Schlaggenwälder Heimatbrief — duben / květen 2011
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Klukovi je potřeba nový oblek – pokračování –

## Da Bou braucht a neis Gwandl
– Fortsetzung –
In der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg ging's auch in Nallesgrün um ein neues Gwandl. Dort sagte man „Wesen" dazu, im Egerland ein Ausdruck für Kleidung. Der Hausschneider kam „zan Kempfan" *). Er hatte das „Wesen" fürs Tonerl schon halb fertig zum Anprobieren dabei. Wenn ein Mann aus der Stadt da ist, kommt in den Alltag des Hofes ein wenig Abwechslung. Er bringt Neuigkeiten mit, es gibt zu plaudern und zu lachen. Bald kommen einige neugierige Zuhörer dazu, und schnell vergeht beim Reden die Zeit.
Es war im Spätherbst, und hinterm Hof waren Männer gerade dabei, den Teich abzulassen, um die Karpfen herauszunehmen. Da dauerte halt dem kleinen Toni das Herumstehen im halbfertigen Anzüglein doch zu lange und er verdrückte sich damit zum Teich. Als man nach einer Weile den Buben vermißte und nach ihm suchte, fand man das Tonerl, die Hosen hochgestrickt, im Schlamm beim Fischen – und das „Wesen" war just nicht mehr zu erkennen. – Lange Zeit sah man am Sonntag mit dem Anzug gut aus, bis er dann doch eines Tages sich als zu schäbig und zu klein erwies. Vielleicht taugte er noch einen Herbst lang als Schulgwandl, bevor ihn ein jüngerer Bruder eher widerwillig zum Auftragen bekam.
Neben der „historischen" Betrachtung eines Bubenanzuges unserer Kinderzeit in der alten Heimat soll auch eine kurze Beschreibung der Hosen für sich ihren Platz finden. Um die Jahrhundertwende bis zum 1. Weltkrieg trugen die Buben, auch in der Schule – auf alten Photographien ist dies noch zu sehen –, dreiviertellange Hosen bis auf eine Handbreit unters Knie. Mitte der dreißiger Jahre kam die Mode auf, den unteren Hosenabschluß eine Handbreit übers Knie zu verlegen. Graue Hosen in kurzer Ausführung gehörten zur Turnerkluft, die bis 1938 im Bild der Schuljugend vorherrschte, wobei zum Turnen selbst in schwarzen „Klotthuasn" aus dichtem Atlasgewebe (cloth = engl. Tuch) mit weißem Turnerhemd angetreten wurde. In der Übergangszeit zwischen 15. und 17. Lebensjahr trugen die „Boumbürschla" (kein Bub mehr und noch kein Bursch!) die damals modernen Knickerbocker (später lächerlich „Pumphosen" genannt), die dann, wenn's zum Tanzen und „Ma(dla" ging, die langen Hosen verdrängten.
Politische Veränderungen brachten damals als Kleidungsstücke die schwarze Samthose mit Gürtel und Koppelschloß für die Sommermonate und die unten mit „Bandlan" zugebundene Schihose für den Winter mit sich, die als Uniformen in der Öffentlichkeit in Erscheinung traten. Sie verschwanden wieder, wie sie gekommen waren. In der Nachkriegszeit begannen dann, über den Großen Teich kommend, die für besonders zweckmäßig gehaltenen Jeanshosen (Räiherlhuasn) ihren Siegeszug, der wohl noch eine Weile anhält.
Über den Herrenanzug läßt sich folgendes ausführen: Seine Fertigung vollzog sich nach den Maßstäben jahrhundertealter Handwerksarbeit, wenn man vom Einsatz der 1755 erstmals verwendeten Nähmaschine absieht, die an der Einzelanfertigung ja keine Veränderung bewirkte. Bis in die zwanziger Jahre vermochte die aufkommende fabriksmäßige Herstellung der Herrenbekleidung – der Konfektionsware – den Herrenmaßschneider nicht zu verdrängen. In den Städten Eger, Karlsbad, Elbogen und anderswo gab es Konfektionsgeschäfte, in denen man den „Anzug von der Stange" kaufen konnte. Doch dank der reservierten Einstellung der Kunden allem Neuen gegenüber behaupteten sich die Handwerksmeister auf dem Lande und in den Kleinstädten schlecht und recht bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges. Es war lange nicht vorstellbar, daß ein fertiger Anzug passen und auch noch preiswert sein konnte, sofern man über eine wohlproportionierte Figur verfügte.
Herrenanzüge haben gegenüber den Knabenanzügen den Vorteil, daß sie länger getragen werden können, weil ein Längenwachstum über das Heiratsalter hinaus nicht zu erwarten ist. Ein solcher Anzug wurde zur Hochzeit in Auftrag gegeben und hieß daher auch „Bräutigamsanzug". Er erreichte ein hohes Lebensalter, und man trug ihn nur zu wirklich feierlichen Anlässen.
Der Sonntagsanzug, der aus dem Träger einen stattlichen Bürger machte, brachte es ebenfalls zu einem beachtlichen Alter, bevor er über den Werktagsanzug zum Arbeitsanzug und danach zur „landwirtschaftlichen Berufskleidung abstieg. Und immer wieder zwang die materielle Lage zum sparsamen Umgang mit den Ressourcen. Auf die Hosen kam immer noch ein Fleck und noch einer. „Flick draf nuch an Fleeg – gflickta Huasn san wårm", sagte man. Selbst ein verschlissener Rock gab noch eine „Krautscheich" ab, und „as Lumpm wern Hodarn – zan Zåmmwåschn gänga sa ållawal nuch".
Bei diesen Erinnerungen sollen ein paar Gedanken über „Kiedl u Kla(dla" unserer Frauen und Mädchen nicht fehlen. Wie sagte doch der alte Stemeisl in Nallesgrün 1945: „Wenn die Bauern am Mistwagen Zigarren rauchen und die Frauen Hosen anhaben, dann beginnt die schlechte Zeit." Leider sagte er nicht, für wen. Feststeht, daß ein altmodisch langer „Ruack" besser kleidet, weil er mehr verbirgt als zeigt, weil er sogar aus wenig etwas macht, während das Wenige in ausgefransten Jeanshosen zum unansehnlichen Nichts verkommt. Kleider machen eben doch Leute!
(Nach einem Beitrag unseres kundigen Heimatfreundes Herbert Jakob im HB 4/1991)

*) „zan Kempfan" = zur Familie Kempf, ein häufiger Name im Egerland.

Z domácí kuchyně

## Aus heimatlicher Küche
Aus Leserkreisen kam die Anregung, die Reihe der Kochrezepte von daheim fortzusetzen. Hier eine Anleitung für böhmische Semmelknödel:
Zutaten: 1 Pfd. Mehl (griffiges), 1/3 l Milch oder Sprudelwasser (ohne Geschmack), 2 Eier, Salz, eine Msp. Backpulver, 3 altbackene Semmeln, 50 g Fett.
Zubereitung: Die Semmeln in kleine Würfel schneiden, in heißem Fett goldgelb rösten und auskühlen lassen. Das Backpulver mit dem Mehl vermischen, dann die Eier mit Salz und Milch verquirlen und unter das Mehl rühren. Jetzt den Teig gut abschlagen, bis er reißend vom Kochlöffel fällt. Nun die vorbereiteten Semmelwürfel unter den Teig mischen, ihn zu großen, länglichen Wecken formen und diese etwa eine halbe Stunde im siedenden Wasser kochen. Die Knödel gehen gut auf. Bitte öfter umrühren! Danach sofort in gleichmäßige Scheiben schneiden. Als Beilage zu Braten und Soßen eine Delikatesse!
Geheimtip: Knödelreste kleinschneiden, in der Pfanne mit etwas Fett (Öl) anrösten. Je nach Gusto 2-3 Eier mit etwas Milch verquirlen, eine Prise Salz (Pfeffer) zufügen und über die Knödel gießen. Gelegentlich umrühren. (Rühreiprinzip!) – Gou(tn Åppatiet!

Srdečně blahopřejeme k narozeninám a přejeme zdraví a štěstí

## Wir gratulieren recht herzlich zum Geburtstag und wünschen Gesundheit und Glück zum
91. am 2.5. Alois Brandl, Wohnstift „Am Tiergarten", Apt. 21001, Bingstr. 30, 90480 Nürnberg. – 90. am 16.3. Margarethe Krainhöfer, Scharpffstr. 1, 74172 Neckarsulm. – 89. am 3.5. Anna Žaludko (Köhler), Ležnicka ulice 112, CZ-35731 Horní Slavkov. – 88. am 6.6. Hermine Kraus (Weiss), Enzianstr. 11, 82467 Garmisch-Partenkirchen. – 87. am 23.5. Hermine Winkler (Steinwasser/Leß), Buchenweg 4, 39365 Eilsleben. – 85. am 27.4. Anni Schams (Stark, Posch), Züricher Str. 170, 81476 München. – 84. am 21.5. Felix Schöbl, Stollestr. 39, 01159 Dresden. – 84. am 24.5. Anton Schnappauf, Sandstr. 22, 92718 Schirmitz. – 83. am 5.6. Marianne Kipphan (Wrba), Bahnhofstr. 12, 74906 Bad Rappenau. – 82. am 29.5. Eugenia Pirkl (Jessl, Gf), Birkastr. 4, 92655 Grafenwöhr. – 81. am 6.5.

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