## Liebe Landsleute!
Es ist schon seltsam. Noch immer vergeht kaum ein Tag, an dem es nicht einen Grund gibt, an unser Leben in der alten Heimat zu denken: Anruf einer lieben Bekannten, die daheim auf der Peint gewohnt hat, der Brief eines Landsmannes, nunmehr aus der Pfalz, ein Gruß aus dem fernen Amerika, Bilder aus dem Familienalbum, ein mundartlicher Ausdruck, lange nicht mehr vernommen, ein Beitrag in der Zeitschrift „Der Egerländer“, ein Teller aus der H & C, der uns damals in die Fremde begleitete und noch in Gebrauch ist, und so manches andere ist dazu angetan, Erinnerungen an früher zu wecken und nachzuhängen. Geht es Euch nicht ähnlich?
Nicht zu vergessen sind natürlich Mitteilungen und Nachrichten, die für den Heimatbrief gedacht sind; bin ich doch nach wie vor mit seiner Gestaltung befaßt.
Kindheit und Jugendzeit im schönen Egerland von einst sind allgegenwärtig und im Gedächtnis fest verankert, die Erinnerungen daran sind ein wertvoller, schier unerschöpflicher ideeller Schatz, zugleich ein immerwährendes Vermächtnis, dessen Pflege unser Leben selbst im hohen Alter noch bereichert. Und der Heimatbrief ist bemüht, dieses Vermächtnis zu hüten und zu bewahren.
Etwas anderes. Wenn diese Folge zu Euch ins Haus kommt, nähert sich das Jahr schon seiner Mitte – und es ist wieder Sommer geworden. Ein Blumenfreund mit poetischer Ader, der ungenannt bleibt, findet für seine Gefühle sinnige Verse:
Sonnige Tage – Zeit der Rosen,
duftende Schönheit im Überfluß!
Und jede von ihnen,
ob gelb oder rosa,
sei eines Sommers inniger Gruß!
Rote Rosen – Zeichen der Liebe,
Boten der heimlichen Zärtlichkeit;
und stechen die Dornen,
die steten Begleiter,
füge dich drein, erdulde das Leid!
Zur Sommerszeit gibt es nur wenige hohe Feste. Das war daheim nicht anders. Es kam wahrscheinlich daher, daß die Arbeit auf den Feldern keine Zeit zum Feiern ließ. Wenn nach dem Kalender der „bewegliche“ Fronleichnamstag (zehn Tage nach Pfingsten) noch in den Monat Mai fällt – heuer erst am 3.6. –, dann kommen der Sonnenwende (21. 6.) und dem St. Johannitag (24.6.) besondere Aufmerksamkeit zu. Schon am „Veitstag“ (15.6.) sieht der Volksglaube eine entscheidende Übergangs- oder Wendezeit voraus, lautet doch die Prophezeiung: „St. Veit ändert die Zeit, alles geht auf die andere Seit'.“
Rozdělení textu na listy je odhad — text může o odstavec přetéct na sousední list. Původní znění vlevo je vždy přesné.
Klikni na větu a ukáže se, kde na skenu stojí. Zvýrazňují se celé řádky, ne přesná slova — místo je tedy přibližné.
