Karli zwamal bådt håst u mich gåua niat!“

Zwaa Kraxler san af Berghtour u stänga vuara Gletschaspåltn. Sågt da aana: „Vuarigha Woch is dåu mei Berghführer neigfålln.“ – Da ånnara: „Woos? U dåu bleibst du sua rou(high?“ – „Nu jå, er wår hålt schu ålt. U a påar Seitn håbm aah schu gfahlt.“

Až pak...

## Dann . . .
Dann, wenn der Abend singend wird
auf bunten Blumenbeeten,
des Windes leise Flöten,
von tiefem Unkenruf durchirrt
aus dunklen Wipfeln tönen,

kommt über mich so seltsam sacht
ein unstillbares Sehnen –
wie Höhen, die sich röten
mit schon versunk'ner Sonnenpracht.

So brennend ich – bis mich die Nacht,
zu trösten und versöhnen,
in ihre samtnen Arme nimmt
und Träume, schön wie Elfen, stimmt. –

Ernst Görl, Poschetzau

věta pokračuje na dalším listu ⟶

list 5 z 7
Rozdělení textu na listy je odhad — text může o odstavec přetéct na sousední list. Původní znění vlevo je vždy přesné.
Klikni na větu a ukáže se, kde na skenu stojí. Zvýrazňují se celé řádky, ne přesná slova — místo je tedy přibližné.