Dějiny našeho rodného města (Rudi Marterer, 1956)
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Dějiny našeho rodného města

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ganzen Umgebung. 1597 kam sogar die Grundherrschaft Petschau vorübergehend in Schlaggenwalder Besitz. Zu dieser Zeit wohnten viele Adelsfamilien in Schlaggenwald, was durch nicht weniger als 26 Wappenbilder im Stadtmuseum bewiesen wird.

Die Einwohnerschaft wuchs durch die vielen Bergleute, Handwerker und Kaufleute auf 6000 Personen an. Die Stadt war in 4 Verwaltungsgebiete eingeteilt und wurde von 4 Bürgermeistern regiert, die sich vierteljährlich im Amte ablösten. Vom Kaiser wurden ein Bergmeister, ein Münzmeister, ein Forstmeister und ein Hauptmann zur Wahrung der kaiserlichen Rechte eingesetzt. Der Zehenter nahm am Zehentplatz die fälligen Steuern entgegen. Schon seit 1300 besaß die Stadt eigene Gerichtsbarkeit mit einem Stadtrichter an der Spitze. Das Hochgericht, an dem die Todesurteile vom Nachrichter aus St. Joachimsthal vollstreckt wurden, blieb als einziges seiner Art in Mitteleuropa bis in unsere Zeit erhalten.
Um 1500 erhielt die Stadt eine Lateinschule, die sich durch ihre vorzüglichen Lehrkräfte einen guten Ruf verschaffen konnte. 1535 wurde auch eine deutsche Schule errichtet. 1529 erfolgte die Pflasterung der Stadt, 1581 besitzt sie bereits eine Wasserleitung, die durch unterirdisch verlegte Holzröhren die zahlreichen Brunnen mit Trinkwasser speiste. Ab 1534 gibt es in der Stadt nur graduierte Apotheker, ab 1536 nur solche Ärzte.

Religionsstreitigkeiten und Kriegswirren schädigen die Stadt

Die Religionsstreitigkeiten der Reformationszeit gingen auch an Schlaggenwald nicht spurlos vorüber. Da sich Schlaggenwald der neuen Lehre Luthers anschloß, fiel es bei Kaiser Matthias in Ungnade, der die Stadt an allen vier Enden anzünden wollte. Durch das innige Flehen eines alten Bergmannes mit schlohweißem Haar ließ der Kaiser von seinem Vorhaben ab. 1624 setzte die Gegenreformation ein, wodurch Schlaggenwald wieder katholisch wurde und es bis in die Gegenwart blieb.
In Kriegszeiten mußte die Stadt hohe Kontributionen erlegen, um von Einquartierungen und Durchmärschen verschont zu bleiben. 1566 stellte Schlaggenwald für den Türkenkrieg 400 Bürger und 700 Bergleute bewaffnet und besoldet ins Feld. Auch Wallenstein musterte 1622 in Schlaggenwald 2000 Mann an. Immer wieder haben Freund und Feind Kontributionen verlangt, die über die wirtschaftliche Leistungskraft der Stadt hinausgingen. Vorsprachen beim jeweiligen Landesherrn hatten keinen Erfolg. Wohl erhielt die Stadt Schutzbriefe ausgestellt, die aber außer von den Schweden von keinem Kriegsvolk beachtet wurden. Die Stadt geriet in Schulden und musste einen Teil ihres großen Grundbesitzes verkaufen.
Als Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz, der Landesherr der Oberpfalz, für kurze Zeit König von Böhmen wurde, huldigten ihm auch die Schlaggenwalder Bewohner. Dafür wurden sie nachher vom Kaiser schwer bestraft. Der 1623 nach Schlaggenwald entsandte kaiserliche Kommissar stellte die Bewohner einzeln vor Gericht, entzog der Stadt die meisten Sonderrechte und be-

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