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die Tschechen nennen den Ort „Prameny“ (tsch. “pramen“ bedeutet „Quelle“). Er ist hochverschuldet, stark vernachlässigt und ohne Gemeinderat, für den niemand kandidieren will. Ein vom Staat eingesetzter Beamter soll ihn demnächst verwalten. Das Rathaus sowie das weitere Gemeindeeigentum sollen zur Tilgung der Schulden versteigert werden.
Die Ortschaft werde von riesigen Bärenklaupflanzen eingekreist. (Siehe Beitrag „Das kaukasische Monster“ im Heimatbrief Nr. 3/1998!) Die Gebäude der ehemaligen deutschen Bewohner wurden nach deren Vertreibung nicht mehr instandgesetzt. Navara fragt: „Wie konnte es geschehen, daß ein reicher Kurort, der ein beliebtes Ausflugsziel der Kurgäste aus dem benachbarten Marienbad war, zu einem Krähwinkel wurde, der nicht einmal einen Bürgermeister hat?“
Schriftsteller und Regionalhistoriker Luděk Jaša, der über die Ortsgeschichte ein Buch schrieb, wird zitiert: „Es war eine baulich ansehnliche Ortschaft, manche Häuser ähnelten in ihrem Pomp denen in Marienbad. Nach dem Krieg kamen jedoch andere Menschen und Soldaten, einige Häuser wurden abgerissen, andere gesprengt.“ Die Sudetendeutschen seien vertrieben, ihre Häuser und die Kirche aus dem 14. Jahrhundert zerstört und die Ortschaft Teil eines Truppenübungsgeländes geworden.
Man vergleiche die Ortschaft mit einem Bettler, der auf einem Goldhaufen sitze, denn die dortigen Quellen seien wirklich heilend. Nach 1990 sollten die Quellen erschlossen werden, und ein Investor wollte eine Abfüllanlage bauen. Die Gemeinde sollte 20 Millionen Kronen jährlich erhalten. Daraufhin habe sie auf Pump Bohrungen finanziert, um die besten Mineralquellen zu finden, jedoch hätten die strengen Auflagen im Naturschutzgebiet des Kaiserwaldes (heute „Slavkovsky Les“, also eigentlich „Schlaggenwalder Wald“) dieses Vorhaben verhindert. Statt des Geldes in die Gemeindekasse flössen nun jede Sekunde 15 Liter Mineralwasser ungenutzt in einen Bach. Die Schulden beliefen sich derzeit auf 30 Millionen Kronen, und die Zinsen häuften sich an. Die Gemeinderäte hätten ihre Ämter niedergelegt, und für die Gemeinde interessiere sich keiner mehr. Ein vom Prager Innenministerium eingesetzter Beamter solle die grundlegenden Geschäfte der Gemeinde führen, bis sich eine ordentlich gewählte Vertretung gebildet habe.
Wie es tatsächlich weitergehe, weiß niemand. Wer hat schon Lust, sich um eine ruinierte Gemeinde zu kümmern? Schließlich übernimmt der Staat mit der Ernennung eines staatlichen „Protektors“ nicht auch noch den Schuldenberg. Ein Ausweg aus dieser trostlosen Lage des einst blühenden deutschen Kurorts Sangerberg ist nicht erkennbar. Und Sangerberg ist beileibe kein Einzelfall. F.P.
(SdZ/Vb Nr. 50 vom 11.12.09 – Autor: Milan Kubes)
## Winterliches Idyll
auf der heimatlichen Kirchstaffel weckt Erinnerungen an die oft lange, schneereiche Winterzeit.
[obr] (bez popisku) (zasněžený pohled na kostelní schody a část města v zimě)
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Das Bild zeigt die uns so vertraute Kirchstaffel, winterlich verschneit, mit Blick über einen Teil der Stadt. Am steilen Aufgang zur St.-Georgs-Kirche steht rechts der Mitte die bekannte gotische Steinsäule, auch Häßler-, bzw. Heßlersäule genannt. Die ebenfalls steilen Dächer der Häuser (als Bedachung diente häufig Teerpappe) tragen eine geschlossene Schneedecke. Links im Vordergrund erkennen wir Haus-Nr. 179 (Zeidler), in Bildmitte unten das Kolonialwarengeschäft von Otto Machatschek (Hs-Nr. 182), daneben Hr.-Nr. 183 (Ernst Thiel). Die rechte Bildhälfte nimmt das mächtige Dach von Haus-Nr. 165 (Gareis) ein. Im Hintergrund sehen wir die Feldflur der unteren Peint, den Stöllerlwald am Einschnitt des Zechtales und rechts den langen Rücken des Galgenberges.
[obr] Im linken Bildteil säumt Haus-Nr. 165 (Alais Gareis, Zahnarzt) die Zufahrt hinauf zum Ortsteil Kaunitz; vor dem steilen, bei Eis und Schnee recht beschwerlichen Aufgang zur St.-Georgs-Kirche stehen in der rechten Bildhälfte die Gebäude Nr. 180 (Gebhart, vormals Spenglerei August Beck?) und darüber Nr. 179 (Zeidler Josef u. Anna). Die Bildmitte beherrscht oben die Dechantei und – über der Friedhofsmauer – das Kirchengebäude mit dem Zwiebeltürmchen am First.
Die beiden Aufnahmen stellte uns Lm. Franz Hofmann, Auerbach i.d. Opf., zur Verfügung. Sie stammen wohl aus den dreißiger Jahren.
## Die alte Bergstadt
(Fortsetzung)
Am Nordwest-Ausgange der Stadt (in der Richtung gegen Elbogen) erhebt sich die St. Anna-Kirche. Die Gründung geht in die graue Vorzeit zurück. Als 1532 die Stadtkirche St. Georg durch die Protestanten in Besitz genommen wurde, blieb in der Annakirche der katholische Gottesdienst aufrecht, allenfalls kam es zu Schimpfereien und sogar zu Handgreiflichkeiten zwischen den beiden Religionsgemeinschaften. Eine Feuersbrunst vernichtete im Jahre 1713 die St. Anna-Kirche. In den Jahren 1725 bis 1726 wurde aber die Kirche wieder aufgebaut und 1726 vom Falkenauer Vikar Johann Christof Kuhn eingeweiht. Im Innern der Kirche sind an der Decke hübsche Freskomalereien von Elias Dollhopf aus dem Jahre 1772. Dollhopf war ein Ortskind und hatte im jetzigen Hause Nr. 8 am Marktplatz sein Heim. Er wurde 1702 geboren, malte die Fresken in der Klosterkirche zu Waldsassen, ferner jene des Stiftes Tepl, entwarf die Kanzel in der Wallfahrtskirche Maria-Kulm und besorgte selbst das Staffieren dieser Kanzel, ferner malte er einige Porträts in Öl und starb hochverehrt und angesehen im Jahre 1773 als Bürgermeister der Stadt.
Erwähnenswert ist weiters das Pflughaus aus dem Jahre 1510, durch runden Torbogen mit steinernen Sitzen beiderseits des Eingangs und durch Verzierungen in den Giebelmauern gekennzeichnet, ebenso das Nidermannhaus aus dem Jahre 1536. (Letzteres am Marktplatze Nr. 52 und ersteres in der Schönfelderstraße Nr. 497).
Im Stadtgebiet sind weiters einige Statuen wie die des hl. Florian, die Statue des Welterlösers (beide am Marktplatz), die Dreifaltigkeitssäule an der Kirchstaffel gelegen, das Standbild des Johann von Nepomuk auf der gemauerten Flutbachbrücke und einige größere und kleinere Kapellen einer besonderen Beachtung wert.
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