Schlaggenwälder Heimatbrief — prosinec 2010 / leden 2011
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Milí krajané!

Meine lieben Landsleute!
Aus dem Pfaffenwinkel, so nennt man die oberbayerische Landschaft zwischen den Alpenflüssen Ammer und Lech, Euch allen ein herzliches „Grüß Gott!"! In der Kreisstadt Weilheim, die heuer das Jubiläum der Gründung vor tausend Jahren feiern konnte, bin ich nach der Vertreibung aus der Heimat wieder seßhaft geworden und inzwischen – wie Ihr alle – auch in die Jahre gekommen. Und da bleiben eben die bekannten Wehwehchen nicht aus.
Zu den lästigen Beschwerden, die das Alter so mit sich bringen, zählt, daß das Gedächtnis, „as Gmiark", merklich nachläßt. Das kann man nicht leugnen und ebensowenig mit angepriesenen Pastillen und Säften ändern. Alltägliche Dinge und Geschehnisse aus jüngerer Zeit sind davon besonders betroffen. Die als unentbehrlich gerühmte „Merkzettel-Wirtschaft" sorgt höchstens vorübergehend für ein wenig Abhilfe.
Anders verhält es sich z.B. mit den Erlebnissen aus früherer Zeit. Siehe da, das sog. Langzeitgedächtnis erweist sich meist als wesentlich zuverlässiger! Es setzt einen gerade bei besonderem Anlaß in Erstaunen!
Weihnachten ist ein solcher. Schon im Advent wird so manche Erinnerung wieder lebendig. Man hält inne. Die Gedanken wandern – wohin denn sonst? – zurück in das heimatliche Egerland. Unauslöschlich sind die Bilder aus den Jugendtagen eingeprägt. Sie regen zum Nachsinnen an und sind ein wertvoller Besitz, von dem wir zehren dürfen, solange wir leben.
Wie lange ist das her? Die Erkenntnis macht betroffen und nachdenklich zugleich: mehr als sechzig Jahre! Und doch: Wer sich seiner alten Heimat am Kaiserwald noch verbunden fühlt, dem bedeuten Reminiszenzen an das weihnachtliche Schlaggenwald und seine Dörfer auch heute noch, nach Jahr und Tag, unendlich viel. Wie oft und innig haben Landsleute, vor allem in der ersten Zeit nach der Vertreibung, mit Heimweh im Herzen und feinem Gespür über diese „Hohe Zeit" berichtet! Auch im Heimatbuch ist dem Brauchtum um das Fest der Geburt Christi ein eigener Beitrag gewidmet. Glaubt mir, es lohnt sich, in diesem unserem „Hausbuch" darüber zu lesen!
Liebe Heimatfreunde! Die vergangenen Novemberwochen waren, wie in jedem Jahr, dem Gedenken an unsere Verstorbenen und der Trauer gewidmet. Grauer Nebel trübte die ohnehin kurzen Tage, an denen es nicht recht hell werden wollte. Nieselnde Nässe, leise fallende Blätter, der erste Nachtfrost und die frühe Dämmerung bedrückten das Gemüt und ließen kaum Freude aufkommen. Die Sonne, die es heuer nicht immer gut mit uns gemeint hat, hielt sich nur allzuoft hinter dichten Wolken verborgen. Erst das Licht der Kerzen am Adventskranz läßt uns wieder zuversichtlich in die Zukunft schauen.
Weihnachten steht vor der Tür. Tage der geschäftigen Vorbereitung gehen ihm voraus; eine Zeit des Innehaltens und der Rückschau, aber auch der Freude und Dankbarkeit sollte folgen. Und bedenken wir: Die festlichen Tage verheißen Licht und Wärme für die einen, bedeuten beklemmende Schatten der Einsamkeit, der Enttäuschung und des Leides für andere. Besinnen wir uns auf Gottes Gang zu den Menschen und auf die einzigartige Nacht damals in Bethlehem, auf daß wir als gute Christen, nebeneinander wie die armen Hirten und die mächtigen Könige vor dem Kind in der Krippe das Knie beugen, um in Demut zu beten.
Kommt wohlbehalten über den Winter! Vielleicht ist uns im nächsten Jahr ein Wiedersehen vergönnt.
Ich wünsche den Erkrankten von Herzen recht bald Besserung und die erhoffte Genesung, allen eine gesegnete Adventszeit, manch stille Stunde mit heimatlichen Erinnerungen, ein besinnliches, gesegnetes Weihnachten sowie Gesundheit, Lebensfreude und Zufriedenheit im neuen Jahr.
Es grüßt Euch in alter Verbundenheit
Euer Landsmann Franz Pöttig

Eine persönliche Anmerkung: Es war mein Bemühen, auch in diesem Jahr wieder mit verschiedenen Beiträgen in unserem Heimatbrief Euer Interesse zu finden. Ich hoffe, daß mir der Allmächtige weiter die Kraft gibt, für die heimatliche Gemeinschaft noch eine Weile tätig zu sein.
Haltet Ihr dem Heimatbrief die Treue!

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K novému roku

## Zum Neujahr
Von Gottes Hand gehalten,
geh'n wir nun aus dem alten ins neue Jahr hinein.
Und wo wir ihm begegnen,
da will er uns auch segnen, in Gnaden bei uns sein.

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Vánoční a novoroční pozdrav patronátního města

## Weihnachts- und Neujahrsgruß der Patenstadt
Liebe Freunde aus Schlaggenwald und Umgebung!
In wenigen Wochen feiern wir Weihnachten, ein christliches Fest. Seine Botschaft heißt: Friede auf Erden denen, die guten Willens sind. Entgegen den Hoffnungen der Menschen gibt es noch so viel Zank und Streit im eigenen Land und in aller Welt. Immer wieder flammen kriegerische Auseinandersetzungen auf und nehmen kein Ende; sie prägen so manches Ereignis im Erdenrund. Der Drang nach Macht und die Gier nach Reichtum sind allgegenwärtig und erzeugen Gewalt, lassen Böses geschehen und machen gute Absichten zunichte. Wir leben in einer unruhigen Zeit.
So kommt es, daß wir uns gerade zur Weihnachtszeit nach einem friedlichen Leben, nach Ruhe und Geborgenheit sehnen, wir müssen aber dankbar sein, daß wir nach dem letzten Krieg inzwischen mehr als sechs Jahrzehnte in Sicherheit, in Frieden und Freiheit verbringen durften.
Sie mußten 1946 das schwere Los der Vertreibung aus der Heimat im Egerland auf sich nehmen. Die Gemeinde Auerbach wurde Ihre Patenstadt, in der Sie seit 1952 bei mehr als dreißig Treffen ein Wiedersehen mit Ihren Landsleuten feiern konnten. Leider hat sich heuer kein solches Beisammensein ergeben.
Dafür lade ich Sie schon jetzt sehr herzlich zu unserem Bürgerfest im nächsten Jahr ein, das vsl. am 9./10. Juli stattfindet und

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