## Liebe Landsleute!
Wenn der Monat März vorüber ist, hat die Sonne schon mächtig an Kraft gewonnen, deren wohlige Wärme wir Älteren so sehr schätzen. Die Welt erscheint uns freundlicher, das Dasein lebenswerter. Die rauhen, oft frostig-kalten Wintertage gehören wieder der Vergangenheit an, und man seufzt erleichtert auf.
Wenn der Postbote diese Ausgabe des „Heimatblattes“ ins Haus bringt, feiern wir Ostern, das Fest der Auferstehung Christi. Wir erinnern uns an das festlich geschmückte Heilige Grab, an das feierliche Hochamt in der St.-Georgs-Kirche und an das reiche österliche Brauchtum in der alten Heimat. Wir denken an die Maiandachten in der St.-Anna-Kirche, die der hl. Maria, der Muttergottes, gewidmet waren; an den Himmelfahrtstag, an dem viele Familien nach der Messe gerne Ausflüge in die grünende und blühende Natur unternahmen; wir vergessen nicht den Muttertag, an dem unser Dank in Wort und Lied den Müttern gilt. Fünfzig Tage nach Ostern feiern wir Pfingsten, das Fest der Sendung des Hl. Geistes.
Freuen wir uns nun auf den sehnlich erwarteten Frühling, das satte Grün der Fluren, die bunte Vielfalt der Blumen, die vertrauten Stimmen der Vögel und auch auf ein frohes Wiedersehen mit guten Freunden aus der alten Heimat.
Ich wünsche Euch dazu eine gute Zeit, den Kranken erfolgreiche Wege zur Genesung, allen ein friedvolles Osterfest und schöne Feiertage im Monat Mai.
Es grüßt Euch in heimatlicher Verbundenheit
Euer Lm. Franz Pöttig
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## April
Wenn der April Spektakel macht,
gibt's Heu und Korn in voller Pracht.
Drum, mischt er Schnee mit Sonnenschein,
laß ihm sein Spiel und schick' dich drein!
Kommt Rosamund mit Sturm und Wind,
das schadet nicht. – Doch der gewinnt,
der Lein sät an Ezechiel,
der wächst ihm ganz bestimmt nicht fehl.
Solang' die Frösch' vor Markus schrei'n,
müssen sie nachher stille sein.
Gib acht in der Walpurgisnacht,
daß dir die Hex' kein Schaden macht!
Rolf Nitsch (1920-1984), Egerländer Schriftsteller
Anmerkung: Rosamunde (30.4.?), Ezechiel (Hesekiel), Prophet in Babylon, 10.4., Markus, Evangelist, 25.4., Walpurgisnacht (Frei-, Losnacht) 30.4.
Treue Leser werben einen neuen Bezieher für den EHB!
## Steinbach-Streit
Die „Karlsbader Zeitung“ (KZ) – Ausgabe Februar 2010 – befaßte sich ausführlich mit dem inzwischen fast widerwärtigen Gezerre um die Präsidentin der Vertriebenen Erika Steinbach und ihrem Sitz im Stiftungsrat für das Zentrum gegen Vertreibungen. In Beiträgen, wie „Verhärtete Fronten im Steinbach-Streit“ und „Antrittsbesuch in Prag“, geht man auf die gegensätzliche Haltung des derzeitigen Bundesaußenministers Guido Westerwelle zur Besetzung mit Frau Steinbach ein.
In der gleichen Ausgabe der KZ ist zum genannten Politiker auch Gereimtes angeführt. Es stammt aus der „Preußischen Allgemeinen Zeitung“ vom 9.12. 2009. Unter dem Titel „Die Westerwende“ und Pseudonym „Pannonicus“ werden (leider) nur fünf der acht Strophen zitiert. Ein Versehen?
Hier die vollständigen Verse:
Wie man weiß seit alten Zeiten,
klappt Versöhnung nicht allein,
denn es müssen beide Seiten
ehrlich dran beteiligt sein.
Doch verdreht sind wohl die Rollen,
wenn man Opfern heut' diktiert,
wie sie sich versöhnen sollen,
daß es Tätern konveniert.
Noch perverser und gemeiner,
aber Tätern höchst genehm
ist's, wenn eignen Leuten einer
in den Rücken fällt zudem.
Stein und Bach hätt' ich geschworen,
daß der früher anders klang –
hat er den Verstand verloren?
Nein, er lernte: Da geht's lang!
Also heult er mit der Meute
und bewährt sich im Spagat,
ist er doch Minister heute –
fragt man sich, für welchen Staat?
Ja, der Liberal-Geselle
mausert sich zum Meister-Lamm.
und die weiche Sühnewelle
bleibt daher im Hauptprogramm.
Fürs Versöhnen hat er grade
auch den Schnellkurs absolviert –
in Nahost, wo ohne Gnade
man Vertrieb'ne malträtiert.
Allerdings, so ist Versöhnung
nicht nur schlichtweg ungerecht,
sondern obendrein Verhöhnung –
bloß der Deutsche schweigt und blecht ...
Anmerkung frei nach Goethes Faust: „Politisch' Lied, ein garstig' Lied?“
F.P.
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