Schlaggenwälder Heimatbrief — duben / květen 2008
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Nepostradatelné slovíčko

Selbst nach so vielen Jahren nach der Vertreibung ist uns dieses Wörtchen noch gut vertraut. Wenn wir irgendwo auf Reisen oder in Gesellschaft sind und diese Eigentümlichkeit aus unserem Dialekt vernehmen, können wir sicher sein, daß Landsleute zugegen sind.
Touts mas fei(n niat vagessn!
F. P.

Náš domov – dnes

## Unsere Heimat – heute
[obr] Schlaggenwald, Unterer Graben.

Das Foto entstand Ende Mai 2007 am Beginn des Unteren Grabens nahe der Reinhold-Brücke. Unsere Heimatfreundin Hilde Kadesch (Wirlitsch) lehnt sich an den starken Ahornbaum, der noch fest vor dem geländerbewehrten Flutbach steht. Wie sie im Vertrauen verriet, spricht sie bei jedem Besuch mit ihm und streicht über seine rauhe Rinde. Die beiden kennen sich nämlich seit Kindesbeinen, befand sich doch einmal ihr Vaterhaus, die Fleischerei Franz Wirlitsch, ganz in der Nähe. Auf der Grünfläche jenseits der „Flout" stand früher das Anwesen der Bäckerei August Gareis (Rubesch-Haus). Das neue Schulgebäude darüber belegt ein Areal der früheren Sackgasse. O Heimatland!

Ó rodná země, vlasti

## O Heimaterde, Vaterland
O Heimaterde, Vaterland,
du traute Stätte meiner Ahnen!
Wo ich auch bin, tief drin in mir
schweigt nicht dein stetiges Ermahnen
nach deiner Fluren Vielgestalt,
der Täler liebliches Erblühen –
verhaftet ist in dir allzeit
der Ahnen schweißgetränktes Mühen.

O Heimaterde, Vaterland,
du silberschwerer, dunkler Klang!
Ich bleib' in dir und du in mir
als meines Lebens letzter Sang.

Zita Ladwig (1919-2007), Egerländer Lyrikerin

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Řezání píšťalek

## Pfeiferlschnitzn
Im Frühling, wenn Bäume und Sträucher wieder im besten Saft standen, haben wir Buben aus Weiden- oder Haselnußästen gerne „Pfeifala" geschnitzt. Der Großvater, der ältere Bruder, ein Onkel oder Nachbar gab guten Rat und Anleitung zum Selbermachen.
Bei der Herstellung ist folgendes zu beachten:
Der 8-10 cm lange, etwa fingerdicke „Rohling" wird am Mundstückende unten gerundet ausgeschnitten (a), an der Oberseite mit einer 5 mm tiefen und 1 cm langen Einkerbung versehen (b). Ein Rundumschnitt durch die Rinde (c) grenzt im Abstand (d = 3-4 cm) das Mundstück vom übrigen Aststück ab.

[obr] (bez popisku) (technický nákres píšťalky s označením a, b, c, d)

Nun gilt es, die Rindenschale des Mundstücks ohne Verletzung vom Holz des Astkerns zu lösen. Man legt das Werkstück auf das Knie, weicht das Schalenstück mit Speichel ein und klopft es gefühlvoll und behutsam mit dem Schaft des Taschenmessers. Die Prozedur wird nach Bedarf wiederholt. Sie läßt sich zeremoniell unterstützen, indem der Schnitzkünstler eine bekannte Beschwörungsmelodie anstimmt, deren Text lautet: „Pfeifarl, Pfeifarl pfiefo, zöih ma da Rått die Haut oh, bis zan Schwånz, bis zan Schwånz, Pfeifarl, Pfeifarl, blei(b ma gånz." (Tierfreunde mögen den Wortlaut verzeihen, niemand wollte der Ratte etwas Böses!) Wird nämlich die Rindenhülse durch zu wenig Feuchtigkeit oder grobes Drehen beschädigt, so daß sie reißt, ist alle Mühe vergebens gewesen.

[obr] (bez popisku) (druhý technický nákres píšťalky s označením e)

Ist das Ablösen gelungen, nimmt man vom Mundstückende oben eine dünne Scheibe (1-2 mm) waagrecht ab (e) und schiebt die Rindenhülse wieder über das angefeuchtete Zungenstück. Fertig ist der Lack! Nun kann der Bläser mit der kleinen Flöte, schrill und laut oder gedämpft und weich, je nach Temperament, einen einheitlichen Ton erzeugen.
Es wäre wünschenswert, wenn das Pfeifarlschnitzn auch von unseren Nachkommen wieder geübt würde. Mit Geschicklichkeit, Geduld und wenig Aufwand kann ein einfaches, handgefertigtes Spielzeug entstehen, das man nicht einmal im Supermarkt zu kaufen bekommt.
F. P.

Naše rčení

## Unsere Redensarten
in der Mundart sind meist bildhafte, aus dem Leben gegriffene Aussagen, Erkenntnisse oder Vergleiche. Sie stammen aus der Volkssprache und geben Erfahrungen wider. Wöi ma hålt daham sua gsågt håbm...
Gi(bt Gott a Hüarnl, sua gi(bt a aah a Küarnl: Wer fürs Vieh zu sorgen hat, dem wird auch Futter zuteil – D'Leit mou ma riadn u d'Höihna gåtzn låua: Man muß sich nichts scheren um das Gerede der Leute – Aah a blinda Höihna findt amål a Küarnl: Auch ein Ungeschickter wird einmal fündig – Ma(dla, döi pfeifm, u Höihna, döi krahn, dianan sollt ma glei an Krogn ümdrahn: Überlaute, geschwätzige Mädchen sollte man zum Schweigen bringen – Es wiad aah Togh, wenn da Håhna niat kraht: Auf jede Nacht folgt immer ein neuer Tag – Å(bmds mi(tn Höihnan ins Bett, fröih mitn Håhna üm d'Wett: Abends zeitig zu Bett gehen, morgens früh aufstehen (gute Lebensregel!) – Dees is, wöi wemma üwra Gåns kålts Wåssa schütt: Man läßt es ungerührt geschehen und reagiert gleichmütig – Dian kuast bis nåuch Rom trogn; wennst nan vakäihat hi(nsetzt, wår die gånza Möih ümasinst: Ein Undankbarer, der mit nichts zufrieden ist – Döi is gout nåuchn Tåud schickn: Eine Person wird dringend (zurück)erwartet, kommt aber (lange) nicht – Dopplt gnaht hölt bessa: Zweifache Sicherung ist besser – Wöi ma si bett, sua liegt

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