Schlaggenwälder Heimatbrief — červen / červenec 2011
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Ti staří

[obr] Das imposante Rathaus unserer Patenstadt Auerbach i.d. Opf. am oberen Marktplatz.

Die Aufnahme entstand beim Besuch eines Bürgerfestes. Es war am späten Nachmittag, die Sonne hatte sich schon so gut wie verabschiedet, Zeit zwischen Tag und Dämmerung. Die Baumgruppe im unteren Teil des Bildes war bereits in den Schatten geraten.

Uvítání!

## Willkommensgruß!
Als Bürgermeister Ihrer Patenstadt heiße ich Sie im Namen der Gemeinde und persönlich als Besucher des Bürgerfestes am 9./10. Juli herzlich willkommen und wünsche Ihnen viel Freude beim Wiedersehen im Kreis Ihrer Landsleute.
Ihr Joachim Neuß, Erster Bürgermeister

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Svatodušní pouť do Chlumu Svaté Maří

## Pfingstwallfahrt nach Maria Kulm
Zwischen Eger und Karlsbad, nahe Falkenau, liegt Maria Kulm, der berühmteste Wallfahrtsort des Egerlandes. Die bereits 1383 vorhandene erste Kirche war aus einer Waldkapelle „Maria in der Haselstaude" hervorgegangen. Der derzeit bestehende Sakralbau wurde 1690-1712 von Marcantonio Canevale nach Plänen des Barockbaumeisters Christoph Dientzenhofer erbaut. Auch Geheimrat Goethe hat bei seinen Reisen nach Karlsbad mehrmals diese prächtige Wallfahrtskirche besichtigt.
Unsere Eltern erzählten, daß von Zeit zu Zeit, vornehmlich im Frühjahr, sich Gläubige aus dem Kirchsprengel der Bergstadt Schlaggenwald zur Wallfahrt nach Maria Kulm auf den Weg machten. Während des Zweiten Weltkrieges habe auch ich als Zehnjähriger an einer solchen Pilgerfahrt teilgenommen. Leider sind mir Einzelheiten von damals nicht mehr in Erinnerung, außer, daß dieses Wallfahren mit langen und mühevollen Wegen verbunden war. Bilder von einem Besuch noch vor der „Wende" hingegen haben sich gut eingeprägt, als sich an der Kirche unübersehbar erschreckende Zeichen eines fortgeschrittenen Verfalls zeigten.
Im Folgenden schildern fromme Pilger aus den Kirchengemeinden von Donawitz, Funkenstein, Kohlhau und Schneidmühl Orte süd(öst)lich von Karlsbad, was sie auf ihrer Wallfahrt nach Maria Kulm – in der Zeit vor 1945, versteht sich – erlebten:
Mit einem Rucksack am Buckel und festen Schuhen an den Füßen, Gebetbuch und Rosenkranz nicht vergessend, versammelten wir uns zu sehr früher Stunde vor der Pfarrkirche in Donawitz, um über Schlaggenwald, Dreihäuser, am Krudum vorbei, Birndorf und Unterreichenau nach Maria Kulm zu „wallfahren".
Mit priesterlichem Geleit, von einem Vorbeter geführt, ging es bis zum „Töppeleser Kreuz", wo sich Mitpilger aus Trossau der Prozession anschlossen. Mädchen in weißem Kleid, meist in Obhut der Mutter oder einer Bekannten, trugen ortsweise die Muttergottes auf der Stangentrage. Es galt als besondere Ehre, sie aus der Donawitzer Kirche heraus, in die Kulmer Wallfahrtskirche hinein und zu Hause wieder in die heimatliche Kirche tragen zu dürfen. Die jungen Frauen erfüllte es mit Stolz, wenn sie die Bänder der geschmückten Maria in Händen hielten. Um diesen Ehrendienst entbrannte gelegentlich auch ein recht unheiliger Eifer, manchmal sogar Streit. Außerhalb der Ortschaften machte man es sich leichter, denn es war ein weiter und recht beschwerlicher Marsch bis zum Ziel. Dann trug ein kräftiger Mann die Muttergottes in einem Holzkästchen auf dem Rücken.
Wer unsere Gegend kennt, weiß, wie hügelig das Gelände ist. Zudem wich der Wanderweg oftmals Straßen, Teichen und sumpfigen Stellen aus, was zusätzliche Schweißtropfen kostete. Nicht zu unterschätzen war zunehmend die Sonnenwärme, die am späten Vormittag vom Himmel brannte. Trug noch dazu eine Mutter ihr krankes Kleinkind im Buckelkorb mit, oder galt es, einen gehbehinderten Angehörigen zu stützen, konnte die Wallfahrt zur Strapaze und Tortur werden. War einmal Kulm erreicht, und hatte man sein Herz der himmlischen Mutter ausgeschüttet, war der Heimweg schon etwas leichter.
Wo gläubige Menschen sind, ist auch der Aberglaube nicht weit, sagt man. So gab Waschen am „Heiligen Brunnen" jungen Mädchen Schönheit und Gesundheit. Wer die 400 Stufen zum Glockenturm erklomm und auf die große Glocke seinen Namen schrieb, wurde von Zahnschmerzen befreit. So manche der Andacht dienenden Gegenstände (Devotionalien), die man an den Ständen rings um die Kirche erwerben konnte, galten als sichtbarer Ausdruck des im Gebet vorgetragenen Wunsches und des Wallfahrtsgrundes.
Die Kulmer Nachtlager boten keine Bequemlichkeiten. Man schüttete Stroh auf den Boden und schlief darauf, wenn man es nicht vorzog, auf Tischen und Bänken zu liegen. Da aus allen Richtungen zahlreiche Prozessionen zu Pfingsten nach Kulm kamen, mußte eben jedes verfügbare Plätzchen ausgenützt werden, und unser durch wenig Luxus verwöhntes Landvolk nahm die Anstrengung des Weges wie auch die Einfachheit des Nachtlagers ohne Murren auf sich.
Vor dem Aufbrechen von Kulm galt noch einmal ein Blick dem Innern der Gnadenkapelle und dem Gedanken, ob und wann man wohl wiederkommen würde. Dann wurden noch ein paar Mitbringsel „für die daheim" eingekauft, selbstverständlich auch ein paar Heiligenbilder nicht vergessen, wollte man doch bei der Rückkehr bei der unvermeidlichen Frage: „Hast ma woos mitbracht?", nicht mit leeren Händen dastehen. Sobald die Prozession, trotz des „graußn Gwürghs" rundum, vollzählig war, ging es unter Beten und Singen wieder den Kulmer Berg hinab heimzu. Man war erleichtert, hatte seiner Christenpflicht genügt, ordentlich gebetet und geopfert. Heimwärts ging es flotter, wenn sich auch bei dem einen oder anderen schon Blasen an den Füßen zeigten. In Schlaggenwald, schon nicht mehr weit von den

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