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schlagnahmte die zu Schlaggenwald gehörige Herrschaft Petschau samt Gebiet, das dem General Questenberg zugeeignet wurde. Nicht nur diese politischen und kriegerischen Auswirkungen setzten der Stadt arg zu, sondern auch innere Unglücksschläge. So wütete in den Jahren 1582 und 1601 in Schlaggenwald die Pest und raffte zahlreiche Menschen dahin. 1713 vernichtete ein großer Brand die ganze untere Stadt, deren Wiederaufbau neue Lasten brachte.
Vom Zinn zum Porzellan
Im 16. Jahrhundert ließ die Ausbeute der Erzgruben langsam nach. Wohl wurden noch erhebliche Mengen an Zinn gewonnen, doch der Erzreichtum früherer Zeiten war zusammengeschrumpft.
Dazu kam noch, daß das Ausland als Zinnlieferant in Erscheinung trat. Nachdem vor allem Amerika das Zinn bedeutend billiger lieferte als die Bergwerke im Kaiserwald und Erzgebirge, ging auch in Schlaggenwald die Blütezeit des Zinnbergbaues ihrem Ende entgegen.
Als Maria Theresia Kaiserin von Osterreich wurde und ihre Reformen durchführte, traten in Schlaggenwald völlig neue Verhältnisse ein. 1722 wurden das Oberbergamt durch ein einfaches Bergamt ersetzt, alte Verordnungen aufgehoben und die Verwaltung der Stadt der neuen Zeit angepaßt. Anfangs des 19. Jahrhunderts besichtigten viele adelige und prominente Persönlichkeiten, die in Karlsbad zur Kur weilten, das Bergwerk von Schlaggenwald. 1812 stattete Kaiser Franz I. in Begleitung seiner Tochter Maria Luise, der Gemahlin Napoleons, der Stadt einen Besuch ab. Auch Goethe weilte 1811 und 1818 in Schlaggenwald.
Im Revolutionsjahr 1848 hatte Schlaggenwald noch 4000 Einwohner. Als gegen 1850 der zuletzt staatlich betriebene Bergbau gänzlich zum Stillstand kam, ging die Einwohnerzahl auf 3000 zurück. Nur die horngiebeligen Pflughäuser mit ihren in Stein gefaßten und verzierten Haustoren, die altertümlichen Steinbrunnen, Gedenksäulen, Statuen und reich ausgestatteten Kirchen und Kapellen erinnern an jene Zeit, in der Schlaggenwald die mächtige und wohlhabende Zinnmetropole Westböhmens war.
Von den vielen Gewerben, die in Schlaggenwald ausgeübt wurden, blieben einige erhalten, die es zu beachtlicher Größe brachten, so die Bergbrauerei und die aus einer Lohgerberei hervorgegangene Lederfabrik. Im 19. Jahrhundert gab es in Schlaggenwald auch eine Spinnerei, die zahlreiche Leute beschäftigte. Ebenso waren in der Stadt bis um die Jahrhundertwende einige Seifensieder tätig. Von den zahlreichen Zinngießereien blieb bis in die Gegenwart als einziger Betrieb die Zinngießerei Hanika am Leben.
Ein gütiges Geschick schenkte Schlaggenwald eine neue Industrie, die der Bevölkerung wieder Verdienstmöglichkeiten bot und den Namen der Stadt abermals in alle Welt trug. 1792 legte der Bergmeister Johann Georg Paulus im Schlaggenwalder Zechtal den Grundstein zur ersten Porzellanfabrik
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