Schlaggenwälder Heimatbrief — říjen / listopad 2010
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Milí krajané!

Liebe Landsleute!
Wieder nähert sich ein Jahr seinem Ende. Wie rasch vergeht doch die Zeit! Uns Älteren scheint sie sogar zu eilen. Da hat auch der Heimatbrief Mühe, mit ihr Schritt zu halten. Er soll, wie immer, seinen Beziehern für die nächsten zwei Monate gefällige Beiträge bringen, was, zugegeben, oft nicht einfach ist. Dieses Mal gilt die Folge dem Oktober und dem November, ein ungleiches Paar. Beide zählen nach dem Kalender zum Herbst, doch wir erwarten vom Oktober trotz des Abschieds von der sommerlichen Wärme noch heitere und milde Tage, leuchtende Farben in den Wäldern, ein letztes Ernten, während wir mit dem November das Erleben grauer Tage mit Nässe und Nebel, mit Dunkelheit und Winterahnen verbinden, mit Tagen der Trauer und inneren Einkehr, mit Gedanken, die so trübe sind wie das Wetter.
Da hat es der Heimatbrief inhaltlich schwer, diesen jahreszeitlichen Eigenheiten gerecht zu werden. Vielleicht helfen einige Verse weiter.

Můj přítel podzim

## Mein Freund, der Herbst
Bunt ist sein Rock wie seine Palette,
kühn führt er den Pinsel, wo immer er malt;
flammend sein Rot, wie Korallenkette,
Patinagrün, das im Sonnenlicht strahlt.
Er ist ein Freund, den ich so liebe,
Freund auch des Windes, dem Laub zugeneigt.
Er lehrt mich sinnen; Im Zeitgetriebe
blüht es und reift es, vergeht und schweigt.

Unsere bekannte Egerländer Lyrikerin Zita Ladwig, die am 21. Oktober 2007 im Alter von 88 Jahren in ihrer zweiten Heimat Waldkraiburg starb, führt uns mit viel Poesie weiter:

Z pozdního pohledu

## Aus später Sicht
Ein jeder muß altern, und wenn euere Jugend
nur noch Erinnern, dann krönet die Tugend.
Wenn Einsamkeit härter und wenn euch verlassen
der letzte der Freunde, dann geht euere Straßen
voll Duldsamkeit weiter. Es gibt ein Erbarmen –
bald enden die Schritte in gütigen Armen.

Heimatfreunde! Ich wünsche Euch, wo auch immer Ihr unseren Heimatboten zur Hand nehmt, Wohlbefinden, den Kranken recht bald Besserung und Genesung, uns allen noch angenehme und freundliche Tage in einem hoffentlich „goldenen" Oktober und eine gute, auch besinnliche und gesegnete Zeit.
Es grüßt Euch in alter Verbundenheit
Euer Landsmann Franz Pöttig

Bleibt unserem Heimatbrief treu! Werbt für seinen Bezug! Aus Mitlesern sollen Abonnenten werden. Jede Abbestellung schwächt unsere Gemeinschaft. Der Heimatbrief ist die letzte Brücke zur alten Heimat und zu den Landsleuen.

Kalendárium

## Kalendarisches
Im Oktober – Gilbhardt
3.10. (So) Tag der deutschen Einheit (gesetzlicher Feiertag), Erntedankfest
17.10. (So) Kirchweih, „Kaiserkirchweih"
31.10. (So) Reformationstag, heuer Ende der Sommerzeit.
Oktoberhimmel voller Sterne hat die warmen Öfen gerne.

Im November – Nebelung
1.11. (Mo) Hochfest Allerheiligen
2.11. (Di) Allerseelen
11.11. (Do) St. Martinstag; „Martini sågt da Schnäi: Dåu bin i."
14.11. (So) Volkstrauertag
17.11. (Do) Buß- und Bettag
21.11. (So) Totengedenktag
28.11. (So) 1. Advent
30.11. (Di) St. Andreastag; 29./30. Losnacht, bei uns „Annaresnå(bmd" geheißen.
Im November ist hinter jeder Staude ein anderes Wetter.

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