Schlaggenwälder Heimatbrief — únor / březen 2008
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schlossen, phantastisch gelegen. Wir sind überrascht. Die alte Kettenbrücke, von der daheim immer wieder erzählt worden ist, gibt es natürlich schon längst nicht mehr. Der Marktplatz ist schön hergerichtet. Nur wenige Schritte entfernt warten Häuser auf ihre Sanierung, darunter ein großes, ansehnliches, südseitig gelegen, mit Saal, der zu CSSR-Zeiten vermutlich als Fest- oder Vortragsraum gedient haben mag. Die Erneuerung von Dächern hat, wie man überall beobachten kann, absoluten Vorrang. Da sind wohl EU-Mittel geflossen, genau wie beim Straßenbau, denn viele Überlandstraßen, die wir befuhren, waren erneuert worden, und die EU-Beschilderung dazu war nicht zu übersehen. Danach standen Kaffeetrinken im Gasthaus „Goethe" und die Besichtigung der imposanten Burganlage auf dem Programm. Bei der Burg waren wir leider zu spät dran. Nun ja, man wird sicher noch einmal wiederkommen. Vorsorglich haben wir bei der Informationsstelle schon einen dreidimensionalen Ortsplan erstanden, der die Angaben auch auf deutsch enthält.
Etwa vier Wochen später wiederholte Lm. Herrling die Besuchsreise. Dieses Mal begleitete er seine hochbetagte Mutter, die noch einmal ihre alte Heimat sehen wollte. Sie verfolgte die Veränderungen mit Betroffenheit. Man bezog in Karlsbad Quartier im „Egerländer Hof", dessen deutschstämmiger Inhaber für einen angenehmen Aufenthalt sorgte.
Einige Aufnahmen sollen den Rundgang durch die alte Heimatstadt – seit Mai 1945 unter tschechischer Verwaltung – und die Reiseeindrücke unseres Landsmannes Reinhard Herrling veranschaulichen, der, nunmehr im vorgerückten Alter, mit Interesse seinen Wurzeln nachspürt.

[obr] Schautafel mit St.-Georgs-Kirche.

Blick vom Standort der Schautafel „Horni Slavkov" an der oberen Friedhofsmauer (Kaunitz) auf die St.-Georgs-Kirche. Deutlich ist der erneuerte Rundgang oben am Kirchturm (um die frühere Türmerwohnung) erkennbar. Ein Teil der Kirchenmauern ist für Renovierungsarbeiten eingerüstet.

[obr] Kirchenfenster der St.-Georgs-Kirche.

Der Anblick des einstmals schönen Buntglasfensters mit religiösen Darstellungen ist erschütternd. Alle anderen befinden sich in einem ähnlich desolaten Zustand. Neubürger, meist Jugendliche, haben hier ihrer atheistischen Weltanschauung zerstörerischen Ausdruck verliehen. Das Mauerwerk ist ebenfalls in schlechtem Zustand. Vierzig Jahre Kommunismus stalinistischer Prägung ließen die Bausubstanz der Kirchen verrotten.

[obr] Schlaggenwald – Ehemalige Dechantei (Pfarrhof).

Gelegentliche, sich über viele Jahre hinziehende Renovierungsmaßnahmen blieben bis jetzt nur Stückwerk. Zwei markante Ursachen: Ungeklärte Besitzverhältnisse Kirche: Staat bzw. Stadt, ungeklärte Zweckbestimmung. Der nächtliche Diebstahl von Baumaterialien tat ein übriges.

[obr] Neues Museum.

Die Stadtgemeinde hat das Haus neben dem Pflughaus, früher Hs-Nr. 211, Besitzerin: Emma Schröck, an der ehemaligen Hauptstraße innen und außen renoviert (umgebaut) und dort ein Museum eingerichtet. Es heißt, der Besuch sei lohnenswert. Adresse: Pluhová ulice (= Pflughausgasse).
Geöffnet: 1.6.-30.9. Di-So 9.00-16.00 Uhr/1.10.-31.5. Mo-Fr 9.00-15.00 Uhr (Anm. d. Red.)

[obr] Schlaggenwald – Marktplatz.

Der Marktplatz (was davon noch übrigblieb!). Die linke Häuserzeile fehlt, Verkaufsbungalows bieten Waren an. Unten lugen

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