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mache, um Honig zu kaufen oder ein Glas Bier zu trinken. Hans entgegnete spontan, daß auch er als Hobby-Imker häufig an Samstagen vormittags im besagten „Lokal“ anzutreffen sei. Solche Zufälle können sprachlos machen, doch unsere Unterhaltung wurde immer lebhafter. Es soll nicht verschwiegen sein, daß sich in unsere Freude auch Wehmut mischte, daß es über Jahre hinweg keine Chance eines Wiedersehens gegeben hatte. „C’est la vie“, sagt man in Frankreich – so kann es im Leben gehen.
Als wir, mein Mann Helmut und ich, uns im Juli auf der Heimfahrt vom Auerbacher Treffen befanden, lag es nahe, einen Kurzbesuch bei Streichsbiers zu machen. Ein Telefonat verlief positiv. Voller Erwartung fanden wir das Haus etwas außerhalb von Altdorf, gespannt läuteten wir an der Haustür. Die Hausfrau öffnete und bat uns, zunächst im Garten Platz zu nehmen. Dann erschien Hans. Wir sahen uns an, gingen aufeinander zu und fielen uns in die Arme. Es war einfach schön, fast wie ein Wunder, und die Jahre seit 1950 schienen in diesem Augenblick vergessen.
Bei Kaffee und Kuchen gab es natürlich eine Menge zu erzählen. Hans ist nun 77, sieht gut aus und arbeitet noch immer freiberuflich weiter. Er zeigte uns sein stattliches Anwesen und voller Stolz das eigene Bienenhaus. Leider verging die Zeit viel zu schnell. Eine Fahrt von etwa 300 km zu uns nach Hause, nach Lahnstein am Rhein, lag vor uns, wo wir schon 50 Jahre leben. Beschenkt mit zwei Gläsern Honig und beschwingt vom guten Gefühl, uns 2008 in Altdorf wiederzusehen, traten wir den Heimweg an.
Erni Hackenberg geb. Wawersich
(von der Peint), im November 2007
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## In der alten Heimat
Der Besucher steht auf der früheren „Reinhold-Brücke“. Die Statue des hl. Johannes von Nepomuk mit einem Engel zu seinen Füßen ziert die nördliche gemauerte Brüstung. In der linken Bildhälfte dehnt sich an der Stelle, wo einmal das Rubeschhaus stand, eine mit üppigem Löwenzahn durchsetzte Wiese in Richtung Sackgasse/Peint aus. Auch das nächste Anwesen Gröschl fehlt. Der Weg führt, immer am Flutbach entlang, durch den Unteren Graben bis zum Gänsdörfl am Ortsausgang.
Am rechten Bildrand ist hinter hohen Bäumen das zweistöckige Haus des Kaufmanns Johann Schröck (Nr. 37) erkennbar.
[obr] Die Aufnahme vom Mai 2007 stellte uns Lmn. Irene Scharnagl, Frischhausen-Neuhaus, zur Verfügung.
## Das Gewerbe
in unserer überschaubaren Bergstadt war gut gegliedert, breit gefächert und bot den Einwohnern alle benötigten Waren und Dienstleistungen. Es bildete den Mittelstand und das wirtschaftliche Rückgrat des Ortes, war zugleich Spiegel guten Bürgertums und gab vielen Arbeit und Brot. Gediegene Ausbildung und Erfahrung, Fleiß und Strebsamkeit waren seine Markenzeichen. Im Beitrag des Heimatbuches „Die Gewerbetreibenden in der Stadt“ (S. 232 ff.) findet der interessierte Leser Namen und Anschriften der Inhaber von über 250 Betrieben, Geschäften und Werkstätten, die in Schlaggenwald in etwa der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts ansässig waren. Mancher von uns entdeckt dort auch den eigenen Familiennamen und besinnt sich wieder auf verwandtschaftliche Verbindungen.
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