[obr] Das Foto zeigt die begleitende Mannschaft: Ingenieure, Lokführer, Maschinisten, Betriebspersonal bei der Überführung der Lok unterwegs auf der Straße zur Pinge.
In der stillgelegten Fabrikanlage wohnten noch die Familie Miedl und einige russische Familien (Fremdarbeiter). F.P.,
nach Aufzeichnungen von Lm. Roland Rohm
(a Bou va da Hou), der auch das Foto zur Verfügung stellte.
Anmerkung: Mit der erneuten Aufnahme des Bergbaus in den letzten Jahren des Zweiten Weltkrieges fiel auch viel Abraum an. So begann man, das taube Gestein im benachbarten Wiesental abzulagern. Damit ging ein liebliches Nahziel für Ausflüge mit Gasthaus und Echo (Ruf: „Was essen die Studenten?“ – Antwort: „.... Enten!“) verloren. Die Wasserleitung der Bergbrauerei mußte verlegt werden. Auch die tschechische Bergbauverwaltung setzte das Auffüllen des Tales mit totem Material fort, das sich nicht einmal für den Wegebau verwenden ließ. Heute ist das Wiesental zugeschüttet und inzwischen auch bewaldet. Der abschließende Steilhang reicht bis zum Bahnviadukt in der Seifertsgrün heran und überragt die Brücke an Höhe. Man kann von der Oberen Gasse über den Korbberg auf ebenem Weg hinüber zum Kaunitz gelangen! F.P.
## Gärtners Freude
Wer von uns in der alten Heimat einen Garten sein eigen nennen konnte, und war das Fleckchen auch noch so klein, der nutzte ihn mit Sorgfalt und pflegte sein „Reich“ mit Hingabe.
Als nach der Vertreibung viele Landsleute auch in der Fremde wieder Eigentum an Grund und Boden erworben und es zu einem neuen Wohnsitz gebracht hatten, war der Besitz eines Gartens wie daheim höchst willkommen. „Gartln“ blieb eine beliebte Beschäftigung in der Freizeit für jung und alt.
Das Areal diente zunächst mehr der Selbstversorgung mit Kartoffeln, Gemüse und Küchenkräutern, die Nutzung für Obst ging vielfach einher. Größere Flächen erlaubten später das Anlegen von Blumenbeeten, Zier- und Steingärten und eröffneten Möglichkeiten zur Gestaltung der Freizeit.
Wie auch immer, jeder ordentliche Garten verlangt viel körperlichen Einsatz. Vom zeitigen Frühjahr bis zum späten Herbst geht die Arbeit nie aus, und an so manchem Tag reicht es nur zu kurzen Verschnaufpausen. Ganze Stunden, Nachmittage gar, mit süßem Nichtstun zu verbringen, käme dem fleißigen Gärtner erst recht nicht in den Sinn.
Anders sehen es die guten Bekannten, die gelegentlich zu Besuch kommen oder beim Spaziergang über den Zaun schauen. „So ein bißchen Garten macht sich von allein, und große Mühe kann es doch nicht sein“, lautet einer jener „kundigen“, sogar gereimten Kommentare, die man zu hören bekommt.
Von wegen! Unsere Lmn. Anneliese Scherf-Clavel weiß es besser und faßte die gärtnerische Wirklichkeit in Verse:
## Der Liegestuhl
„Ach, wie bist du zu beneiden
um die vielen Gartenfreuden!“,
rufen stets die Freunde aus,
die kein Gärtchen hinterm Haus.
Seh'n mich, faul wie im Prospekt,
malerisch dahingestreckt,
während rings die bunte Pracht
blüht, gedeiht und Freude macht!
O, was wißt Ihr von den Mühen,
die man hat um all dies' Blühen:
Um die Schönheit zu erhalten,
kämpft man mit Naturgewalten!
Ständig hockt man auf dem Boden,
um zu jäten und zu roden.
Setzt man neue Pflanzen ein,
brennt sie tot der Sonnenschein.
Und geht endlich auf der Samen
von Reseda und Zyklamen,
frißt das erste zarte Grün
stets das Huhn der Nachbarin!
Kaum verjagte man die Mäuse,
sitzen auf den Rosen Läuse,
und der Rasen, wohlgepflegt,
Maulwurfstatendrang bedeckt.
Grad ist man am Zwiebelstecken,
muß man schneiden schon die Hecken,
und ist dieses dann getan,
fängt das Mähen wieder an!
Alles will gehätschelt sein,
nur das Unkraut wächst allein ...
Müde und total zerstochen,
Fingernägel abgebrochen,
schleppt man Kannen hin und her.
Und der Liegestuhl bleibt leer!
Leg' ich mich jedoch hinein
und laß alles Mühen sein,
denkt Ihr Freunde sicherlich:
Statt zu schaffen, aalt sie sich!
(F. P., aus „Kaadner Heimatbrief“ 11/09)
## Aus Großmutters Küchn
Erdepplbüazl, nuch sua ra „Arma-Leit-Essn“!
Wie es oft der braven Hausfrau gelang, mit einfachen Mitteln ein schmackhaftes Gericht auf den Tisch zu bringen, zeigt das folgende Rezept:
Die Köchin drückt gekochte Kartoffel durch das Sieb der „Erdepplpreß“, fügt eine Prise Salz und (nach Gefühl) so viel Mehl hinzu, bis die Masse einen festen Zusammenhalt hat. Dann den trockenen Teig gut durchkneten und dünn auswalzen (etwa 2-3 mm); danach in handtellergroße, handliche Stücke teilen und auf einem Leintuch zwischenlagern.
Nun werden die „Fleck“ auf der Herdplatte bei mittlerem Feuer beidseitig gebacken. Dabei wirft der Teig kleine Blasen, die jedoch wieder zusammenfallen. Anschließend bestreicht man die „Büazl“ mit zerlaufener Butter und Sirup oder wendet sie in einer Mischung aus Zucker und Zimt. Zur Begleitung reicht die tüchtige Küchenfee eine passende Suppe.
Wer erinnert sich noch an diese Kocherei und bedient sich ihrer? Voraussetzung wäre, daß ein brauchbarer Küchenofen vorhanden ist und keine Schlankheitsbedenken bestehen. Aber einen Versuch wäre es doch wert, oder? F.P.
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