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von je 5 bis 10 Zentnern mit Pferdewagen in die Niederlagen ihrer Auftraggeber sandten. Von hier wurde das böhmische Zinn in Zentren mit entwickelter Zinn- oder Glockenerzeugung abgeführt, wie nach Regensburg, Freiburg im Breisgau, Köln am Rhein, Frankfurt, Straßburg; von den Hansestädten wurden namentlich Lübeck, Hamburg, Bremen und Rostock versorgt, die das Zinn in die baltischen Länder distribuierten. Weiter wurde das Zinn nach Linz expediert30 und von hier nach Innsbruck und in die Zinngießerwerkstätten der benachbarten Schweiz, zum Beispiel nach Basel, Winterthur, Luzern, Zürich, Bern31 befördert. Ein bedeutender Teil der Produktion ging im 16. Jahrhundert bis nach Antwerpen32; von hier aus wurden die größeren Städte in Westeuropa versorgt. Vom Zinn aus Schlaggenwald waren beispielsweise die Erzeugung verzinnter Bleche im bayerischen Amberg33 und andere Betriebe abhängig.
Im europäischen Zinnhandel des 16. Jahrhunderts spielte der Preis eine bedeutende Rolle, der sich nach dem Gesetz von Angebot und Nachfrage richtete. Die Konkurrenz des englischen, böhmischen und sächsischen Zinns nutzten oft die Händler aus, um die Lieferpreise der Gewerken zu drücken. Kein Wunder daher, daß bereits bald in Mitteleuropa versucht wurde, den Verkauf dieses Metalls zu monopolisieren. Die erste Gesellschaft mit dem Aufkaufrecht allen sächsischen Zinns wurde bereits 1491 in Dresden gegründet und 1500 um Teilhaber aus Leipzig erweitert, wohin sie dann umsiedelte34. Eindrucksvoll war ein Projekt aus dem Jahre 1518, wonach ein böhmisch-sächsisches Monopol für das ganze Zinn geschaffen werden sollte. Dabei sollte die Erzeugung des sächsischen Zinns auf eine Jahresquote von nur 2000 bis 3000 Zentner herabgesetzt werden, etwa auf dieselbe Menge auch die Produktion des Schlaggenwalder Zinns; so sollte auf den europäischen Märkten ein erhöhter Preis diktiert werden. Das Schlaggenwalder Zinn sollte ausschließlich nach Nürnberg, das sächsische Zinn in die Niederlande für dieselben vom Kartell bestimmten Preise expediert werden35. Dieses Vorhaben wurde damals noch nicht verwirklicht. Mit demselben Mißerfolg wurde es im Jahre 1530 wiederholt. Der Fehlschlag schreckte jedoch von weiteren Versuchen nicht ab. Auf böhmischer und sächsischer Seite wurden im Laufe des 16. Jahrhunderts noch eine Reihe von Monopolaktionen beim Aufkauf des Zinns unternommen, zum Beispiel in Sachsen in den Jahren 1521 bis 1527, in Schlaggenwald im Jahre 1529 usw.36 Die ernsteste unter ihnen war das königliche Monopol für das gesamte böhmische Zinn in den Jahren 1550 bis 1553, das an den Augsburger Kauf-
[obr] ▲ Mittelalterliche Seifenlagerstätte oberhalb
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