Schlaggenwälder Heimatbrief — duben / květen 2011
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Velikonoce doma

V poledne, večer a ještě jednou v sobotu ráno se muselo nastoupit, aby se dostálo povinnosti. Sobotní dopoledne bylo vyhrazeno vybírání odměny, většinou v penězích nebo vejcích. S rumplovací bednou zavěšenou přes rameno jako průkazem chodili vždy dva kluci po svém přiděleném rajonu a prosili o dárek za rumplování. Občané rádi přispěli a projevovali trpělivost, i když je někdo obcházel víckrát, ale nešetřili ani výtkami za příliš nedbalou modlitbu. Nešvar sbírání už v pátek odpoledne pramenil ze silného konkurenčního tlaku a závisti, které všem stranám většinou přinášely jen zlost a mrzutost.

Peníze a naturálie se snesly dohromady a zpravidla se dělily poctivě (ne jako u kulmských loupežníků), přičemž se braly ohledy na přirážky a srážky za silnější či slabší bedny nebo za zameškané nástupy. Radost z podílu na výdělku byla velká – já jsem tehdy vedle několika obarvených vajec dostal 2,90 koruny (Kč) v hotovosti. Tento příjem otevíral možnosti, jak si něco dopřát – třeba u Franze Meixnera v jeho cukrárně sladové tabulky, lékořici, kandované kalmusové kořínky, nebo si koupit kapslovku i s municí (kapslové rolky), kapesní nůž nebo i černou, čtyřhrannou gumu na prak. Takové věci se daly smysluplně využít, když odpoledne na Bílou sobotu na Schåchtbergu (mezi Schödlovým dvorem a horním cvičištěm – dnes nové sídliště s hotelem Tatran) práskaly karbidové bomby.

V ránách velkých plechovek od Maggi jsme slyšeli děla, houfnice a minomety, o kterých nám vyprávěli otcové z války. „Vzkříšení" tehdy zrovna nestálo v popředí, když naše fantazie a myšlení tíhly k vojenským tématům. Z těch vyprávění nám nejhlouběji utkvělo slovo „kamarád". Tehdy jsme si při svém počínání nepřáli nic víc, než mít stále kamarády a sami být dobrým kamarádem. A dodnes je to právě tento duch kamarádství, který nás přivedl na krajanská setkání a držel pohromadě naše obce i krajanské spolky.

Ale věci se mění! Nesčetné podoby dobového ducha a ideologií už pominuly, zůstal Kristus vzkříšený z mrtvých, který přemohl svět. Velikonoce 2011 to znovu ukazují celému světu. Nakolik přitom sami stojíme stranou, ať si každý zodpoví sám.

(Podle příspěvku Herberta Jakoba v HB 1/1990)

původní znění

Ausschlag zum Dabeisein. Rumpelkästen waren Familienstükke; sie kamen nur in andere Hände, wenn ein männlicher Nachkomme fehlte. Neuanschaffungen gab es sehr wenige. Die meisten stammten schon aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg, in der sicher auch und noch weiter zurückliegend eine Blütezeit dieses Brauchtums vermutet werden darf, andererseits aber auch an innerer Kraft durch politische und ideologische Strömungen verlor, die sich in Parolen, wie „Religion ist das Opium des Volkes" und „Los von Rom", äußerten.
Anschluß fanden die Anwärter beim örtlichen Komitee der jeweiligen Gasse. Als feste Bezirke für die Rekrutierung galten die Seifertsgrün, die Obere Gasse, die Leßnitzgasse mit dem Alten Markt und der Zehentplatz (Zähplatz). Meine Zugehörigkeit vom Ubl-Kühnhackl-Platzla zum Zähplatz stand außer Frage; sie wurde auch sonst das Jahr über als eine gepflegte Verbindung anerkannt.
Als Anführer taten sich meistens körperlich kräftige und gewandte Buben aus den letzten Schuljahrgängen hervor, die einem Streit untereinander, aber vor allem Auseinandersetzungen mit Gruppen anderer Ortsteile nicht aus dem Wege gingen und solche zu bestehen versprachen.
Am Gründonnerstag blieben nach 9.00 Uhr die Glocken stumm, nur der Stundenschlag schallte noch vom Turm der St.-Georgs-Kirche. Um 11.00 Uhr zogen die „Rumplboum" mit ihren Schlagwerken zu den Sammelplätzen. Vor dem Schulbrunnen am Zähplatz traf sich die Mannschaft dieses Wohnbezirks. Gegen 12.00 Uhr stand man im Halbkreis, den Rumpelkasten vor sich am Boden, und erhielt die letzten Anweisungen. Dann knieten sich die Rumpler auf ihre Kästen, stützten sich mit der freien Hand ab und faßten die Kurbel. Wie bei einem Sirenenalarm erzeugte ein dreimaliges kräftiges Drehen (Leiern) – eine schwache Erinnerung an die drei „Gegrüßet seist du, Maria" im „Engel des Herrn" – einen ohrenbetäubenden, weithin vernehmbaren Dauerton. Danach wurden die Kästen aufgenommen, und der Kommandant ordnete die Truppe: vorne die Älteren mit den stärksten Rumpelkästen, d.h. mit der größeren Anzahl von Hämmern, abgestuft dahinter die Besitzer schwächerer Geräte und zum Schluß die Ratschen. Sobald der Haufen stand, ertönte aus der Trillerpfeife des Hauptmanns das Zeichen zum Abmarsch und sogleich das Signal zum Einsatz. In Dreierreihen, wie große Musikkapellen, marschierten die Buben in Richtung Dietrichbrücke hinunter, schwenkten in die Hauptstraße ein. Das Rumpeln während des Marsches erfolgte im Rhythmus von fünf kurzen, ruckartigen Drehbewegungen nach der altbekannten Taktstütze: „Affstäih ... Rumplngäih ... ", bis man die Wiederholung für eine ruhige Marschstrecke aussetzte.
Wenn – was nicht ausblieb – die einzelnen Trupps allzudicht aufeinanderfolgten, war die hölzerne Mahnung zum Gebet unüberhörbar.
Am Eisenhändler Winter, am Konsum vorbei, bogen die Gruppen bei der Konditorei von Amalie Hess, am „scharfen Eck", zum Marktplatz ein. Von dort ging's zum Standplatz des hl. Florian unter den vier mächtigen Kastanienbäumen. Wieder knieten sich die Buben auf ihre Kästen, nahmen die Mützen ab und erweckten durch Haltung und Gebärden den Eindruck frommen Betens. Nach weiterem dreimaligen Dauerrumpeln hieß es aufbrechen, weil auch die Gruppen aus anderen Gassen Station machen wollten. Verzögerungen oder gar Behinderungen waren nicht gern gesehen; sie blieben manchmal nicht ohne Folgen. – Der Rückweg führte durch das Reifgassl (Trafik) zum Flutbach (Flout) und weiter zur Brücke beim Gareis-Bäcker (Rubesch-Beck), um dort beim Brückenheiligen Johannes von Nepomuk zum Gebet anzuhalten. Die kleine Annl, die hinter den Rumpelbuben herlief, sich auf das unverständliche Gemurmel und Geplapper beim Niederknien keinen rechten Reim machen konnte und deshalb daheim ihre Mutter um eine Erklärung anging, erhielt die schroffe Antwort: „Dees wår da Englischa Gruß, du dumma Gåns!"
Schließlich zog die Gruppe am Schlachthof und Anwesen Lüttgemeier vorbei zur Auflösung wieder zum Zähplatz, wo der erste Rumpelgang endete.
Daheim gab's zum Mittagessen „za da Zwatschichsoß nua a Schmaggl Bråut", stellten doch die Frauen (Weiwa) schon seit Montag bei der Putzerei das ganze Haus auf den Kopf. Sie suchten mit der Reisbürste und dem „Zåmmwåschhodern" jeden Winkel auf, putzten Fenster und Fußböden, hängten die Doppelfenster ab und verschonten selbst „an üawarn Bua(dn niat mi(tn Wasseraama", bis einer der genervten Männer einmal meinte: „Öitza kuast aah nuch as Dooch owåschn!"
An solchen, zumal schulfreien, Tagen machten sich die Buben aus dem Staub, beschafften sich Farb- und Maggibüchsen, Karbid, „Feiazeigh u Zindhölzla" zum Böllern. Bald krachte es schon da und dort vom Gänsdirfla, Glocknbergh und von der Donner. Es galt, das „Karbidschießen" wieder zu proben, während die Mannschaften sich am späten Nachmittag erneut zu ihren Sammelplätzen, zum nächsten Gang, begaben.
Am Karfreitag hieß es „fröih affstäih". Die Mütter mußten hoch und heilig versprechen, ja rechtzeitig zu wecken, damit um sieben Uhr keiner seinen Dienst verpaßte. Dennoch erreichten die Trupps zu dieser frühen Stunde nicht immer die volle Sollstärke.
Am Mittag, am Abend und nochmals Samstagfrüh hieß es antreten, um seiner Pflicht nachzukommen. Der Samstagvormittag war dem Einsammeln der Löhnung, meist in Geld oder Eiern, vorbehalten. Mit dem umgehängten Rumpelkasten als Ausweis gingen immer zwei Buben durch ihren zugewiesenen Rayon und hielten um eine Gabe für das Rumpeln an. Gerne gaben die Bürger ihren Beitrag und zeigten auch Geduld, wenn sie mehrmals angegangen wurden, ließen es aber auch nicht an Tadel für allzu nachlässiges Beten fehlen. Die Unsitte des Sammelns schon am Freitagnachmittag entsprang einem starken Konkurrenzdruck und Futterneid, die allseits oft nur Ärger und Verdruß einbrachten.
Geld und Naturalien trug man zusammen und teilte in der Regel ehrlich (niat wöi bei die Kulma Raiwa), wobei Zu- und Abschläge für stärkere oder schwächere Rumpelkästen oder versäumtes Antreten berücksichtigt wurden. Die Freude über die Gewinnbeteiligung – ich erhielt damals neben einer Anzahl gefärbter Eier 2,90 Kronen (Kč) in bar – war groß. Diese Einnahme eröffnete Möglichkeiten, sich etwas zu gönnen, etwa beim Meixner Franz in seiner Konditorei Malztafala, Bärendreeg (Lakritze), kandierte Kalmuswurzeln, oder einen Kapselrevolver samt Munition (Kapselröllchen), ein Taschenmesser oder auch schwarzen, vierkantigen Zwieslgummi (für einen Katapult) anzuschaffen. Solche Dinge ließen sich sinnvoll einsetzen, wenn am Nachmittag des Karsamstages am Schåchtberg (zwischen dem Schödlhof und oberem Turnplatz gelegen – heute neue Siedlung mit Hotel Tatran – die Karbidbüchsen krachten.
Wir hörten in den Schlägen der großen Maggibüchsen die Kanonen, Haubitzen und Mörser, von denen unsere Väter aus dem Krieg berichteten. Die „Auferstehung" stand eher nicht im Vordergrund, wenn unsere Phantasie und unser Denken militärischen Bereichen zugetan waren. Aus diesen Erzählungen blieb uns das Wort „Kamerad" am tiefsten haften. Damals wünschten wir uns bei unserem Tun und Treiben nichts sehnlicher, als immer Kameraden zu haben und selbst ein guter Kamerad zu sein. Und bis heute ist es dieser Geist der Kameradschaft, der uns zu den Heimattreffen führte und Gmoin und Landsmannschaften zusammenhielt.
Aber die Dinge ändern sich! Unendlich viele Formen des Zeitgeistes und der Ideologien sind schon vergangen, geblieben ist der von den Toten auferstandene Christus, der die Welt überwand. Ostern 2011 führt dies dem ganzen Erdenrund wieder vor Augen. Wie weit wir dabei im Abseits stehen, mag sich jeder selbst fragen.

(Nach einem Beitrag von Herbert Jakob in HB 1/1990)

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