## 59. Sudetendeutscher Tag in Nürnberg
Freundliches Wetter begleitete die vielen Teilnehmer, die sich am Pfingstsonntag (11.05.) erwartungsvoll auf den oft weiten Weg zum Sudetendeutschen Tag machten, der diesmal unter dem Motto „Für Heimat und Menschenrecht“ stand und in der Frankenmetropole stattfand. Zahlreiche Veranstaltungen, interessante Ausstellungen, Informationsstände, das umfangreiche und gediegene Buchangebot des Helmut Preußler Verlages in Halle 1, die Fahnenabordnungen, Trachten- und Musikgruppen, dazu die wiederum große Zahl der Besucher stellten erneut unter Beweis, daß unsere Volksgruppe lebt! Eine friedliche Demonstration als Bekenntnis zu Heimat und Recht! In Halle 2 war auch das Egerland vertreten. Nach der Hauptkundgebung in der gutbesuchten Frankenhalle, die vom neuen Bundesvorsitzenden der Sudetendeutschen Landsmannschaft (SL), Franz Pany eröffnet wurde, mit den Ansprachen von Bernd Posselt, dem neuen Sprecher der Volksgruppe, von Dr. Günther Beckstein, dem neuen Ministerpräsidenten des Freistaates Bayern und Schirmherrn, fanden sich an unserem „Stammtisch“ weitere Landsleute ein. Es gab ein ständiges Kommen und Gehen. Etwa zwei Dutzend Besucher mögen es gewesen sein, 16 ließen sich registrieren. Man freute sich über so manches Wiedersehen, auch mit Überraschungsgästen, und nützte die Gelegenheit, alte Bekanntschaften aufzufrischen und neue Kontakte zu knüpfen. Heimatverbliebene waren diesmal nicht anzutreffen. Mehrere Teilnehmer gaben zu erkennen, daß sie auch beim Heimattreffen in der Patenstadt Auerbach i.d.Opf. wieder dabeisein möchten.
Die Medien berichteten in kurzen Beiträgen überwiegend sachlich über das jährliche Treffen der Volksgruppe und hoben den
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## Wie das Leben so spielt
Der Heimatbrief setzt diese Reihe mit einem weiteren Beitrag fort
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## Wiedersehen nach fast 60 Jahren!
Für diese Begebenheit muß ich zeitlich etwas weiter ausholen. Anlaß dafür ist ein handgemaltes Ölbild in einem schönen silber-schwarzen Barockrahmen, das seit vielen Jahren in unserer Wohnung hängt. Es stellt mehrere zartrosa Rosen in einer ovalen Vase dar, ein Motiv, einfach nur hübsch und ansprechend. Wenn ich das Bild betrachte, muß ich immer an den jungen Mann denken, der es gemalt hat.
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[obr] Der Wunsch der beiden ging heuer Ende April in Erfüllung. Die Freude des Wiedersehens steht ihnen ins Gesicht geschrieben. Ad multos annos! Erni Hackenberg (Wawersich) und Hans Streichsbier.
Foto: Franz Pöttig
Er war nach dem letzten Krieg mit seiner Mutter, ebenso wie wir drei Geschwister mit unserer Mama, 1947 ins innertschechische Gebiet zur Zwangsarbeit verschleppt worden. Hans stammte aus der Iglauer Sprachinsel. Die Malerei war wohl sein Steckenpferd, was ich damals nicht wußte. Er erwies sich als ein netter, gebildeter Mensch, der eine Brille trug und an Sonntagen ziemlich regelmäßig nach Česká Běla kam, einem Ort, in dem wir Deutschen uns gerne einfanden, um uns näher kennenzulernen und Kontakt zu halten.
Als endlich 1950 nach hartnäckigen Bemühungen unsere Ausreise nach Deutschland genehmigt wurde, lud man uns mit Koffern und Bündeln auf einen kleinen Lastwagen und brachte uns zum nächstgelegenen Bahnhof. Wir kamen auch an der Ortschaft vorbei, in der Hans arbeiten mußte. Plötzlich sah ich ihn winkend am Straßenrand stehen. In der Hand hielt er ein in braunes Packpapier gewickeltes „Etwas“, das er mir überreichte. Doch schon ging die Fahrt weiter. Erst im Lager in Eger konnte ich das Gebinde öffnen. Erstaunt und erfreut sah ich das Bild mit dem Stilleben. Auf der Rückseite stand nur: 16. April 1950, Hans Streichsbier. Schade, daß ich mich bei ihm nicht bedanken konnte.
Schon vor Jahren ließ mich der Gedanke nicht los, den jungen Künstler und Leidensgenossen von damals ausfindig zu machen, um ihn, wenn möglich, zu treffen. Leider blieb meine Suche vergeblich, ich geriet an falsche Adressen. Enttäuschung! Vor einigen Wochen unternahm ich noch einmal einen Versuch. Ich wandte mich an meine Tochter, um vielleicht per Internet fündig zu werden. Und siehe da! Sie schickte mir per Fax ein Ergebnis, das zur Hoffnung Anlaß gab. Es handele sich um einen Mann gleichen Namens, von Beruf Grafik-Designer, wohne in 90518 Altdorf und sei ein gutaussehender älterer Herr mit Hornbrille.
Das schlug bei mir wie ein Blitz ein. Alles schien zu stimmen, das mußte er sein! Und Altdorf? Doch nicht etwa „unser“ Altdorf bei Nürnberg, wo ich seit vielen Jahren im Frühjahr beim Klassentreffen bin?
Ich überlegte nicht lange und ging ans Telefon. Eine Frau meldete sich und bestätigte mir, daß ihr Gatte der Gesuchte ist. Ich erklärte ihr den Anlaß meines Anrufs. Am Abend klingelte das Telefon. Gespannt nahm ich den Hörer ab: Hans, der gute Bekannte aus schwerer Zeit, war am anderen Ende. Fast 60 Jahre lagen dazwischen, und trotzdem erkannte ich gleich seine Stimme. Er bekundete sein Erstaunen, aber auch seine Freude. Wir führten ein langes und angeregtes Gespräch, um nur annähernd das Geschehen von Jahrzehnten zu beschreiben. Ich erzählte ihm, daß ich jedes Jahr im April nach Altdorf komme, um mich mit Freunden zu treffen, daß unsere Gruppe am Samstag beim gewohnten Rundgang stets auch am „Bienenhaus“ kurz Station
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