Schlaggenwälder Heimatbrief — duben / květen 2008
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Chebané

## Egerländer
Ein Menschenschlag mit rauher Schale, weichem Kern, eigener Mundart, von ehrlichem Charakter und gerader Haltung, voller Humor und treffendem Witz, der sich, wie die Vertreibung aus der angestammten Heimat bewies, nicht unterkriegen ließ, versteht es immer wieder, dem Leben Freude abzugewinnen und trotz allem lustig zu sein.
Zwei liebe Landsleute, die leider nicht mehr unter uns, aber allen noch bestens bekannt sind, freuten sich ihres Lebens, wie das Foto zeigt.

[obr] Ehepaar Kühnhackl aus Schlaggenwald in der Tracht.

Betont fröhlich und unbeschwert beweist uns das Ehepaar Anton und Marie Kühnhackl in seiner Egerländer Tracht (nach Karlsbader Art) gemeinsame Herzlichkeit, die selbst noch den Betrachter von heute schmunzeln läßt. Anton Kühnhackl, geboren 1882, stammte vom Hubhof; er ruht seit 1943 in heimatlicher Erde. Seine Frau Marie, geborene Lorenz, erblickte 1888 in Kührberg (Erzgebirge) das Licht der Welt; sie fand 1972 in Goldbach bei Aschaffenburg ihre letzte Ruhe. Die Familie wohnte in Haus-Nr. 297 am Flutbach/Füßlplatz, betrieb neben dem Kolonialwarenladen eine Bäckerei und war in der Landwirtschaft tätig. Unvergessen bleiben die von Erfolg gekrönten Bemühungen von Mouhm Kühnhackl, unsere alte Fahne der Eghalanda Gmoi z'Schlaggenwald zu retten; das „gute Stück" wird noch immer in Goldbach aufbewahrt. Der Heimatbrief hat in früheren Ausgaben darüber berichtet.
F. P.

Jak si to život zahrává...

## Wie das Leben so spielt. . .
Es kommt vor, daß mir Beiträge zu Ereignissen zugehen, die mit unserer Vertreibung aus der angestammten Heimat nur am Rande in Verbindung stehen. Und doch führen die Spuren immer wieder in das Land der Väter zurück. Gelegentlich spielen dabei merkwürdige Zufälligkeiten eine bedeutsame Rolle. Zuschriften auch dieser Art sind eine Veröffentlichung wert.
Unsere Lmn. Christiane Fechter, die „Schönhansl Christl" aus dem Nachbardorf Gfell (Hs-Nr. 2), mit ihren 79 Jahren noch immer ein rüstiges Urgestein, lebt seit 1959 (!) im Staate Utah, im nordamerikanischen Mittelwesten nahe dem Großen Salzsee und der Hauptstadt Salt Lake City. Sie berichtet uns von einer solchen Begebenheit, tut dies in bemerkenswert gutem Deutsch und beweist dabei noch erstaunliche Kenntnisse von ihrem einstigen Daheim.
Christl erzählt von einer Narzissenzwiebel und deren zähem Leben. Sie schreibt: „Wie kundige Landsleute, vor allem meine alten Gfeller, sicherlich noch wissen, standen in Gfell der 'Dicklhuaf' von Josef Fechter (Hs-Nr. 1) und der 'Schönhanslhuaf' von Liebreich Fechter (Hs-Nr. 2) in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander. Während im Dicklgarten Gemüse, Rhabarber und Stachelbeeren wuchsen, von denen ich als Kind so manches Bauchweh bekam, blühten in unserem Garten wunderschöne Blumen und drei Beete mit weißen Narzissen (gelbe heißen auch Osterglocken).
Im Juni 1946 wurden die Schönhansl-Familie und die Familien von Dickl-Pep und Dickl Albert „ausgesiedelt", wie es politisch-vornehm hieß. Sie versuchten, sich in Westdeutschland eine neue Heimat zu schaffen. Mich aber packte das Fernweh. Ich fuhr über den 'Großen Teich' und zog in den 'Wilden Westen'. Der Anfang dort – ohne Englisch, ohne Arbeit und Wohnung – war hart. Ich war schon über dreißig. Es half nichts: Ich müßte lernen, büffeln und ochsen (daheim sagten wir 'stuckn'). Mein weiterer Werdegang indes ist eine andere Geschichte.
Zu Ostern 1965 suchten die Dickls um ein Visum zur Einreise in die ČSSR an. Onkel Albert wollte nach fast 20 Jahren einfach einmal 'hamfåhrn'. Als sie zum Dickl-Anwesen kamen, waren sie über den Verfall fassungslos, überall nur Ruinen. Da bemerkte Tante Amalia im Garten an der Stelle, wo die Dickl-Großmutter immer das Wasser vom Geschirrspülen hingeschüttet hatte, wie ein paar kleine hellgrüne Sprossen aus dem Boden lugten. Sie kratzte mit bloßen Fingern in der harten Erde und konnte schließlich zwei kleine Zwiebeln bergen, die wohl aus Schönhansls Narzissenbeeten stammten und hier Wurzeln geschlagen hatten. Tante Amalia schmuggelte sie wie Kleinodien über die

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Slavnost Božího těla

## Fronleichnamsfest
In festlichem Weiß gekleidete Mädchen am Marktplatz in Schlaggenwald. Blumenkörbchen (mit Kåtzapfäitschlan?) durften nicht fehlen.

[obr] Einige Kinder sind zu erkennen, v.l.: Rippl Martha (1), Gerstner Traudl (Pfeil), Bräutigam Martha (2), Bräutigam Hertha (3), Bräutigam Marianne (7), Erler Gertrud, Zech (4), Gröschl Marianne (5), Wirlitsch Hilde (x), dahinter Geyer Isolde (Pfeil), Glaubauf Emmi (6). Wer erkennt noch wen? Die Aufnahme entstand 1938, Lmn. Hilde Kadesch (Wirlitsch) stellte sie zur Verfügung.

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