## Links gelingt's, rechts is Schlecht's ...
So lautete einer von jenen lockeren Sprüchen, von denen es früher, zu unserer Zeit, daheim, wie anderswo auch, eine Vielzahl gab, die, oft schlecht und holperig gereimt, passend oder zur Unzeit geäußert, jedem spontan und leichthin über die Lippen kamen. Manchmal waren solche „Zitate" in alten Ansichten, Vorurteilen, Mißgeschicken oder im Aberglauben begründet. „Alles Gute kommt von oben", „Weiter als bis auf die Haut wird man nie naß", „In der Nacht sind alle Kühe schwarz" dürfen dazu als Beispiele dienen.
Der Mensch besitzt gewöhnlich zwei gesunde Hände, die, gut gesteuert, ebenbürtig sind und in der Praxis „als Werkzeug" vielseitig zusammenwirken und gestalten. Sie können kräftig zupacken oder untätig bleiben, zärtlich streicheln oder grob zuschlagen, binden oder trennen, segnen oder verdammen.
Es ist daher rätselhaft, seltsam und unverständlich zugleich, weshalb der Sprachgebrauch jedem der beiden Gliedmaßen (gilt auch für die Beine) eigene Fähigkeiten oder Wertigkeiten und besondere Schwächen zuordnet. Juckte es z.B. in der linken Hand, dann konnte man eventuell mit einem finanziellen Zuwachs, einem Lottogewinn oder angenehmen Bescheid rechnen. (Und Geld nahm man schließlich mit der Linken in Empfang, während es die Rechte ausgab.) Kribbelte es hingegen in der rechten Hand, wirkte sich diese Annahme negativ aus: Unangenehmes stand ins Haus.
Auch Organe, wie das Gehör, werden von dieser Ungleichheit nicht ausgenommen. Beim Klingen im linken Ohr – die Unterscheidung fiel nicht leicht – galt, daß jemand gut von einem sprach. Ähnliche Geräusche rechts wurden als mißliches Gerede gedeutet. Heute weiß man, daß simple Störungen der Durchblutung im Gehörbereich als Ursache in Frage kommen. „Bist latt heint mitn linkn Fouß vanäi aufgståndn", fragte man spöttisch, wenn jemand in aller Frühe schon mißgelaunt war. In diesem Fall bedeutete eben „links" Schlechtes. Stellte sich einer arg ungeschickt an, so mußte er sich als „linkisch" oder gar als „linka Dåutschn" bezeichnen lassen. „Dea håut zwaa linke Händ", hieß es dazu, wenn jemand öfters fehlerhaft arbeitete. Tatsächlich geht man davon aus, daß die linke Hand allgemein als weniger leistungsfähig anzusehen sei. Die Menschen bedienen sich bei der täglichen Arbeit mehrheitlich der rechten Hand, während die linke (nur) Beistand leistet.
Wer in seinem Alltag gezielt die linke Hand bevorzugt, zählt zu den Linkshändern. Nach Erkenntnissen der Forschung ist der Einsatz von Geburt an vom Gehirn vorprogrammiert. Es gibt mehr Menschen mit dieser Veranlagung als vermutet. So gehören zu ihnen hochrangige Tennisasse und bekannte Musikinterpreten. Boxer „fighten" als Linksausleger, Fußballer von Rang schlagen Traumpässe gekonnt mit dem linken Fuß; Expräsident Bill Clinton unterzeichnete mit der linken Hand. Und es gibt noch weit mehr „Linke".
In unserer Schulzeit fielen Linkshänder auf, weil sie den Griffel von obenher führten (aber nach rechts schreiben mußten). Versuche der Lehrer und der Eltern, den Schüler auf sanfte Art „umzupolen", mußten fehlschlagen; die „Umschulung" hatte Hemmungen, Sprach- und Konzentrationsstörungen zur Folge. Heute weiß man, daß links oder rechts in der „Schaltung" des Gehirns verankert sind und nicht gewaltsam geändert werden sollten und dürfen.
Zur Begrüßung reicht man in der Regel die rechte Hand, so verlangt es die Erziehung. Wer die Linke benutzt, fügt meist entschuldigend mit einem Lächeln hinzu : „Die Linke kommt vom Herzen". Nun, wie auch immer, wir sollten unsere Hände als einzigartige Instrumente ansehen, sie schätzen, schonen und als gleich achten und für ihre lebenslange Verfügbarkeit dankbar sein, für beide!
(Nach einem Beitrag von Trautl Irgang in „Der Egerländer", Folge 3/4, 2010)
## Eine wahre Begebenheit zum Schmunzeln
Karl und Willi, zwei lebhafte Buben,
hielt es nicht lange daheim in den Stuben.
Sie tobten lieber im Freien umher,
denn „stillesitzen" fiel ihnen schwer.
Es war ein grauer Novembertag,
als sich diese Geschichte begab:
Die Buben schlichen zur Kirche hinein –
es brannte vor dem Marienschrein
nur eine Kerze – am Hauptaltar
das „Ewige Licht" – wie's üblich war.
Das schien den beiden jedoch nicht genug;
schon regte sich Willis Gedankenflug,
auch alle anderen Kerzen zu entfachen –
dem Heiland eine Freude zu machen?
Dann knieten sie still im Gebet versunken,
ihr Blick ob der strahlenden Helle trunken.
So fand sie der Mesner, der war sehr erstaunt,
er holte den Pfarrer, gar übel gelaunt.
Und dieser wunderte sich noch mehr,
er holte sogleich den Lehrer her;
der war Willis Vater – nun sei zu erwähnen:
Er packte sein Söhnchen – daheim gab es Tränen.
„Mein Sohn, jetzt sag' mir auf der Stelle,
was sollte aller Kerzen Helle?"
Und nach des Vaters gestrenger Frage,
kam stockend und schluchzend Willis Klage:
„Die Oma vom Karl, das mußt du verstehen,
kann uns dann besser vom Himmel aus sehen."
Zita Ladwig (1919-2007), Egerländer Lyrikerin
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## Die „Schoolboum"
[obr] vom Jahrgang 1925 sind/wären heuer 85 Jahre alt. Auf dem Foto besuchten die Zehnjährigen bei Lehrer Hans Neidhart 1934/35 die vierte Klasse der Knabenvolksschule in Schlaggenwald.
Die Schüler waren, jeweils von links, in der ersten Reihe: Zettler ?, Unterstab ?, Markoff Josef, Doppler Rudolf, Klarner ?, Waldert Rudolf, Karpf Ernst, Weidl ?; zweite Reihe: ??, Kämpf Karl, Lorenz Josef, Dobner ?, Hösch Walter, Enderle Gerhard, Beck Jaro, Jessl ?, Sommer Walter; dritte Reihe: Günther ?, John ?, Kraus ?, Reinhold Edwin, Gebauer Gerhard, Kreutzer ?, Völkl Anton; vierte Reihe: ??, Hahn Josef, Lehrer Hans Neidhart, Zinner Hans, Mosch Anton, Putz Anton.
## Aus heimischer Küche
Bahschnietz, wieda sua ra „Årma-Leit-Essn" va daham
Es stand eher in der kalten Jahreszeit auf dem Speisenplan, daß man Brotscheiben auf der heißen Ofenplatte beidseitig leicht röstete, dann mit Knoblauchzehen einrieb, mit Schweine- oder
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