Schlaggenwälder Heimatbrief — duben / květen 2008
/ 7
česky německy obojí klasické zobrazení →
Sken listu 4
Jak si to život zahrává...

Grenze, setzte eine davon in ihren Garten und hob die andere in einem Beutelchen für mich, ihre Nichte Christl, auf.
Als ich bei meinem Besuch 1966 in Deutschland die kleine, inzwischen schon arg verrunzelte Blumenzwiebel von 'dahäm' in Empfang nahm, begann ihre lange Wanderschaft. Ich versteckte die Kostbarkeit im Koffer, weil die Einfuhr in die USA verboten war. Nach der Seereise über den großen Atlantischen Ozean und der schier endlosen Bahnfahrt in den 'Wilden Westen' setzte ich sogleich den botanischen Rest – es war nur wenig mehr als die Schale übrig – unter einer Linde im Garten ein, markierte die Stelle, wo der kleine 'Schatz' ruhte, mit einem Stecken und hielt im nächsten Frühling jeden Tag voller Erwartung Ausschau nach grünen Spitzen. Vergeblich! Noch fünf lange Jahre wartete ich mit Bangen und hoffte auf den ersehnten 'Nachwuchs' von 'dahäm'.
Dann geschah zur Osterzeit 1973 ein Wunder! Den ersten Blättern folgten drei schöne weiße Blüten mit den kleinen goldenen Kronen innen. So lange hatte das zähe Gewächs gebraucht, um sich zu erholen. Mein Glücksgefühl war unbeschreiblich groß: Drei Narzissen aus Dicklmutters Garten hatten es in Amerika geschafft!
Doch die Odyssee ging weiter. Als ich umziehen mußte, buddelte ich meine Zwiebelfamilie aus und nahm sie mit. Da diesmal kein Garten vorhanden war, vertraute ich sie der geringen, staubtrockenen Erde vor dem Haus an. Sie gediehen nicht und brachten drei Jahre lang keinen Keim hervor. Im Staate Utah gibt es viel Wüste, und im Sommer lastet brütende Hitze über dem ausgetrockneten Land.
Ich zog erneut um, erwarb eine Eigentumswohnung ohne Garten. Aber ich ließ meine verschrumpelten Zwiebeln nicht im Stich, kaufte einen großen Blumentopf, versorgte sie mit guter Erde und vergaß das Wässern nicht. Es war wieder Herbst (1977). Zum nächsten Muttertag dankten sie es mir mit mehreren schönen Blüten. Was für lebendige Geschöpfe! Sie vermehrten sich auch im Topf und blühten nun jedes Jahr.
Nach beruflichem Umzug konnte ich ein Reihenhaus mein eigen nennen. Zum ersten Mal, seit ich in Amerika war, besaß ich jetzt ein Stückchen Erde, das mir gehörte. In wenigen Jahren machte ich daraus einen blühenden Garten, wie ich ihn von meiner Schönhanslmama her kannte. Tulpen, Maiglöckchen, Hyazinthen in mehreren Farben und Veilchen gaben sich ein buntes Stelldichein. Meine Narzissen hatten sich trotz der Umzüge gut vermehrt und taten dies weiter. Ihnen galt mein ganzer Stolz!
Im Frühling 2006 faßte ich einen Entschluß. Die kleine Blumenzwiebel, die Tante Amalia 1965 der heimatlichen Erde in Gfell entnahm, hatte mit mir den weiten Weg in meine neue, ferne Heimat überstanden, sich als lebensstark und Stammutter für prächtige Nachkommen erwiesen. Nun sollten einige 'Töchter' den Rückweg antreten und dem Schönhansl Günter und dem Dickl Horst in deren neuen Heimat als symbolhafte Andenken Freude bereiten. Die beiden Söhne waren damals noch jung, als

[obr] Unsere Heimatfreundin Christiane Fechter sendet ihren Landsleuten auf diesem Wege herzliche Grüße!

sie mit ihren Angehörigen aus Gfell vertrieben wurden. Als es dann darum ging, sich eine neue Heimat zu schaffen, zeigten auch sie sich genauso ausharrend und zäh, wie die kleinen Narzissenzwiebeln von 'daham'.
Die 'Rückwanderer' kamen wohlbehalten an; sie wurden im Herbst eingepflanzt und blühten zu Ostern 2007 in Günters Garten in Sonnefeld bei Coburg. Das Foto zeigt noch eine von ihnen. "

[obr] Ein Foto von ihr überrascht uns mit einem witzigen Einfall, der schmunzeln läßt. Man achte auf das Nummernschild am Auto mit dem amtlichen Kennzeichen!

Anmerkung: Unter den vielen Deutschen, die vor und nach dem Zweiten Weltkrieg aus verschiedenen Gründen ihre Heimat verließen und „nach Amerika gingen", um in der Fremde ihr Glück zu versuchen und ein neues Leben anzufangen, befanden sich auch Landsleute aus unserem Kirchsprengel. Sie hatten es nicht leicht, in einem anderen Land wieder Fuß zu fassen und litten unter Heimweh wie wir. Auch sie vergaßen ihre Herkunft nicht und fühlten sich mit ihr bis an das Ende ihrer Tage verbunden. Von so manchem dieser mutigen Auswanderer hat man nie wieder etwas gehört und bei den Heimattreffen fragte man vergeblich nach ihrem Verbleib.
F. P.

Nepostradatelné slovíčko

## Ein unverzichtbares Wort
Wenn wir miteinander in unserer Mundart reden, dann kommt oft und immer wieder das kleine Wörtchen „fei(n" vor. Es wird an vielen Stellen der Unterhaltung eingeflochten, es soll dem Gesagten Nachdruck verleihen und, je nachdem, Mitleid, Freude, Staunen oder Gutmütigkeit zum Ausdruck bringen. Manchmal kann es sogar eine Drohung unterstreichen.
Einige Beispiele mögen den Gebrauch von „fei(n" verdeutlichen:
– Is fei(n die Nannl gsturbm. Öitza gäih fei(n! Dees häit i fei(n niat denkt. Dees wår fei(n a bravs Wei(b.
– Ich waaß fei(n niat, ob i kumma kua. Lood fei(n die ånnarn ei(n!
– Kumm fei(n bål ham. Gäih fei(n niat za weit. Duat san fei(n imma v(ül Leit. Dea Bråutn schmeckt fei(n wirklich gout.
– Da Håns u die Resl toun fei(n heiarn. Dees w(üll fei(n woos haaßn. Dees kuast ma fei(n schu glaubm. Bi(n fei(n schöi brav! Dees wår fei(n mei(n Suh(n niat. Dees is fei(n a weita Wegh.
– Bleib fei(n schöi gsund. Wia ma fei(n du niat krånk. Gi(b fei(n åcht. Owa öitza långts fei(n.
– „Ich soogh das fei(n, ich råut das fei(n ..."
– Za mia kinnt da Tonl fei(n nimma. Ea is ihr fei(n niat nåuchgrennt.

14

věta pokračuje na dalším listu ⟶

list 4 z 7
Rozdělení textu na listy je odhad — text může o odstavec přetéct na sousední list. Původní znění vlevo je vždy přesné.
Klikni na větu a ukáže se, kde na skenu stojí. Zvýrazňují se celé řádky, ne přesná slova — místo je tedy přibližné.