Schlaggenwälder Heimatbrief — prosinec 2007 / leden 2008
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Milí krajané!

## Liebe Landsleute!
In wenigen Wochen feiern wir wieder das Fest des Friedens und des Lichts, die Heilige Nacht, die Geburt unseres Herrn. Wohl zu keiner anderen Jahreszeit wandern unsere Gedanken so sehr in die alte Heimat zurück, in das Land, in dem wir geboren und aufgewachsen sind und einen Teil unseres Lebens verbracht haben. Erlebnisse werden wieder wach und verbinden sich mit Erinnerungen, Kinder- und Jugendzeit bleiben unvergeßlich.

Vielleicht wird mancher gerade in diesen Tagen unser Heimatbuch wieder einmal zur Hand nehmen, lesen oder vortragen und so die Weihnachtszeit daheim auferstehen lassen: Er sieht das Land, seine Stadt, wie sie einmal war, mit der Kirche am Berg, die Gasse, das Haus, drinnen die gute Stube, am Heiligen Abend den Zuckerbaum und die Familie um den festlich gedeckten Tisch versammelt, im Gebet, bei den Gaben. Es riecht nach Malzkaffee und duftet nach köstlichem Backwerk, nach Plätzchen, Pumpernickel, Vanillekipferln, Spitzbuben und Christstollen. Er geht noch einmal den steilen Weg hinauf zur Christmette und watet durch den frischen Schnee.

So mag es jedem ergehen, wenn er dem Vergangenen nachspürt, das nun schon so lange zurückliegt. Doch auch nach Jahr und Tag kommt noch immer Wehmut auf, die uns erkennen läßt, daß wir damals ein wertvolles Gut verloren haben: die Heimat.

Das Jahr neigt sich an seinem Ende zu. Wir erleben wieder die „kurzen" Tage, an denen es nicht so recht hell werden will, und die langen Winterabende im Advent. Wenn wir uns in die wohlige Wärme der Wohnung zurückziehen und versuchen, die Hektik aufregender Tage, den Streß anstrengender Wochen abklingen zu lassen, dann gibt es dafür keine bessere Jahreszeit. Mit der Sehnsucht nach Ruhe und Besinnlichkeit stellt sich auch die Stille ein, die sich um den Lichtschein brennender Kerzen aus-

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Vánoční a novoroční pozdrav z patronátního města

## Weihnachts- und Neujahrsgrüße der Patenstadt
Liebe Schlaggenwalder Freunde,

der Alltag mit seiner Geschäftigkeit und seinen Pflichten droht uns manchmal zu vereinnahmen. Wir laufen Gefahr zu vergessen, warum und wofür wir eigentlich leben, welche Ziele wir haben und was wir letztlich wollen.

Weihnachten und die Tage um die Jahreswende eignen sich besonders gut dazu, endlich die Ruhe zu finden, nach der wir uns so oft sehnen. Reden wir mit der Familie über alles, was uns bewegt. Wenden wir uns den Freunden, Bekannten und Nachbarn für ein längst fälliges Gespräch zu.

Und richten wir auch den Blick über den Horizont unserer Tagesprobleme hinaus. So manches, was uns bedrängt, bekommt dann oft eine andere, erträglichere Dimension.

Ich wünsche Ihnen allen frohe Feiertage und ein gesundes, gutes neues Jahr.

Ihr Helmut Ott,
Erster Bürgermeister

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Chebské Vánoce

## Egerländer Weihnacht
Der Wind hat den Schnee knietief verweht,
man sieht fast nicht, wo die Straße geht;
und Lattenzaun, Brunnen und Taubenschlag
haben weiße Kappen auf, Tag für Tag.

Die Spatzen frieren, daß Gott erbarm,
aber drinnen in der Stube ist's backofenwarm;
da schafft die Mutter, der Herd steht voll,
sie weiß kaum, was sie zuerst machen soll:

Neunerlei Speisen bereitet sie
für alle im Hause, für Mensch und Vieh.
Der Vater holt heimlich – es dunkelt bald –
die Axt aus dem Schuppen und geht in den Wald.

Und in den halbdunklen Ecken hocken
die Kinder und wispern von Spielzeug und Docken,
von Zuckerstern und Engelhaar,
und ob alles so sein wird wie jedes Jahr.

Das reine weiße Tuch am Tisch,
die „bröihten Büazerla", die Hutzeln, der Fisch.
„Du, lieber Herr Jesus, sei unser Gast" –
und dann essen sie alle, ohne Hast,

die Eltern, die Kinder, das Hausgesind.
In der Krippe wiegt Maria ihr Kind.
Nachher trägt die Mutter das Rauchfaß durchs Haus,
räuchert Stube und Stall von Krankheiten aus.

Der Vater bringt dem Vieh das Geleck:
Brot, Salz und Äpfel für die Bleß und die Scheck,
und die Kinder, mit Lust und heimlichem Zagen,
gehen hinaus, dem „Zemberer" Essen zu tragen
und schütteln die Bäume: „Wach auf und trag,
denn heute ist der heilige Tag!"

Nachher, sie liegen schon lang in den Betten,
gehen Eltern und Ingesind zur Metten
und singen, wie immer die Alten und Jungen:
„Stille Nacht" und „Es ist ein Ros' entsprungen".

Margarete Kopka (1902-1941),
Egerländer Lyrikerin aus Karlsbad

breitet. Lärm und Hast, Sorgen und Ängste weichen, Gelassenheit und Hoffnung kehren ein.

Lassen wir uns im Advent Zeit füreinander, zum Zuhören und Verstehen, zum Erkennen und Danken; reichen und ergreifen wir die Hand zu mehr Vertrauen und gelebter Mitmenschlichkeit. Wir alle sind wieder ein Jahr älter geworden.

Herzlicher Dank allen Landsleuten, die mich mit Beiträgen für unseren „Heimatboten" auch in diesem Jahr unterstützt haben.

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