Schlaggenwälder Heimatbrief — srpen / září 2009
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Milí krajané!

## Liebe Landsleute!
Vor einigen Wochen schon hat das Jahr seinen Zenit überschritten. Inzwischen ist es Hochsommer geworden, und der August zog ins Land.
Die Altvorderen nannten diesen Monat sinnigerweise „Ernting", denn in dieser Zeit reifte das Getreide (meist Roggen) – as Traad zan Schniet. Wir erinnern uns: Die Ernte bedeutete für den Bauern seit Väterzeiten harte Arbeit. Als es noch keine Maschinen gab, schnitten „die Mohder" mit der Sense (mit aufgesetztem „Wachler") breite Schneisen in das wogende Meer der Halme und Ähren, über das Sonne und Wolken ihre Licht- und Schattenspiele trieben. Fleißige Frauen nahmen die „Mahd" auf und banden das Korn mit langen Strohbändern zu Garben. Sechs bis acht von ihnen wurden pyramidenförmig zu „Mannln" aufgestellt; so blieben sie – je nach Witterung – mehrere Tage auf dem Feld zum Trocknen stehen, bevor sie in die Scheune gefahren wurden.
Die Zeit der Sensen und Sicheln ist schon lange vorbei. Vorüber ist aber auch das einstige, so vertraut gewesene malerische Landschaftsbild der langen Reihen von „Houtmannln" auf den Stoppelfeldern. Die vom Mähdrescher von heute ausgeworfenen klobig-runden Strohballen (Rollen) wirken dagegen wie Fremdkörper.
Ab dem St. Laurentiustag (10.8.) weint der Himmel seine „Laurentiustränen", wenn in klaren, zumal mondlosen Nächten Sternschnuppen – es handelt sich um Meteoriten – wie blitzende Striche aufleuchten, über das Firmament huschen und wieder verlöschen. Der Volksmund weiß zu reimen: „Laurenzi kommt in finst'rer Nacht ganz sicher mit Sternschnuppenpracht". Der Abergläubische behauptet, daß beim Aufblitzen sehnliche Wünsche in Erfüllung gingen. Wer fest daran glaubt, vielleicht?
Am 15. August feiern wir das Fest Mariä Himmelfahrt. Am 24.8. (St. Bartholomäus) enden nach dem Kalender die hochsommerlichen Hundstage, die am 22. Juli begannen. Nicht selten jedoch stehen die Zeichen in der Natur schon auf Spätsommer und frühen Herbst. Gefragt sind jene stillen und noch warmen Abende im Garten, an denen man Windlichter aufstellt oder im gemütlichen Zimmer nach einem Buch greift.
Langsam bewegt sich das Jahr wieder einwärts. Der Tag beginnt nun später und endet früher. Die Nächte werden kühler, die ersten Nebelstreifen ziehen über Felder und Auen. Machen wir uns nichts vor: Der Sommer geht zur Neige.
Im Monat September, den die Vorfahren „Scheiding" nannten, ist uns das Fest Mariä Geburt (8.9.) noch gut in Erinnerung, denn da „ziehen die Schwalben furt". Vorher saßen sie, ebenso die Jungstare, laut „dischkrierend", auf den Drähten der Freileitungen aufgereiht wie Viertelnoten auf dem Notenblatt. Der Wetterkalender nennt am 15.9. die hl. Ludmilla († 921), Herzogin und Patronin von Böhmen, die gern Wind und Regen bringt, und erst recht am 21., den Matthäitag, von dem es heißt: „Wöis da Matthäus treibt, es vöia Wochn bleibt". Die Buben lassen ihre bunten Drachen steigen, die Dolden der Vogelbeeren reifen, die letzten Sonnenblumen grüßen über die Zäune und gelb und rot leuchten Weinlaub und Ahorn. Untrüglich – es ist wieder Herbst.
Es würde mich freuen, wenn dieser jahreszeitliche und kalendarische Streifzug wieder Euer Interesse findet. Einen Ausflug in die Politik indes erspare ich mir auch dieses Mal. Die Ereignisse sind durchwegs unerfreulich, Finanz- und Wirtschaftskrisen erweisen sich als äußerst beunruhigend und geben Anlaß zu tiefer Besorgnis. Wir sind gebrannte Kinder: Wir haben schon einmal alles verloren.
Über die Teilnahme am Bürgerfest der Patenstadt Auerbach i.d.Opf. kann erst in der nächsten Folge des Heimatbriefes berichtet werden. Meine Bitte: Bleibt ihm gewogen und seine Bezieher!
Mit heimatlichem Gruß und guten Wünschen an Euch alle

Euer Landsmann Franz Pöttig

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Podzim

## Herbst
[obr] (bez popisku) (kresba stromu, ze kterého odlétává listí ve větru)

Der Herbstwind weht,
der Sommer geht,
Vorbei ist Blühen und Reifen.
Und jede Hand,
die schuf im Land,
kann nach den Früchten greifen.

Sieh, weit und breit
ist Erntezeit.
Nun ist's auch an Dir zu fragen,
ob wohl die Saat
aus deiner Tat
hat ihre Frucht getragen.

Rolf Nitsch (1920-1984) , Egerländer Schriftsteller

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Ve starém přátelství

## In alter Freundschaft
[obr] Schlaggenwalder Landsleute beim Jahrgangstreffen Ende April in Altdorf bei Nürnberg. Die Teilnehmer v.l.: Anton Schnappauf, Herbert Kaiser, Emmi Weichert (Bräutigam), Horst Rauscher, Annemarie Pöttig, Margareta Rauscher, Anneliese Kaiser (Eckl), Hilde Kadesch (Wirlitsch), Anneliese Schuster (Veit), Gudrun Hubl, Helmut Hackenberg, Marianne Schnappauf (Bräutigam), Charlotte Kastner-Berkel (Gareis), Traudl Gerstner, Marianne Lugner (Turba), Rudolf Dörfl, Ernestine Hackenberg (Wawersich), Erna Dörfl. Foto: F. Pöttig

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60. sudetoněmecký sjezd

## 60. Sudetendeutscher Tag
Die jährliche, traditionsreiche Zusammenkunft der heimatvertriebenen Sudetendeutschen, die einmal das zweite Volk der böhmischen Länder waren und nun der vierte Stamm Bayerns sind, fand an Pfingsten 2009 turnusmäßig wieder in Augsburg statt. Das Treffen in der schwäbischen Metropole, die seit über 50 Jahren auch Patenstadt von Neudek und Reichenberg ist, mit letzteren auch in Partnerschaft verbunden, stand diesmal unter dem Motto „Der Geschichte verpflichtet – die Zukunft gestalten".
Das Jubiläum „60 Jahre Sudetendeutscher Tag" (abgek. „ST") gibt Anlaß zu einem kurzen Rückblick. Wie hatte es damals begonnen? Der erste ST 1950 in Kempten (Allgäu) war Ziel von über siebzigtausend Besuchern, ähnlich der zweite 1951 in Ansbach, beim dritten 1952 in Stuttgart stieg die Zahl der Gäste auf hunderttausend und darüber. Bei den nächsten STen erreichte die Teilnehmerzahl mit über einer halben Million Hochform; sie fanden abwechselnd in Franfurt/M., München, Nürnberg, 1959 in Wien, 1961 in Köln, 1995 zum letzten Mal in München, danach (ab 2001) nur noch in Augsburg und Nürnberg statt.
Die Interessen der Volksgruppe vertraten ihre Sprecher Rudolf Lodgman von Auen, Hans-Christoph Seebohm, Walter Becher,

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